Badisaison 2027 nicht garantiert
An der Gemeindeversammlung in Laufen wurde kein Investitionskredit für eine neue Grüngutsammelstelle bewilligt. Der Antrag wurde zurückgewiesen. Über die Zukunft der Badi wurde am Schluss der Versammlung Auskunft gegeben.
Laufen
Die Frage im letzten Traktandum der zweieinhalb Stunden dauernden Gemeindeversammlung in Laufen liess aufhorchen. Ein Votant wollte wissen, wie es mit der Badi in Laufen weitergehe. Laut Gerüchten seien massive Unterhaltsarbeiten notwendig. Mathias Christ, zuständiger Stadtrat, bestätigte diese Gerüchte. Zum Thema Bademeister konnte er sich zwar nicht äussern, da ein Verfahren noch hängig ist, hingegen zum Zustand der Badi. «Ja, wir haben Probleme», bestätigte er. Im Frühling wurden bei der alle fünf Jahre stattfindenden Kontrolle der Elektroinstallationen Sicherheitsmängel festgestellt.
«Dank Sofortmassnahmen und Meisterleistungen der Elektrofirmen konnte der Betrieb drei Wochen verspätet geöffnet werden und wir erhielten die Bewilligung für eine Saison», erklärte Christ. ««Weitere Analysen ergaben, dass bei einer Sanierung der Elektrotechnik auch die Schwimmbadtechnik saniert werden muss. Deshalb wird nun zu Handen der Gemeindeversammlung im Dezember ein Planungskredit ausgearbeitet.» Ob der Badebetrieb in der kommenden Saison aufgenommen werden kann, sei noch nicht sichergestellt. Dies sei von den Behörden abhängig. «Wir setzen alles daran, aber die Sicherheit hat Priorität.»Christ lässt sich aber nicht entmutigen. «Die Badi ist fast 60 Jahre alt. 2006 wurden die Garderoben erneuert und natürlich immer die Unterhaltsarbeiten erledigt. Auch die Wasserqualität war immer in Ordnung.»
Haus-zu-Haus-Sammlung soll aus dem Reglement gestrichen werden
Stärker als die Badi bewegte aber an der Gemeindeversammlung vom letzten Donnerstag das Thema Grüngut. 168 Stimmberechtigte waren in der Aula des Schulhauses Serafin erschienen — das grosse Interesse dürfte dem Traktandum 1 zur neuen Grüngutsammelstelle gegolten haben. Unter der Leitung von Stadtrat Cédric Jeanbourquin hatte eine Arbeitsgruppe zwei Varianten für eine neue Sammelstelle ausgearbeitet. Zur Abstimmung standen zwei Investitionsanträge von jeweils rund 300000 Franken. Nicht zur Abstimmung stand hingegen die Haus-zu-Haus-Sammlung. Diese werde von der Kelsag auf eigene Rechnung weitergeführt und habe somit keine Kostenfolgen für die Stadt, erklärte Jeanbourquin.
Ausgangspunkt des Traktandums war der an der Gemeindeversammlung vom 11. Juni erheblich erklärte «Antrag zur Teilrevision des Abfallreglements der Stadt Laufen» von Bernard Wasem. Zeitlich drängt eine Lösung, gab Jeanbourquin zu bedenken: Der heutige Standort der Grüngutsammelstelle muss bis Mai 2027 geräumt werden. Der Kanton benötigt das Areal im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt beziehungsweise dem Bau der neuen Naubrücke.
Nach rund einstündiger Beratung wies die Gemeindeversammlung das Geschäft auf Antrag von Bernard Wasem mit 87 zu 61 Stimmen zurück. Wasem begründete seinen Rückweisungsantrag damit, dass sein erheblich erklärter Antrag nicht nur die Beibehaltung einer Grüngutsammelstelle verlangt habe. Diese sollte zwingend im Abfallreglement verankert und gleichzeitig die «Option Grüngutabfuhr», also die Haus-zu-Haus-Sammlung, aus dem Reglement gestrichen werden. Der Antrag verlangte, der Gemeindeversammlung ein entsprechend revidiertes Abfallreglement zur Genehmigung vorzulegen. Genau dies sei mit der nun präsentierten Vorlage nicht erfolgt, argumentierte Wasem. Gemäss Gemeindegesetz hat der Stadtrat nach der Erheblicherklärung eines Antrags innerhalb eines halben Jahres eine Vorlage darüber der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung zu unterbreiten. Wasem erwartet nun eine entsprechende Reglementanpassung, den Weiterbetrieb der bestehenden Grüngutsammelstelle sowie eine Alternativvariante für eine neue Sammelstelle mit einem Kostendach von 150 000 Franken.
Mutation genehmigt und Abschied von Christian Hamann
Ohne grossen Diskussion wurde an der Gemeindeversammlung der Quartierplan «Rosengarten — Mutation betreutes Wohnen» mit grossem Mehr genehmigt. Im Weiteren wurde Christian Hamman nach vier Jahren im Stadtrat verabschiedet. Ende Oktober wird er sein Amt an den am Sonntag gewählten Reto Schmidlin abgeben. Hamman erklärte, er habe die Arbeit mit viel Herzblut gemacht. Geduld habe er aber lernen müssen. Als KMUler sei er es gewohnt gewesen, einen Entscheid zu treffen und diesen dann zügig umzusetzen. In der Politik brauche alles länger. Politische Prozesse dauern. Er habe auch festgestellt, dass die Arbeit im Stadtrat viel Zeit in Anspruch nehme, ein 30-Prozent-Pensum sei und auch belaste. Er wünsche sich vom Souverän einen positiveren Austausch. Er selber werde künftig wieder auf der anderen Seite sitzen, aber fair, tolerant und mit Respekt auf den Stadtrat reagieren.


