Oberkirch
25.09.2019

Eine Messe zur Feier der Heiligen, des Pfarrers und des neuen Altars

Am kommenden Montag wird Ignacy Bokwa in Oberkirch durch den Weihbischof Denis Theurillat offiziell als neuer Pfarrer aufgenommen. Gleichzeitig werden am Festtag zu Ehren des Kirchpatrons der neu gestaltete Kirchraum und der Altar gesegnet.

Gaby Walther

Am kommenden Montag gibt es in der Pfarrkirche Oberkirch mehrere Gründe zum Feiern. Einerseits ist der 30.September der Festtag zu Ehren der Kirchenpatrone Urs und Viktor. Anderseits wird Pfarrer Ignacy Bokwa offiziell als neuer Pfarrer im Seelsorgerverband Himmelried- Meltingen-Oberkirch-Nunningen-Zullwil aufgenommen. Und schliesslich wird der neu gestaltete Kirchenraum gesegnet. Für die Segnung kommt Weihbischof Denis Theurillat nach Nunningen.

Ein Pole im Schwarzbubenland

Ignacy Bokwa spricht perfekt Deutsch. Wegen einer Habilitationsschrift kam der Pole 1997 zum ersten Mal in die Schweiz. Danach führte ihn sein Sabbaticaljahr 2012 nach Oberkirch. Seither leistete er für den Seelsorgerverband immer wieder Aushilfe. Daneben dozierte der Professor fast 30 Jahre an der Universität in Warschau. Seit dem 1. August ist der 62-Jährige nun mit einer Vollzeitstelle Pfarradministrator des Seelsorgeverbands. Pfarrer Ignacy Bokwa schätzt die Freundlichkeit der Menschen in der Schweiz und beobachtet, dass in der Schweiz der Staat für die Bürger da ist. Unterschiede zu Polen sieht er einige. In Polen erhält ein Pfarrer keinen festen Lohn und ist für viel mehr Belange zuständig. Die Einnahmen erfolgen durch die Bezahlung bei der Vergabe der Sakramente und über den Opferkorb. Jeden Tag wird eine heilige Messe gehalten. Da keine Kirchensteuer eingezogen wird, sind auch keine Austritte zu verzeichnen. Kirchenaustritte in der Schweiz erachtet Ignacy Bokwa nicht als Problem, denn er beobachtet, dass das Christsein im Alltag gelebt wird. Das Gespräch mit den Menschen erfülle ihn sehr. Die Vermittlung des Glaubens sei eine Offerte, er wolle sich aber niemandem aufdrängen.

Ein Altar wie ein Futtertrog

Auf 150 Jahre kann die Kirche Oberkirch, welche auf der Grenze der Gemeinden Nunningen und Zullwil steht, zurückschauen. Wobei der Ort als Kultstätte bereits im Jahre 1375 erwähnt wurde. Ein grosser Kirchenumbau folgte im Jahr 1972/73. Markant und für die damalige Zeit modern umgestaltet wurde der Kirchenraum – statt am Ende des Kirchenschiffes wurde der Altar an eine Breitseite des langen Raumes platziert. Eine Renovation der Kirche erfolgte nun in diesem Jahr. «Der Altar war unmöglich, sah aus wie ein Futtertrog», erzählt der Pfarrer. Die neue Altarplatte aus Metall mit der runden Form passt besser ins Gesamtbild und nimmt die halbmondförmige Ausrichtung der Kirchenbänke auf. Der Altarraum wurde vergrössert, die Bodenheizung erneuert, die Böden neu verlegt und einige Kirchenbänke entfernt beziehungsweise sind nun besser verschiebbar.

Restauriert wurden auch zwei Reliquienbüsten. Sie stellen die Kirchenpa-trone Urs und Viktor dar. Datiert auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, gelten sie als wertvolle barocke Reliquiare, welche aber durch Wurmbefall und Abnützungserscheinungen in sehr schlechtem Zustand waren. Rund 10000 Franken kostete die Restaurierung der zwei wertvollen Büsten, die nun wieder die Kirche schmücken werden.

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