Dorneck Leimental
19.05.2021

Die Politik rettet die Postfiliale

Gerettet: Die Postfiliale in Bättwil wird nun doch nicht geschlossen. Foto: archiv

Gerettet: Die Postfiliale in Bättwil wird nun doch nicht geschlossen. Foto: archiv

Die Schweizerische Post ändert ihre Zukunftspläne für das Leimental.

Von: Bea Asper

Das Engagement der Gemeindebehörden sowie des Komitees «unsere Post bleibe», hat sich gelohnt. Verantwortliche der Schweizerischen Post teilten den Gemeinderäten am Dienstagabend mit, dass die Postfiliale in Bättwil vor einer Schliessung verschont bleibe. Wie Gemeindepräsident François Sandoz gegenüber dieser Zeitung sagt, konnte sich die Politik mit den Bedenken, dass eine ganze Region ihre letzte Postfiliale verlieren würde, und damit der Service Public nicht mehr gewährleistet wäre, durchsetzen. So hat sich auch die Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss persönlich in Bern für die Anliegen der Leimentaler Bevölkerung eingesetzt.

Bei der Post nachgefragt, bestätigt Markus Werner, Spezialist Politik und Kommunikation Region Nord, dass das Gespräch mit den Gemeinden ein wichtiger Bestandteil des Prozesses war. «Bei der Netzentwicklung betrachtet die Post jeden Fall einzeln für sich. Dies tun wir immer im Dialog mit den betroffenen Gemeinden und jeweils unter Berücksichtigung der konkreten lokalen und regionalen Faktoren und Umständen wie zum Beispiel dem Einzugsgebiet, der Verkehrsanbindung und den Erreichbarkeitskriterien. Wir gehen dabei mit einer offenen Haltung in die Gespräche und versuchen, die bestmögliche Lösung für das lokale Postangebot zu finden. Dies kann durchaus auch bedeuten, dass wir nach der Überprüfung zum Schluss kommen, dass wir eine Filiale weiterführen.»

Keine Zahlen einzelner Filialen

Die Post hatte in ihrer Konzernstrategie 2021-2024 die Schliessung der Filialen Bättwil-Flüh und Ettingen vorgesehen. Der Grund liegt in der Digitalisierung. Der Rückgang der Postgeschäfte am Schalter betrug von 2000 bis 2020 bei den Briefen 75 Prozent, bei den Paketen 25 Prozent und bei den Einzahlungen 57 Prozent — gesamtschweizerisch. Zahlen zu einzelnen Filialen gibt die Post nicht bekannt, sie kommunizierte, «dass eine Öffnung der Filialen und Serviceleistungen für Schweizer Unternehmen einen Mehrwert biete und einen Beitrag leiste, um das Defizit im Netz zu reduzieren.» Der Gemeinderat von Bättwil sah für die Dienstleistungen der Post keine Alternative zur heutigen Filiale und machte deswegen klar, dass er «falsche Entscheidungen der Post über ein Beschwerdeverfahren korrigieren möchte». Die Vorschläge — zur Diskussion standen eine Kooperation mit Coop oder dem Kiosk — wurden von Bättwil nicht akzeptiert. Eine Agenturlösung gehe mit einem gravierenden Leistungsabbau einher. Dies beklagt jedenfalls der Gemeinderat von Hofstetten-Flüh, der sich ebenfalls für die Postfiliale in Bättwil einsetzte. Seit der Umwandlung der Poststelle von Hofstetten in eine Agentur sei ein Qualitätsabbau festgestellt worden. Ausserdem fehlen Angebote für die Kontoeröffnung und für Massensendungen. Weiter sei der Datenschutz und das Postgeheimnis nicht immer gewährt, weil Adressen von Besucherinnen und Besuchern des Dorfladens leicht einsehbar seien. Nebst den Gemeindebehörden des Solothurnischen Leimentals kämpfte auch das Komitee «unserepostbleibt.ch» unter der Leitung des CVP-Politikers Glenn Steiger für den Erhalt der Postfilialen Bättwil-Flüh und Ettingen.