Liesberg
28.08.2019

Stararchitekt bevorzugt Liesberger Kalkstein

<em>Seit wenigen Tagen ohne Gerüst sichtbar: </em>Der Erweiterungsbau Kunsthaus Zürich mit der Fassade aus Liesberger Stein geht erst im Frühjahr 2021 in Betrieb. <em>Fotos: Martin Staub</em><em>Der Geschäftsführer: </em>Christian Thomann im Steinbruch. Rechts ein «Restposten» der Kunsthaus-Fassadenplatten.<em/>

Seit wenigen Tagen ohne Gerüst sichtbar: Der Erweiterungsbau Kunsthaus Zürich mit der Fassade aus Liesberger Stein geht erst im Frühjahr 2021 in Betrieb. Fotos: Martin Staub

Der Geschäftsführer: Christian Thomann im Steinbruch. Rechts ein «Restposten» der Kunsthaus-Fassadenplatten.

Einen so grossen «Fisch» hat die Liesberger Firma Thomann Natursteinwerke wohl noch nie an Land gezogen. Der Auftrag im Rahmen von mehreren Millionen wurde kürzlich abgeschlossen und der Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses erstrahlt auf allen vier Seiten mit einer Natursteinfassade aus Liesberger Kalkstein.

Martin Staub

Das Zürcher Kunsthaus, das grösste Museum seiner Art schweizweit, erhält einen Erweiterungsbau. Architekt ist kein geringerer als der Engländer Sir David Chipperfield. Dass er sich für eine Fassade aus Liesberger Kalkstein entschied, freut Christian Thomann noch heute. «Seit 2012 stehen wir in Kontakt mit der Bauherrschaft», erklärt der Geschäftsführer der Firma Thomann Natursteinwerk, deren Steinbruch – für Durchfahrende kaum sichtbar – über der Hauptstrasse zwischen Bärschwil Bad und Riederwald liegt.

Drei Jahre später war der Auftrag perfekt. Statt dem hellgrauen Stein aus der Umgebung von Zürich sollte es der Jurakalkstein aus Liesberg sein, entschied der Stararchitekt mit der Begründung: «Dieses Gestein, mit der Kette statt mit der Säge geschnitten, ist wunderschön. Es verleiht der Fassade so etwas Antikes.»

2000 Kubikmeter Fels für 500 Kubikmeter Fertigware

Während rund dreier Jahre war die Firma Thomann Natursteinwerke mit ihren 13 Mitarbeitenden, nebst anderen Aufträgen, mit dem Herstellen der 12 Zentimeter dicken Kalksteinplatten und der vertikalen Streben beschäftigt. Insgesamt 10700 Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von 1350 Tonnen. «Dazu fuhren 55 Sattelschlepper von hier zur Baustelle am Heimplatz in Zürich», gibt Christian Thomann einen Eindruck des riesigen Auftrags.

Diese Bestellung kam für die Thomann Natursteinwerke genau zur richtigen Zeit. «Die damalige Auftragslage liess es zu, so einen Grossauftrag mit den bestehenden Mitarbeitern zu bewältigen», sagte Christian Thomann und fügt an: «Wir mussten deshalb keine zusätzlichen Arbeitskräfte einstellen.» Für die rund 500 Kubikmeter Fertigware mussten zirka 2000 Kubikmeter Fels weggebrochen werden. Neue Maschinen, eine CNC-Fräse und ein Kran für insgesamt rund 450000 Franken, mussten auch eingerechnet werden. Trotzdem – dass sich dieser Grossauftrag gelohnt hat, gibt Christian Thomann unumwunden zu. «Nebst mehrjähriger Vollbeschäftigung für unsere Belegschaft, bedeutet dieses Riesenprojekt sicher auch einen Imagegewinn, auf den wir stolz sein können», freut sich Thomann, der einer weiteren Firma aus der Region, mit welcher die Thomann Natursteinwerke öfter zusammenarbeiten, ein Kränzchen windet: «Staudtcarrera aus Zwingen wurde von der Bauherrschaft mit der Montage unseres Materials beauftragt und hat ebenfalls hervorragende Arbeit geleistet.»

Den 14. September hat der Schweizerische Natursteinverband NVS zum Steinbruchtag erklärt. Auch die Firma Thomann Natursteinwerke macht mit und lädt alle Interessierten an diesem Samstag ein, sich ein Bild des Betriebs zu machen, der seit 72 Jahren, heute in dritter Generation, in Familienhand steht.

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