Witterswil
08.09.2021

Leidenschaft, Dynamik, Spannung und Zusammenspiel

Spannung: Beim Kutschenfahren sind Genauigkeit, Geschwindigkeit und Zusammenspiel gefragt. Foto: Bea ASper

Spannung: Beim Kutschenfahren sind Genauigkeit, Geschwindigkeit und Zusammenspiel gefragt. Foto: Bea ASper

Die Fahrsportgruppe Birsigtal lud in Witterswil Kutscher aus der ganzen Schweiz zum Wettbewerb ein.

Von: Bea Asper

Die Erholungssuchenden, die am Wochenende in der Natur zu Fuss, mit dem Zweirad oder auf dem Pferderücken unterwegs waren, kamen in Witterswil in den Genuss eines anmutenden Schauspiels. Herausgeputzte Pferdegespanne, die an die Zeit vor der Autoindustrie erinnerten, stellten mitten auf der Wiese die hohe Kunst des modernen Fahrsports zur Schau.

Der Fahrsportgruppe Birsigtal war es für ihr traditionelles Turnier gelungen, neben ihrem Trainingsplatz (nahe dem Technologiezentrum) auf der Wiese temporär ein grosszügiges Turniergelände einzurichten und Kutscherinnen und Kutscher aus der ganzen Schweiz begrüssen zu dürfen. Die Anreise erfolgte aufgrund der heutigen Verkehrssituation nicht auf dem Kutschbock, sondern in Fahrzeugen mit vielen PS. Nebst den Pferden müssen auch die Kutschen mittransportiert werden — diese variieren je nach Disziplin.

Amtierende Schweizer Meisterin

Wer im Fahrsport mithalten will, muss seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. In Witterswil hatten die Teilnehmenden sowohl in der Dressur zu glänzen, als auch beim Hindernisfahren ihre Schnelligkeit und Wendigkeit unter Beweis zu stellen. Bei der Dressur zählen die Präsentation des Gespannes, die Präzision des gefahrenen Dressurprogrammes und die Durchlässigkeit der Pferde. Gefordert sind alle drei Gangarten, erschwert mit einem eingeschobenen Rückwärtstreten. Mit dabei auch die amtierende Schweizer Meisterin Lea Schmidlin, die bei der Fahrsportgruppe Birsigtal die Aufgabe der Platz- und Materialwartin innehat. Sie nutzte das Turnier als weitere Vorbereitung für die bevorstehende Weltmeisterschaft.

Beim Hindernisfahren hat sich Parcoursbauer Marx Lancelot (er ist international erfolgreicher Fahrer) einige Schwierigkeiten einfallen lassen, sodass es spannend blieb auf der Strecke der 20 Hindernisse.

Für das Herunterfallen der Bälle gibt es Strafpunkte. Nebst der Präzision mit fehlerfreiem Durchgang ist für die Wertung die Zeit ausschlaggebend. Je nach Qualifikation des Fahrers (L, M oder S) stehen 40 bis 20 Zentimeter zwischen Wagen und Hindernis zur Verfügung.

Vereinsleben ist wichtig

Den Zuschauern boten sich atemberaubende Bilder bei gemütlichem Zusammensein und währschafter Verpflegung im Vereinsbeizli. Das Vereinsleben zu fördern, ist das Herzstück der Fahrsportgruppe Birsigtal, die mit über 50 Mitgliedern nach wie vor gut unterwegs sei, erklärt Lancelot im Gespräch mit dieser Zeitung. «Es ist ein Sport für die ganze Familie, somit ist auch für Nachwuchs gesorgt.» Nebst dem tollen Übungsplatz und dem ansprechenden Kursangebot gehören gemeinsame Ausflüge und Festlichkeiten zum Jahresprogramm. Am 19. September geht es zur gemeinsamen Bettags-Ausfahrt durch das Birsigtal. «Dieses wunderschöne Gebiet bietet beste Voraussetzungen für das Fahren mit Pferdefuhrwerken zu Sport- und Hobbyzwecken», betont Lancelot und verweist auf das Vereinsmotto: «Fahren ist Engagement, Leidenschaft, Dynamik, Spannung und einzigartiges Zusammenspiel zwischen Fahrer und Pferden.»