Laufen/Laufental
20.03.2019

Vom Ettinger zum Laufentaler

<em>Kämpfernatur: </em>Georges Thüring war im Parlament kein Hinterbänkler, sondern einer, der für seine Anliegen kämpfen konnte. Foto: Jürg Jeanloz

Kämpfernatur: Georges Thüring war im Parlament kein Hinterbänkler, sondern einer, der für seine Anliegen kämpfen konnte. Foto: Jürg Jeanloz

Urgestein Georges Thüring fällt der Amtszeitbeschränkung im Baselbieter Landrat zum Opfer. Nach 16 Jahren intensiver Parlamentsarbeit in Liestal ist definitiv Schluss. Dennoch bleibt der 72-Jährige in vielen Bereichen weiterhin aktiv.

Jürg Jeanloz

Ich war immer stolz, das Laufental im Landrat vertreten zu dürfen», sagt Georges Thüring. Die überwältigenden Wahlresultate der vergangenen Landratswahlen bewiesen, wie stark man sich auf ihn verlassen konnte. Er war kein Hinterbänkler und kämpfte leidenschaftlich für seine Anliegen. «Aus meiner Läuferkarriere habe ich viel gelernt», untermauert der Vater von vier Töchtern seine politische Arbeit. 700 Läufe hat er absolviert, viermal wurde er Schweizer Meister im Waffenlauf. Seine alte Packung mit Rucksack und Gewehr ist sogar im Sportmuseum Basel ausgestellt.

Ausdauer, Taktik und Einsatz haben ihm auch im beruflichen Umfeld geholfen. Nach einer KV-Lehre arbeitete der gebürtige Ettinger auf der Landeskanzlei und in anderen Stellen, bis er sich schliesslich selbstständig machte und eine Firma für den Vertrieb von Lebensmitteln übernahm.

Engagement für die Aglat

Thüring war immer bereit, sich in den Dienst des Allgemeinwohls zu stellen. Acht Jahre amtete er als Gemeindepräsident von Grellingen. Als Quereinsteiger belächelt, wurden sein immenser Einsatz später mit Dankbarkeit belohnt. In seine Amtszeit fiel die Eröffnung des neuen Dorfplatzes und es war ihm vergönnt, der Eröffnung des Eggfluetunnels beizuwohnen.

Zweimal stand er dem Organisationskomitee der Gewerbeausstellung Aglat in Laufen vor und er war OK-Präsident des Grellinger Dorffestes 2017. Für die KMU-Betriebe hatte er stets ein offenes Ohr, so auch im Landrat, wo er für die Geschäfte im Dorfzentrum von Reinach eine Entschädigung für die erlittenen Umsatzeinbussen und den Lärm verlangte, die sie durch die Strassen- und Gleissanierungen erlitten hatten.

«Der Wald ist für mich eine Herzensangelegenheit» erklärt der umtriebige Politiker. Nicht nur weil er mit seinem Hündchen Gini häufig im Wald anzutreffen ist, sondern weil er sich als Präsident des Burgerrats Grellingen und des Verbands Basellandschaftlicher Bürgergemeinden sehr für den Erhalt und die Pflege des Waldes einsetzt. Volksverbunden und geerdet besucht der ehemals aktive Jodler auch gerne Schwing- und Jodlerfeste. «Die Kultur darf nicht nur an die Städte und Agglomerationen delegiert werden, sondern muss auch in den Dörfern überleben und bestehen können», ist seine Überzeugung, die er auch im Landrat verfocht.

Zum Pro-Berner mutiert

Grosse Genugtuung hatte er als Vorstandspräsident des Rosengarten-Seniorenzentrums Laufental, als der Neubau des neuen Altersheims in Laufen eingeweiht wurde. Die kniffligen Bauverhältnisse, der Umzug vom alten ins neue Gebäude und das Kostenmanagement stellten an das ganze Team grosse Anforderungen. Für Kranke und Behinderte setzte er sich nicht nur im Landrat ein, sondern er engagiert sich auch heute noch im Vorstand der IVB-Behindertenselbsthilfe beider Basel.

Was wäre eine Politikerkarriere ohne Enttäuschungen und Rückschläge? Als geborener Baselbieter sei er zum überzeugten Pro-Berner mutiert, als er mitansehen musste, wie viele Institutionen im Laufental abgebaut wurden. Liestal habe sich in allen Belangen durchgesetzt und keine Vernunft walten lassen. Ernüchtert sei er auch von der Wirtschaftsförderung Promotion Laufental, die seiner Meinung nach zu CVP-lastig sei.

Seinem Optimismus und Frohsinn tut das aber keinen Abbruch, denn am Stammtisch oder bei einem zünftigen Jass findet der gesellige SVPler immer wieder seinen Seelenfrieden.

Günstige Komplettlösungen von update AG