Ein Gläschen in Ehren, oder auch mehr
Ein Rausch gefällig? Die allermeisten Jungen sagen: «Nein, danke». Die Erwachsenen sind eher geneigt dazu. Und wer es tut, tut es am liebsten mit Bier.

Drogen? Das brauchen wir nicht. Das macht nur dumm und blöd», tönt es von sämtlichen Jugendlichen, die man an einem warmen Freitagabend im Laufner Stedtli befragt. Und auch der Alkoholkonsum hält sich in engen Grenzen. Panache oder ein einziges Bier, vielleicht auch ein einzelnes «Gummibärli» (Energydrink mit Wodka) sind die Hauptgetränke. Manche Jugendliche trinken auch nur Limonade. Gemeinsames Merkmal der Jugendlichen: Alle strahlen Lebensfreude aus. Ganz im Gegensatz zu den Erwachsenen: Selbst früh am Abend brüllen schon einige Betrunkene so aggressiv herum, dass man ein Gespräch lieber sein lässt. Andere haben bereits einige Biere intus und erzählen, dass sie mit dem Postauto gekommen sind, weil sie noch einiges vorhaben. Wer mit dem Auto unterwegs ist, versucht, moderat zu trinken. Wenn man nach anderen Drogen fragt, erntet man Gelächter: «Daraus bin ich herausgewachsen», erzählt der 50-jährige B. Ihm habe in der Jugend der Fussballklub geholfen, sich von den Drogen zu lösen. Vielen damaligen Kollegen sei das nicht gelungen und 20 davon seien schon unter der Erde.
Die kleine Tour deckt sich mit den Aussagen von Philipp Frei, Sozialarbeiter bei der Offenen Jugendarbeit Regio Laufen: «Mehr als 95 Prozent der Jugendlichen trinken überhaupt keinen Alkohol oder dann in einem vernünftigen Mass. Und bei meinen Rundgängen sehe ich viel mehr betrunkene Erwachsene als Jugendliche.» Mit grossem Abstand die beliebteste Droge ist Alkohol, bestätigt auch Eric Misteli, Geschäftsleiter der Suchthilfe Ost GmbH, die für den Kanton Solothurn tätig ist: «Mit fünf Franken kann man sich mit dem billigsten Dosenbier einen Vollsuff antrinken.» Während jedoch die Familie bei trinkenden Jugendlichen die Suchtberatung aufsuche, funktioniere das soziale Netz bei den Erwachsenen kaum. Da verharmlosten viele Familien die Alkoholsucht.
Rauschmittel Nummer zwei sei mit sehr grossem Abstand Haschisch, sagt Misteli, und Frei erklärt, dass es in der Region meist versteckt geraucht werde. Ein typischer Ort dafür seien die Waldfeste. «Auch Ecstasy ist nach wie vor ein Thema, auch wenn der Konsum zurückgegangen ist,» so Misteli. Es zirkuliere vor allem an Ravepartys. Da es nur wenige Technopartys in der Gegend gibt, sei Ecstasy hier auch kein grosses Thema.
Mit Heroin fange kaum mehr jemand an, das sei sehr erfreulich. Es gelte bei den Jungen als öde Opa-Droge. Doch Kokain habe sich in gewissen Kreisen etabliert. Vor allem, wer übermässig arbeiten müsse, sei gefährdet. Auch Jugendliche würden es nehmen. Dazu erklärt Misteli: «Es geht lange, bis es ein Desaster gibt, doch dann ist es zu spät.»