Region
20.05.2020

Kunststoff wiederverwerten statt vernichten

Verarbeitung in Thurgau:
Hanspeter Hösli von der InnoRecycling AG präsentiert das aus «altem» Granulat hergestellte Granulat.

Verarbeitung in Thurgau:

Das System des Sammelns mit dem gebührenpflichtigen Sammelsack «Bring Plastic Back» ist auch im Gebiet des Wochenblattes auf Erfolgskurs.

Von: Willi Wenger

Im Einzugsgebiet des Wochenblattes funktioniert die Kunststoffsammlung «Bring Plastic Back» in zahlreichen Gemeinden gut. Das bestätigt Edmund Frey Kuron, Geschäftsführer der KELSAG Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG in Liesberg, auf Anfrage. Er hält fest, dass das Sammeln des Kunststoffes ein Bedürfnis der Bevölkerung sei, und dass die KELSAG das zurzeit laufende Pilotprojekt Ende Jahr auswerten werde.

Das System des Sammelns, mit dem gebührenpflichtigen Sammelsack «Bring Plastic Back» sei einfach und von weiten Teilen der Bevölkerung anerkannt. Seit dem Start im vergangenen Jahr habe sich die Kunststoffsammlung, die letztlich Erdöl und Kohle ersetze, zu einem schönen Erfolg entwickelt. «Aus unserer Sicht ist klar erkennbar, dass es ein Bedürfnis der Bevölkerung ist. Die Sammelqualität ist grundsätzlich gut. Wir stellen wenig Störstoffe respektive illegale Abfallentsorgungen fest», sagt Frey Kuron. Ihm ist, wie allen anderen über ein Dutzend mitmachenden Unternehmen, klar, dass Kunststoffe zum Schutz der Umwelt gesammelt und wenn immer möglich stofflich verwertet werden sollten. Frey Kuron räumt aber gleichzeitig ein, dass trotzdem noch viel Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung notwendig sei. «Daran arbeiten wir», blickt er in die Zukunft.

Im Einzugsgebiet des Wochenblattes ist der Sammelsack für Haushaltkunststoffe im Vergleich zu anderen Kantonen wie beispielsweise dem Kanton Thurgau noch nicht vollständig etabliert. So sind es noch keine drei Jahre her, als zum Beispiel das Entsorgungszentrum Bubendorf EZB AG, das in Aesch einen weiteren Standort betreibt und mit dem die KELSAG partnerschaftlich zusammenarbeitet, mit der Baselbieter Gemeinde Lausen den «umweltpolitischen Hit» eingeführt hat. Dieser ist zweifelsfrei angebracht beziehungsweise sinnvoll, da der Wiederverwertung von Kunststoffabfällen, gerade in der aktuellen Zeit, deutlich mehr Bedeutung geschenkt werden muss.

Vierzehn Unternehmen ziehen am gleichen Strick

Die bei «Bring Plastic Back» gesammelten Mengen laufen via die EZB AG zur Thurgauer InnoRecycling AG in Eschlikon, die als «echter» Pionier der Branche bezeichnet werden kann. Das Ostschweizer Unternehmen hat bereits im vergangenen Herbst, als «Bring Plastic Back» in der Nordwestschweiz und damit auch im Laufental im Grossen und Ganzen flächendeckend gestartet wurde, allen beteiligten Partnern ein grosses Lob ausgesprochen. Die ins Leben gerufene gemeinsame Kunststoffsammlung sei eine super Leistung, sagte damals Markus Tonner von der InnoRecycling AG. Dass vierzehn Unternehmen am gleichen Strick ziehen und erst noch in die gleiche Richtung, sei grossartig und letztlich keine einfache Sache gewesen.

Halb so teuer wie der Kehrichtsack

Konsumentinnen und Konsumenten, die Kunststoffe im Sammelsack konsequent sammeln, haben am Ende des Tages viele Vorteile. Sie benötigen nur noch halb so viele Kehrichtsäcke. Sammelsäcke sind im Schnitt auch halb so teuer als der Kehrichtsack. Durch Recycling wird der Verbrauch von Erdöl und Kohle erheblich gesenkt. Aus gemischt gesammelten Kunststoffabfällen lassen sich heute durchschnittlich 60 Prozent hochwertige Granulate herstellen, welche erdölbasiertes Kunststoffneu- material ersetzen. Der Rest – das sind Mischkunststoffe – werden der Zementindustrie zugeführt und als Ersatzbrennstoff für Kohle verwendet. Und letztlich: Das Recycling benötigt nur halb so viel Energie wie das Herstellen von Kunststoffneumaterial.

Die Bevölkerung aus dem Unter- und Oberbaselbiet, aus den solothurnischen Bezirken Dorneck und Thierstein sowie aus dem aargauischen Fricktal profitieren vom Angebot. «Wir haben den Wunsch der Bevölkerung nach einem solchen Angebot gespürt», sagt auch Paul Nicolet von der EZB. Und der Abfallberg sei haushoch. «Allein unser Unternehmen hat seit dem Start 2004 mehrere 10000 Tonnen Abfall den richtigen Verwertungswegen zugeführt.»

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