Mariastein
11.03.2020

Der neue Weg zum Heiligtum

<em>Ohne Autos: </em>Der Klosterplatz von Mariastein auf einer Postkarte um die Jahrhundertwende. Foto: zvg

Ohne Autos: Der Klosterplatz von Mariastein auf einer Postkarte um die Jahrhundertwende. Foto: zvg

Das Kloster Mariastein hat einen Wettbewerb lanciert zur Neugestaltung des Klosterplatzes. Wo derzeit Autos abgestellt werden, sollen künftig die Menschen Platz und Einladung finden zum Verweilen und zur Begegnung.

Von: Bea Asper

Unter dem Titel «Mariastein 2025» steckt das Kloster Mariastein mitten im Erneuerungsprozess – einige Änderungen nehmen bereits Formen an. Die Arbeitsgruppe Infrastruktur hat die ersten Schritte eingeleitet zur Umgestaltung des Klosterplatzes. Wie die Baupläne aussehen sollen, dies spielt sich aktuell in den Gedanken von Architekten und Landschaftsgestalterinnen ab. Sie sind daran, ihre Vorschläge auf den Bildschirm zu bringen und einem Reifeprozess zu unterziehen. Gelüftet wird das Geheimnis im Mai. Dann werden die Planer ihre Vorschläge der Jury präsentieren. Dies bestätigt Mariano Tschuor, Mediator des Projektes Kloster Mariastein 2025, auf Anfrage. «Ja, Ende Januar hat das eingesetzte Beratergremium, präsidiert vom ehemaligen Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, für die Neukonzeption des Klosterplatzes ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren in Auftrag gegeben. Das Beurteilungsgremium wählte aus 24 eingegangenen Bewerbungen für die Gestaltung des Klosterplatzes vier Teams, die eine Studie vorlegen werden. Der Entscheid über die Vergabe der Gestaltung des Klosterplatzes soll am 20. Mai getroffen werden.»

Die Aufgabenstellung ist klar: Der heutige Weg zum Heiligtum soll eine Aufwertung erfahren. Wo derzeit Autos abgestellt werden, sollen künftig die Menschen Platz und Einladung finden zum Verweilen und zur Begegnung. Dabei sind Schutzbauten vor der Witterung Teil der Neugestaltung, gibt Tschuor zu verstehen. Details seien natürlich noch nicht bekannt, sondern erst am Entstehen. In der Geschichte des Klosters spielte der Platz immer eine wichtige Rolle und gehörte bis 1874 den Mönchen, danach dem Kanton und schliesslich der Gemeinde Metzerlen-Mariastein.

Auftraggeber für die Neukonzeption des Platzes ist das Kloster, das entsprechend für die Finanzierung besorgt sein müsse – «mit Ausnahme der Tiefbauarbeiten, für welche die Gemeinde zuständig bleibt», erklärt Tschuor. «In welcher Form die Nutzung geregelt wird mit Dienstbarkeit oder Baurecht, ist Gegenstand von Verhandlungen mit dem Gemeinderat.»

Gemeindepräsident Silvio Haberthür betont gegenüber dieser Zeitung, dass die Gemeinde Metzerlen-Mariastein auf jeden Fall grosses Interesse hat, dem Kloster bei seinen Plänen nicht im Weg zu stehen. Die 950-Seelen-Gemeinde stosse aber auch an ihre Grenzen. Deswegen habe man sich darauf geeinigt, dass das Kloster die Finanzierung der Platzgestaltung sicherstellen müsse. Der Ersatz der Werkleitungen erfolge über die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser und werde auf einige wenige hunderttausend Franken geschätzt, meint Haberthür.

Welche Rolle in Zukunft dem Restaurant/Hotel Post auf dem Platz zukommen wird, ist ebenfalls Gegenstand von Verhandlungen. Das Kloster habe Interesse an dieser Immobilien bekundet, die Phase der Verhandlungen sei aber noch nicht abgeschlossen, bestätigt Tschuor.

Mit der Zukunft des Klosters Mariastein eng verbunden sind natürlich viele weitere Fragen, insbesondere nach einer möglichen neuen Trägerschaft. Unterstützt wird die Klostergemeinschaft im Erneuerungsprozess vom Verein Freunde des Klosters Mariastein mit seinen 2300 Mitgliedern, von den Mitgliedern des Patronatskomitees mit Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Ausserdem bringt ab April Olivia Forrer «neuen Schwung in die Wallfahrt». Dank der Mithilfe der inländischen Mission, der Ordinariatsstiftung des Bistums Basel und der Kirchgemeinde Metzerlen-Mariastein ist die neue Stelle vorerst gesichert für drei Jahre.

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