Grenzüberschreitender Erfolg

Die beiden Vereine «Kultourtage» und «Tissage» organisierten am letzten Wochenende in Rodersdorf und Biederthal die vierte Ausgabe der «Kultourtage». Sie sind so vielfältig wie grenzüberschreitend.

Ein hochmusikalisches Dreigestirn: Mina, Namika und Saharu Ikezawa. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Ein hochmusikalisches Dreigestirn: Mina, Namika und Saharu Ikezawa. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Engagiert: Barbara Gasser, die Präsidentin des Vereins «Kultourtage».

Engagiert: Barbara Gasser, die Präsidentin des Vereins «Kultourtage».

Alle zwei Jahre stellt der Verein «Kultourtage» ein Festival auf die Beine, das sich unterdessen zum wichtigsten grenzüberschreitenden Kulturevent der Region entwickelt hat. 2019 fanden die Events in Rodersdorf statt, die damals noch auf die bildenden Künste beschränkt waren. 2021 wurden die Kulturtage um die Sparte Musik erweitert. 2022 formierte sich ein Komitee von sechs Personen, das ein Jahr später den Verein «Kultourtage» gründete. Schnell kam die Idee aufs Tapet, das elsässische Nachbarsdorf Biederthal ins Konzept einzubeziehen. Präsidentin des Vereins ist die Cellistin Barbara Gasser, die 2019 vom Kanton Solothurn den Preis für Musik erhielt. Vom 12. bis 14. September standen insgesamt 24 Punkte auf dem Programm, verteilt auf 23 Veranstaltungsorte. Von Wohnzimmern, Scheunen, Kellern, Atelier- und Kirchräumen bis zu Gärten und Wiesen war alles dabei.

Elf Ausstellungsorte

Bei diesem Festival der lokalen Superlative hatte man die Qual der Wahl. Wer von allem etwas erhaschen wollte, musste sich sputen. Offiziell wurden die «Kultourtage 2025» am Freitagabend unter den Platanen beim Gemeindehaus eröffnet. Bei den darstellenden Künstlerinnen und Künstlern reichte die Bandbreite von Collagen, Fotografie, gestickten Bildern, Linoldrucken, Malerei und Skulpturen bis zu textilen Arbeiten sowie Zeichnungen. Im «Aquarium» im Schulhaus Grossbühl waren publikumswirksam Werke in verschiedenen Techniken von Christoph Burkhart, Matthias Bosshard, Samuel Eugster und Adrienne Vilim-Touracine ausgestellt. Im Atelier des verstorbenen Bildhauers Ernst Schneider fanden sich neben dessen Objekten auch Bilder von Edmondo Savoldelli. Im sogenannten «Schoggibunker» zeigte Martin Graf neue Fotos zu «Friends of Charlie», seine Partnerin Felicitas Wernli stellte ihre grafischen Arbeiten aus; sie gestaltete auch den ansprechenden Festivalführer.

Lesungen, Konzerte und Workshops

Musikalisch startete das Programm mit der «Kleinen Gospelmesse» von Ray G. Alis, vorgetragen vom Rodersdorfer Chor. Am Samstagnachmittag konnte man beim Haus Duttle in Biederthal den Stimmen von Medea & Gaus lauschen, die eigene und gecoverte Songs sangen. Rund 60 Personen hatten sich im lauschigen Garten eingefunden. Als «Konzertchen» mit «netten Kompositionen» war «Klassik für dich und mich» in der Kirche angekündigt. Diese Affiche stellt sich als Untertreibung heraus, denn Saharu Ikezawa (Klavier) und ihre Töchter Mina (20, Cello) und Namika (16, Harfe) präsentierten ein anspruchsvolles Programm auf beachtlichem musikalischem Niveau. Überzeugend interpretierte Mina Bachs «Cello-Suite Nr. 1», und Namika erntete für die «Harfenstücke» von Alphonse Hasselmans und Deborah Henson-Conant jeweils grossen Applaus. Am Sonntag gab der Jurist und Laienpianist Samuel Jenzer sein erstes Rezital im Gemeindesaal. Es war ein humoristisch-launiger Spaziergang durch die Musikgeschichte von Bach bis Satie. Am Samstag konnte man die Workshops «Stimme Spiele» und «Papierskulpturen & Komorebi» besuchen. Vereinspräsidentin Barbara Gasser zieht folgendes Fazit: «Das Festival war ein voller Erfolg, die Erwartungen in puncto Publikum wurden übertroffen, und wir hatten Wetterglück. Das Ganze hatte etwas Feierliches.»

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