Gesucht: Kitsch fürs Museum Laufental
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Laufen planen eine Sonderausstellung im Museum Laufental. Kitsch ist das Thema. Sie fordern die Bevölkerung zum Mitmachen auf, indem diese ihre kitschigen Objekte für die Ausstellung in der Schule vorbeibringen.

Laufen
Was ist Kitsch? Mit dieser Frage befasst sich die Klasse 2AB unter der Leitung der Lehrpersonen Noëlle Valet-Borer und Martin Meury seit letztem Herbst. Unter dem Titel «Kitsch: Böse Dinge oder Seelenheil?» planen sie in Zusammenarbeit mit Lilli Kuonen, Präsidentin des Museumsvereins Laufental, eine Sonderausstellung im Museum in Laufen. Im Rahmen eines Schulfestes in der ersten «Langen Nacht des Museums» am 2. Juli und am 16. August in der offiziellen Museumsvernissage wird die Ausstellung gleich doppelt eröffnet. Dauern wird sie bis Ostern 2027.
Einfach in der Schule abgeben
Die Bevölkerung ist zum Mitmachen aufgerufen. Im Foyer beim Treppenaufgang im Schulhaus des Gymnasiums in Laufen steht ein Regal. Dort können die Gegenstände mit Namen, Adresse und weiteren Angaben beschriftet und deponiert werden. Handelt es sich um einen wertvollen Gegenstand, soll dieser auf dem Sekretariat abgegeben werden. Alle Gegenstände werden nach der Ausstellung wieder zurückgegeben. Dabei beschränkt sich die Definition von wertvoll nicht auf den Preis. «Ich habe einen Schlüsselanhänger als Souvenir in Brasilien gekauft. Meine Mutter kommt von dort. Dieser Gegenstand ist mir wichtig und ich möchte nicht, dass er abhandenkommt», erklärt Fabio Häner seine Sicht von wertvoll. Linus Saner hat ein pinkes Einhorn beigesteuert.
Alle haben zu Hause Kitsch
Die beiden Schüler sind im Projekt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und im Gespräch mit der Journalistin wird schnell klar, dass sich über Kitsch lange philosophieren lässt. Denn: Wer definiert Kitsch? Ist Kitsch mit Scham oder Glücksgefühlen verbunden? Geschmacklosigkeit oder emotionale Bindung? Wie wirkt ein kitschiger Raum auf uns, und umgekehrt, ein sehr minimalistisch eingerichteter? «Wir suchen nach persönlichen Geschichten und stellen sie exemplarisch vor. Zudem suchen wir bekannte Personen der Region, die uns ihre Gegenstände zur Verfügung stellen», erklären die Schüler. Sie haben festgestellt, dass viele im ersten Moment denken, sie hätten keine kitschigen Gegenstände, und finden beim genaueren Hinschauen doch Kitschiges. Und es müsse nicht beim Gegenstand bleiben. Auch Düfte, Musik, Videos, Sprüche und Geschichten können kitschig sein. «Das Projekt verbindet kulturelle Bildung, regionale Identität und partizipative Museumspraxis», erklärt Borer. «Wir möchten nicht Antworten geben, sondern das Thema erlebbar und verhandelbar machen. Was für mich Kunst ist, kann für dich Kitsch sein — oder umgekehrt», ergänzt Meury. Die Ausstellung solle zum Diskutieren anregen. Möglichst viele Gegenstände sollen ausgestellt werden. Auch nach der Eröffnung können weiterhin Gegenstände beigesteuert werden.
Die Gegenstände können im Gymnasium in Laufen abgegeben werden. Bei Fragen kann man sich telefonisch oder per Mail an die beiden Lehrkräfte wenden: 061 552 15 50, martin.meury@sbl.ch.


