Laufen/Laufental
08.02.2019

Irrfahrt zu Mohrenköpfen

<em>Wegsperrung: </em>Der Maschinenführer der Othmar Richterich AG, Destan Jusufi, weiss, dass sich Umwege lohnen, wenn es dafür einen Richterich-Mohrenkopf gibt.Foto: Gini Minonzio

Wegsperrung: Der Maschinenführer der Othmar Richterich AG, Destan Jusufi, weiss, dass sich Umwege lohnen, wenn es dafür einen Richterich-Mohrenkopf gibt.Foto: Gini Minonzio

Die weitum bekannte Mohrenkopf-Fabrikation Othmar Richterich leidet unter der Stadt, die Umleitungen mangelhaft signalisiert. Zudem erschwert Laufen den Kunden das Parkieren.

Gini Minonzio

Wer sich in Laufen nicht auskennt und sich bei der Schokoladenfabrikation Othmar Richterich mit Mohrenköpfen eindecken möchte, hat zurzeit eine kleine Irrfahrt vor sich. Und wie ein Selbstversuch belegt, müssen auch Einheimische ihr Auto ein paar Mal wenden, bis sie ihr Ziel erreichen. Grund sind die Bauarbeiten an der Hinterfeldstrasse neben der katholischen Kirche. Hier ist die Strasse seit letzten Herbst für Autos gesperrt.

Doch die Signalisation der Umfahrung ist mangelhaft und unvollständig. Folgt man vom Röschenzer Kreisel den Umleitungsschildern, landet man im Wald oder nach 1391 Metern wieder beim Röschenzer Kreisel.

«Für uns ist die Situation schwer erträglich. Beim Weihnachtsgeschäft hatten wir einen Umsatzeinbruch von 10 bis 20 Prozent», sagt dazu die Geschäftsführerin der Firma OthmarRich-terichAG, Marianne Richterich. Ihr stösst besonders sauer auf, dass zu Beginn der Sperrung die Stadt Laufen nicht einmal Umfahrungsschilder angebracht hatte. Die Firma musste im September bei der Stadt intervenieren und selbst dann dauerte es mehrere Wochen, bis Laufen die Umfahrungsschilder angebracht hatte.

Claudia Deiss, Zeichnungsberechtigte der Othmar Richterich AG, ist von der Stadt Laufen enttäuscht: «Es ist in Ordnung, dass die Strasse saniert wird. Aber wieso hat Laufen nicht Umleitungsschilder mit unserem Firmennamen aufgestellt? Die Wertschätzung fehlt. Zudem legt uns die Stadt Steine in den Weg. Der Zugang zu unserer Firma wird immer mehr erschwert.»

Damit spricht Deiss den Carparkplatz und die Verkehrsberuhigungspoller an. Der Carparkplatz an der Hinterfeldstrasse sei zu nahe an der Einfahrt zum privaten Meisenweg aufgemalt, an dem die Schokoladenfabrikation liegt. Wenn dort ein Car parkiert, hätten Lastwagen grosse Mühe, mit ihren Lieferungen zum Betrieb zu fahren. Und die Poller seien so nahe an ihren zwei privaten Parkplätzen aufgestellt, dass Kunden kaum beide Parkplätze nutzen können. Auch darauf habe sie die Stadt aufmerksam gemacht. Vom Stadtverwalter Walter Ziltener habe sie lediglich die Antwort erhalten, dass Poller und Carparkplatz gewisse Erschwernisse bringen, aber nicht unzumutbar seien, sagt Deiss.

Stadt will über die Bücher

Gegenüber dem Wochenblatt erklärt Ziltener, dass es sehr schwer sei, einen geeigneten Ort für einen Carparkplatz zu finden. Dieser müsse vorgegebene Normen erfüllen. Und die Poller entsprächen dem Plan zur Zone 30, welcher vom Kanton genehmigt worden sei. Eine Änderung sei deshalb nicht so einfach. Die Stadt sei aber bereit, den genauen Standort des Carparkplatzes und der Poller nochmals zu überprüfen.

Ziltener kann die Aussage nicht nachvollziehen, dass die Umfahrung mangelhaft signalisiert sei. Doch was die Sperrung der Hinterfeldstrasse anbelangt, kann er gute Nachrichten geben: Sie dauert nur noch bis Mitte Februar. Nur für den Deckbelag wird die Strasse Mitte Mai nochmals für drei Tage gesperrt.

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