Leimental
21.08.2019

Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene

Im Solothurnischen Leimental gibt es weitere Anstösse zu einer gemeinsamen Verwaltung. Denn die Gemeinden Rodersdorf, Metzerlen-Mariastein, Hofstetten-Flüh, Bättwil und Witterswil haben mehr oder weniger mit Personalproblemen in der Gemeindeverwaltung und im Bauwesen zu kämpfen.

Bea Asper

Die Bewohner des Solothurnischen Leimentals haben dieser Tage per Flugblatt eine Einladung erhalten, sich zur Zukunft der Gemeindeverwaltungen zu äussern. «All unsere Gemeinden haben mehr oder weniger mit Personalproblemen in der Gemeindeverwaltung und im Bauwesen zu kämpfen», hält die FDP Soleita (Rodersdorf, Metzerlen-Mariastein, Hofstetten-Flüh, Bättwil und Witterswil) in ihrem Schreiben fest und wirft die Frage auf: «Wäre die Lösung für dieses Problem eine gemeinsame Verwaltung im Solothurnischen Leimental?»

Im Bauwesen, aber auch auf den Gemeindeverwaltungen war es in Metzerlen-Mariastein, Rodersdorf und Hofstetten-Flüh in den letzten Jahren zu einigen Problemen und Abgängen gekommen, die in der Bevölkerung Kritik ausgelöst haben. In Hofstetten-Flüh monierten Einwohnerinnen und Einwohner an der letzten Gemeindeversammlung, dass Personal «verheizt» worden sei und dass die Wartefristen bei Baugesuchen zu lange seien. Ausserdem hatte es offenbar bei den Bauabnahmen einen Stau gegeben. Derzeit sind die Öffnungszeiten eingeschränkt, der Gemeinderat kündigte aber an, dass die Neubesetzung der Stellen auf gutem Weg sei. Patrick Gamba werde Mitte Oktober die Leitung der Bauverwaltung übernehmen. Er verfüge über grosse Erfahrung in den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie Baugesuchswesen. Doch auch die Nachbarsgemeinden waren in den letzten Monaten stark gefordert, Stellen in der Verwaltung neu besetzen zu können.

Podiumsdiskussion

Mit einer Podiumsdiskussion geht die FDP nächste Woche auf Tuchfühlung, wie die Bevölkerung zu einer Zusammenarbeit im Verwaltungsbereich steht. Der Anlass findet am 27. August, um 20 Uhr im Saal vom Hotel zur Post in Mariastein statt. Als Referenten konnten die Organisatoren Persönlichkeiten aus den verschiedenen Themenbereichen gewinnen, und zwar: Thomas Blum vom Verband der Solothurner Einwohnergemeinden; Markus Scherrer, Vize-Präsident der Kreisschule, Silvio Haberthür, Gemeindepräsident von Metzerlen-Mariastein, Felix Schenker, Gemeindepräsident von Hofstetten-Flüh und Kantonsrat Mark Winkler (Witterswil). Moderiert wird das Gespräch von Adrian Stocker, Unternehmensberater für Gemeinden.

Metzerlen-Mariastein und Rodersdorf arbeiten bereits zusammen

Eine erste partnerschaftliche Antwort auf Personalfragen gibt es seit diesem Sommer auch bereits. «Die Gemeinderäte von Metzerlen-Mariastein und Rodersdorf werden auf Verwaltungsebene zusammenarbeiten und unterstützen sich jeweils bei der Erfüllung ihrer Kernaufgaben in den Bereichen Führungsleitung und Bauwesen», hiess es in einer Mitteilung an die Bevölkerung. «Gemeinsam werden attraktive Vollzeitstellen als Leiter/in der Verwaltungen sowie als Bauverwalter/in geschaffen.» Die Gemeinderäte seien sich einig, «dass eine Zusammenarbeit auf partnerschaftlicher Basis der richtige Weg ist. Die heutigen Anforderungen und die immer komplexeren und umfangreicher werdenden Aufgaben für die beiden Gemeinden lassen sich vollumfänglich und mit finanziell vernünftigem Aufwand nur gemeinsam lösen.» Dreh-und Angelpunkt der Zusammenarbeit sei der interkommunale Personalaustausch. «Das bedeutet, dass Rodersdorf als Anstellungsgemeinde ihren Leiter der Verwaltung nach Metzerlen entsendet und im Gegenzug die Arbeitsleistung des Bauverwalters aus Metzerlen erhält. Gegenseitig werden somit nur Arbeitsstunden verrechnet, welche neu in einer Zeit-und Leistungserfassung verwaltungsübergreifend rapportiert werden.» Ebenso werde die Zusammenarbeit in der restlichen Verwaltung intensiviert. «So sollen sich die Finanzverwalterinnen der beiden Gemeinden gegenseitig stellvertreten und je nach Bedarf einander aushelfen. Auch im Bereich der Gemeindeschreiberei sind regelmässige Berührungspunkte geplant.»

Autonomie bleibt unangetastet

Das Ziel der Zusammenarbeit liege in der Stärkung der Gemeinden und keineswegs in der Reduzierung des Dienstleistungsangebots oder der Abschaffung der kommunalen Kommissionen, betonten die Exekutiven. Ebenfalls unangetastet bleibe die Autonomie der beiden Gemeinden.

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