Leimental
18.09.2019

Solothurn soll Leimentaler Waldbesitzer unterstützen

<em>Trockenheitsschäden: </em>Im Leimental sind die Trockenheitsschäden viel schlimmer als gedacht, bestätigt Revierförster Christoph Sütterlin nach der Krisensitzung mit Verantwortlichen von Gemeinden und Kanton. Foto: Bea Asper

Trockenheitsschäden: Im Leimental sind die Trockenheitsschäden viel schlimmer als gedacht, bestätigt Revierförster Christoph Sütterlin nach der Krisensitzung mit Verantwortlichen von Gemeinden und Kanton. Foto: Bea Asper

Im Leimental haben die Waldschäden ein enormes Ausmass angenommen. Waldbesitzer und Kantonsräte verlangen von der Regierung Sofortmassnahmen.

Bea Asper

Revierförster Christoph Sütterlin hatte schon vor Monaten darauf aufmerksam gemacht, dass das Solothurnische Leimental vor einem riesigen Waldproblem steht, welches die Waldbesitzer nicht alleine lösen können. Das Team der Forstgemeinschaft «am Blauen» setzte sich nach seinen Möglichkeiten dafür ein, die wichtigsten Ausflugsplätze und Hauptspazierwege zu sichern. Trotzdem wird die Gefahr von herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen noch immer als hoch eingestuft. Mit Waldbegehungen und Hinweistafeln wurde die Bevölkerung sensibilisiert, noch achtsamer zu sein.

70 Prozent der Bäume sind krank

Vertreter der Einwohner- und Bürgergemeinden trafen sich zu Krisensitzungen und kamen zum Schluss: Die Sicherheitsmassnahmen im notwendigen Umfang und die Wiederaufforstung leisten zu können, ist ohne zusätzliche Unterstützung nicht machbar. Es brauche dringend die finanzielle Unterstützung des Kantons. Denn das Ausmass der Schäden hat die ersten Befürchtungen übertroffen. Genaue Untersuchungen zeigen, dass teilweise bis zu 70 Prozent des Bestandes krank ist. «In den arg gebeutelten Gebieten sind von 500 untersuchten Bäumen 144 gesund und 356 krank», bestätigt Sütterlin auf Anfrage dieser Zeitung. Er hat dieser Tage mit verschiedenen Parlamentariern die betroffenen Gebiete besichtigt und konnte am Montag auch die Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements, Brigit Wyss, im Leimental empfangen und die Problematik aus seiner Sicht schildern. Zusagen für konkrete Unterstützung gab es noch keine. Die politische Diskussion ist aber in Gang. Auf Initiative von Kantonsrat Mark Winkler (Witterswil) hat die FDP eine Interpellation eingereicht, in der sie die Regierung klar zum raschen Handeln auffordert. So erkundigen sich die Freisinnigen «nach den Massnahmen zum Erhalt eines gesunden Waldes - und zur Wiederaufforstung.» Dabei will man auch wissen: «Hat der Kanton ein spezielles Ausbildungsprogramm für die Forstwarte vorgesehen, welches die Situation berücksichtigt?» Ausserdem geht es um die Frage der Nutzung.

Holzpreis auf Tiefststand

Aufgrund des Überangebotes an Holz hat der Preis einen Tiefststand erreicht, der den Waldbesitzern keine Erträge mehr ermöglicht, nicht einmal mehr die Unkosten deckt. Für die FDP stellt sich deswegen die Frage, wie man Holz als Baustoff fördern könnte. Und im Zusammenhang mit der CO²-Bilanz geht es um die Frage, «ob sich der Kanton dafür engagiert, Anteile aus der CO²-Abgabe für den Wald einzusetzen?»

Waldwege vermehrt gesperrt

Das Amt für Wald in Solothurn räumt ein, dass man vor sehr grossen Herausforderungen steht, «welche die Forstbetriebe an den Rand ihrer Kapazität bringen, personell sowie finanziell». Rolf Manser, Chef Amt für Wald, Jagd und Fischerei, bittet die Bevölkerung um Verständnis, «wenn Waldwege oder Rastplätze aus Sicherheitsgründen und bei Holzerarbeiten vermehrt abgesperrt sind.» Er verweist darauf, dass der Kanton und die Waldeigentümer «Hand in Hand arbeiten.» Die Gesundheit des Waldes und die Erhaltung all seiner Funktionen seien zentrale Aufgaben des Kantons. «Massnahmen zur Bekämpfung der Borkenkäfer im Schutzwald sowie die Sicherheitsholzerei werden durch Kanton und Bund bereits finanziell unterstützt. Dies gilt auch für die Wiederbewaldung auf Sturmschadenflächen nach Burglind. Eine Ausweitung dieser Programme wird zurzeit überprüft.» Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung aller Massnahmen sei die gute Zusammenarbeit zwischen Kanton und Waldeigentümern, «diese hat im Kanton Solothurn Tradition», so Manser.

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