Leimental
17.03.2021

Wald als Teil der Bildung

Sorgen sich um die Zukunft des Waldes: Emilio Stöcklin, Präsident (l.), und Christoph Sütterlin, Revierförster der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Am Blauen. Foto: bea asper

Sorgen sich um die Zukunft des Waldes: Emilio Stöcklin, Präsident (l.), und Christoph Sütterlin, Revierförster der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Am Blauen. Foto: bea asper

Die Bevölkerung soll sensibilisiert werden für den Wald. Im Leimental prüft man Massnahmen – und zeigt sich erfreut, dass Solothurn die Modernisierung des Waldgesetzes in Angriff nimmt.

Von: Bea Asper

«Für die Menschen, die ihren Wald von Kindesbeinen an kennen und lieben, ist das Ausmass der Trockenheitsschäden wie ein Stich ins Herz», sagt Christoph Sütterlin, Revierförster der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Am Blauen. Mit einem Gefühl der Ohnmacht markiert er einen Baum nach dem andern zur Freigabe für die Sicherheitsholzerei. «Würden wir diese Bäume nicht entfernen, müssten wir den Wald für die Öffentlichkeit sperren.» Es schmerzt doppelt. «Es fehlen in der Region die Schnitzelheizungen. Ein riesiges Überangebot und keine Abnehmer — das führt dazu, dass das Holz quasi entsorgt werden muss», gibt Sütterlin zu bedenken. Die Räumungen verändern das Aussehen des Waldes. «Das sorgt bei den Waldbesuchern für Spannungen, die dem Forstteam übertragen werden.» Die Ursache sei bei der fortschreitenden Klimaveränderung zu suchen. «Wir überlegen uns, mit Infotafeln auf Zusammenhänge aufmerksam zu machen», sagt Emilio Stöcklin, Präsident der FBG Am Blauen. Erfahren könne man auch, dass das Forstteam alles daran setzt, mit neuen Bäumen die vertrockneten Buchen zu ersetzen. Edelhölzer und seltene Arten werden speziell gefördert. Grundsätzlich setze man auf Baumarten, die mit der Trockenheit besser umgehen können, aber auch auf den Südländertyp der Buche, erklärt Sütterlin. Allerdings musste die FBG Am Blauen Dämpfer einstecken: «‹Ausverkauft› heisst es mittlerweile bei vielen Baumschulen.» Und die könnten nicht über Nacht für Nachschub sorgen. «Nachzucht ist ein langwieriger Prozess», gibt Sütterlin zu bedenken. Er und sein Team fördern bereits seit längerem die naturnahe Verjüngung. Dabei hat man die Hoffnung, dass die Natur von sich aus bei der Fortpflanzung auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren wird. Auf jeden Fall soll in Zukunft über all das Buch geführt werden.

Neue gesetzliche Grundlagen

Der Solothurner Regierungsrat hat dieser Tage beschlossen, ein modernes Informationssystem einzuführen, welches waldbezogene Daten erhebt und aufbereitet. Dies würde die Planung und Lenkung der mittel- bis langfristigen Waldentwicklung unterstützen. Die Beantwortung der Frage, wie diese künftig finanziert werden soll, ist Teil des Prozesses.

Der Regierungsrat hat zwölf Grundsätze verabschiedet, mit welchen die Stossrichtungen und Schwerpunkte der kantonalen Waldpolitik für das nächste Jahrzehnt verändert werden. Ein wichtiger Bestandteil bilde die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Wald und seine Herausforderungen, schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung. «Der Wald ist ein vielseitiges und dynamisches Ökosystem, welches auch von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren beeinflusst wird. Deshalb müssen die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger von heute und morgen die ökologischen Zusammenhänge im Wald kennen und einen sorgsamen Umgang mit dem Ökosystem lernen.» Der Kanton engagiert sich in Zusammenarbeit mit den Schulen darum auch für die Waldbildung. Denn die Nutzung des Waldes zur Erholung und während der Freizeit habe in den vergangenen Jahren auf der ganzen Waldfläche zu jeder Tages- und Jahreszeit zugenommen.

Der Regierungsrat habe das Volkswirtschaftsdepartement mit der Anpassung der kantonalen waldgesetzlichen Grundlagen beauftragt. Damit hat Solothurn auf die letztjährigen Vorstösse aus dem Schwarzbubenland reagiert, man sei nun gespannt auf die Entwürfe zur Gesetzesänderung, sagt Sütterlin.