Spannende Erneuerungswahlen
Am 18. Mai kommt es in Hofstetten-Flüh zum Novum, dass der Gemeinderat und das Gemeindepräsidium gleichzeitig gewählt werden.
Der Gemeinderat von Hofstetten-Flüh folgte dem Antrag der Gemeindepräsidentin Tanja Steiger, die Wahlen für den Gemeinderat und das Präsidium gleichzeitig durchzuführen. Dabei kommt es am 18. Mai zu Kampfwahlen und zu einer Herausforderung für das Wahlbüro. Die Wahl des Gemeindepräsidiums hat gleichzeitig Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Gemeinderat. Tanja Steiger kandidiert im Namen der FDP für den Gemeinderat und das Gemeindepräsidium. Dieses Amt hat sie seit 2023 inne. Sie verfüge als Personalleiterin, Mitglied der Geschäftsleitung und Unternehmensberaterin über Führungs- und Coachingerfahrung, hält sie in ihrem Wahlprospekt fest. Sie will «weitsichtig planen und sorgfältig mit Ressourcen und Mitteln umgehen. Verständlich und ehrlich kommunizieren und zeitnah informieren».
Ihr Herausforderer, Benjamin Haber-thür, war früher Vorstandsmitglied der FDP, kandidiert nun parteilos und kann dabei gemäss Wahlunterlagen auf die Unterstützung der SVP zählen. Der Bauingenieur und Unternehmer möchte «Transparenz und Ehrlichkeit durch eine nachvollziehbare Politik» und setzt sich für «gesunde Finanzen» ein. Er war Präsident der Baukommission und ist in Sportverbänden tätig. Er brachte in Leserbriefen zum Ausdruck, dass er für die Arbeit der Exekutive weniger Emotionalität und mehr Sachverstand zum Wohle der Gemeinde fordert.
Sechs Gemeinderatsmitglieder treten wieder an
Von den sieben Gemeinderatsmitgliedern treten alle bis auf Thomas Zeis von der SP wieder an. Seine Partei möchte ihre zwei Gemeinderatssitze mit Brigitta Küry und Niklaus Gafner verteidigen. Küry ist im Gemeinderat für das Ressort Soziales und Gesundheit zuständig. Gafner möchte «als systemisch-lösungsorientierter Coach das grosse Ganze im Blick behalten und nachhaltige, tragfähige Lösungen entwickeln».
Die FDP schickt neben Tanja Steiger ihren Gemeinderat Kurt Schwyzer sowie die beiden Kommissionsmitglieder Pascal Lang und Gnanasekaran Yogarajah ins Rennen. Schwyzer betreut das Ressort Hochbau, Raumplanung und ist Delegierter der Verkehrs- und Raumplanungskommission Leimental. Die FDP-Mitglieder werben damit, dass sie anpacken und die Gemeinde vorwärts bringen. Pascal Lang verweist auf seine Kompetenzen als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros. Er könne wichtige Inputs in die Arbeit des Gemeinderates einbringen und Hofstetten-Flüh «wieder in eine florierende Richtung lenken», sagt er. Auch der IT-Spezialist Gnanasekaran Yogarajah tritt an, um etwas zu bewegen. «Ich möchte die Gemeinde ins digitale Zeitalter führen». Dadurch könnten die Effizienz gesteigert und Transparenz geschaffen werden. Die Gemeinde habe bisher bei der Digitalisierung «den Zug verpasst», gibt er zu bedenken.
Listenverbindung
Die SVP setzt auf Statthalterin Andrea Meppiel, welche die Politik auch von ihrer Arbeit als Kantonsrätin her kennt, und auf die beiden Kandidaten Heiko Keck und Paul Büeler. Keck ist Verfahrensleiter bei der Basler Kantonspolizei und brachte seine Inputs in der Kommission für Jugend, Kultur und Sport ein, ausserdem amtet er als Ersatzgemeinderat. Büeler ist Ingenieur, hat eine Immobilienunternehmung und präsidierte die Bau- und Planungskommission. Meppiel führt das Ressort Bildung und ist im Vorstand des Zweckverbandes Schulen Leimental. Ihr ist wichtig, «dass sich die Schule auf ihren Bildungsauftrag konzentrieren und die Schulraumerweiterung umgesetzt werden kann». Sie engagiert sich «für einen umsichtigen Umgang mit den Steuergeldern». Mit auf der Liste der SVP sind auch Ramon Gazzotti und Benjamin Haberthür. Beide bezeichnen sich aber als parteilos. Die SVP hat zudem eine Listenverbindung mit Einzelkandidat Benjamin Thoma. Des Weiteren tritt der Parteilose Daniel Spiess mit einer eigenen Liste an. Die Mitte Partei schickt ihre bisherigen Ratsmitglieder Stephan Hasler und Saskia Aebi-Stöcklin und Markus Stöckli ins Rennen. «Kontinuität halte ich in unserer Lage für wichtig», erklärt Aebi-Stöcklin. Der bisherige Finanzchef Hasler möchte «die Gemeinde zielstrebig weiterentwickeln» und Markus Stöckli sieht sich durch seine «lösungsorientierte Art als Brückenbauer».
Zusätzliches Personal im Einsatz
Das Wahlbüro sei gewappnet, ist von Christine Winkler zu erfahren. Sie übernahm vor kurzem das Präsidium dieser Kommission. Nebst fünf gewählten Mitgliedern werden zusätzliche Personen im Einsatz stehen — die selbstverständlich mit den Kandidierenden nicht verwandt seien.


