Dorneckberg/Leimental
16.01.2019

Ein Logenplatz zum Neujahr

<em>Zu Gast in Mariastein:</em> Das Stuttgarter Barock-Collegium, Christian-Markus Raiser, Rudi Scheck und Eckhard Schmidt (v.l.).Foto: Martin Staub

Zu Gast in Mariastein: Das Stuttgarter Barock-Collegium, Christian-Markus Raiser, Rudi Scheck und Eckhard Schmidt (v.l.).Foto: Martin Staub

Festlich begrüssten drei Spitzenmusiker ein begeistertes Publikum in der voll besetzten Basilika mit barocker Orgel- und Trompetenmusik zum neuen Jahr.

Martin Staub

König trifft Königin» schrieb sich das Stuttgarter Barock-Collegium in ihrem anderthalbstündigen Programm auf die Fahnen. Passender hätten die drei Musiker ihr Neujahrskonzert in der Mariasteiner Basilika nicht thematisieren können, fand es doch just am frühen Abend des Drei- königstags statt.

Die «drei Könige», Eckhard Schmidt, Professor der klassischen Trompete, Rudi Scheck, gefragter Trompeter, unter anderem bei den Stuttgarter Philharmonikern, und Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser an der Orgel, eröffneten das Programm mit dem Concerto op. 3 in D-Dur des Engländers John Humphries (1707–1733). Der Eingangssatz im Programmblatt «Wenn die Königin der Instrumente, die Orgel, auf das königliche Instrument, die Trompete, trifft, dann kann das nur zu festlichen Klängen führen» bewahrheitete sich vom ersten Ton an. Und die drei Sätze – Vivace/Allegro, Adagio, Minuetto – legten den Grundstein zu einem wunderbaren Konzert aus der Zeit des Barock im sakralen Raum einer barocken Klosterkirche.

Hochstehendes Orgelspiel

Dass die Zuhörerschaft – der Kirchenraum war bis auf den letzten Platz gefüllt – das Konzert ohne Sichtkontakt zu den Musikern geniessen musste, gehört zur Krux eines kirchlichen Orgelkonzertes, dürfte aber – ohne optische Ablenkung – den musikalischen Genuss sogar noch steigern.

Der Schreibende nutzte trotzdem das Privileg des unmittelbaren Logenplatzes auf der Empore, was dem Konzerterlebnis eine exklusive Zusatznote verlieh. Besonders das Spiel des Organisten in den Solostücken von J.S. Bach (Prälu-dium und Fuge in D-Dur, BWV 532), Johann Pachelbel (Ciacona in f-moll), G.F. Händel (The Arrival oft he Queen of Sheba) und Aivars Kalèjs (Toccata über «Allein Gott in der Höh») beeindruckte, waren doch zeitweise zwei weitere Personen mit Registrieren (Wechsel der Klangfarben durch Bewegen der entsprechenden Stöpsel) beschäftigt.

Trotz dieser Lektion hochstehenden Orgelspiels waren die beiden Blechbläser zuständig für den festlichen Anstrich eines Neujahrskonzertes, welches mit schmetternden Trompeten- und Jagdhornklängen Freude und Zuversicht auf das Jahr 2019 versprühte. Mit dem Höhepunkt des italienischen Komponisten Francesco Manfredini (1684–1762), Konzert in D-Dur für 2 Trompeten und Orgel, schloss das erste Mariasteiner Konzert des Jahres 2019, welches mit tosendem Applaus quittiert wurde.

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