Diskussion um Gemeindeverwaltung

Kurt Schwyzer schlug vor, die Gemeindeverwaltung zusammen mit der Bauverwaltung in den östlichen Teil der Liegenschaft «altes Schulhaus» zu verlagern. Dafür hatte er im Budget 2026 der Gemeinde Hofstetten-Flüh 150000Franken eingeplant.

Bei der Beratung des Budgets 2026 stolperte Gemeinderätin Brigitta Küry über den Betrag von 150000 Franken für das Projekt «Zugvögel». Es stellte sich heraus, dass es sich um Umzugspläne der Gemeindeverwaltung handelt. Diese Woche brachte der Ressortverantwortliche, Kurt Schwyzer, das Geschäft in den Gemeinderat. «Es ist nicht mein Projekt. Aber es gehört in mein Ressort», sagte Schwyzer.

Synergien und Kosteneinsparungen

Das Projekt fusse auf dem Wunsch, die Gemeindeverwaltung und die Bauverwaltung örtlich zusammenzulegen «zwecks Gewinnung von Synergien und Zusammengehörigkeit», und es sei ein Vorschlag zum Kostensparen. «Durch Unterbringung der Bauverwaltung in gemeindeeigenen Räumlichkeiten sparen wir jährliche Mietkosten von 22500 Franken», erklärte Schwyzer. Die Verwaltung habe drei Optionen geprüft: eine räumliche Erweiterung der bisherigen Gemeindeverwaltung nach Westen, den Umbau des Probelokals zu Bauverwaltung und Empfang sowie den Umbau des östlichen Baukörpers des «alten Schulhauses». Der Bauverwalter gehe davon aus, dass die Variante «Anbau» die teuerste Variante wäre. Die zweite Variante habe man ebenfalls verworfen. «Hier müsste der Einbruchschutz erhöht werden und die Einsehbarkeit von aussen müsste mit kostspieligen Massnahmen verringert werden. Der Raum ist zudem akustisch als Musikraum ausgelegt, was wiederum den akustischen Anforderungen an Büroräume nicht entspricht», sagte Kurt Schwyzer und ergänzte: «Ein grosser Nachteil wäre auch der Wegfall des Raumes für andere Nutzungen. Die Vereine, die den Raum als Probelokal benutzen, müssten anderswo untergebracht werden. Ausserdem könnte der Raum nicht mehr für Anlässe im Mammut genutzt werden.» Die dritte Variante, also die Verlagerung in den östlichen Teil der Liegenschaft «altes Schulhaus», biete ausreichend Platz für Gemeinde- und Bauverwaltung. «Hier liegt eine Kostenschätzung aufgrund von Richtofferten vor. Die Kosten belaufen sich auf 146000 Franken. Es sind vorläufig keine Dämmungsarbeiten vorgesehen.» Was mit den bisherigen Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung geschehen soll, liess Kurt Schwyzer offen, meinte aber: «Es gibt Ideen, diese zu vermieten oder Vereinen oder Organisationen zur Verfügung zu stellen». Schwyzer beantragte beim Gemeinderat, «der Verlegung und Zusammenlegung von Gemeindeverwaltung und Bauverwaltung in den östlichen Trakt des alten Schulhauses in Hofstetten zuzustimmen und dafür einen Betrag von 150000 Franken in die Investitionsrechnung aufzunehmen. «Mit Blick auf die verschiedenen Varianten hinsichtlich Anforderungen der Verwaltung und des finanziellen Aspektes erscheint diese Variante als die sinnvollste».

Ein Schritt Rückwärts

Der Vorschlag stiess bei der Mehrheit der anwesenden Ratsmitglieder auf Skepsis. Sie brachten zum Ausdruck, dass es zu viele offene Fragen und auch Vorbehalte gibt. «Das Projekt ist nicht ausgereift und es wäre ein Schritt rückwärts — von Lokalitäten mit einem guten Standard in ein Gebäude aus den Sechzigerjahren», sagte Willy Schwyzer, der als Ersatzgemeinderat den Parteilosen Daniel Spiess vertrat. Brigitta Küry wunderte sich darüber, dass die Gemeindeverwaltung freie Kapazitäten habe, um ein Projekt von dieser Tragweite zu stemmen. «Es gibt so viele Baustellen auf der Verwaltung zur Verbesserung der Prozessabläufe», meinte sie. Ausserdem bemängelte sie, dass man bei dieser Projektidee die Folgekosten nicht berücksichtigt habe. Bei allem Verständnis für den Wunsch, die beiden Verwaltungen unter ein gemeinsames Dach zu bringen: «Dieses Projekt wäre jetzt eine Zwängerei», gab sie zu Protokoll. Andrea Meppiel und Heiko Keck befürchteten, dass die genannten Kosten von 150000 Franken bei weitem nicht ausreichen würden.

Kurt Schwyzer verkündete im Anschluss an die Diskussion, seinen Antrag zurückzuziehen. Der Betrag von 150000 Franken für das Projekt «Zugvögel» wurde aus der Investitionsrechnung entfernt. Die Beratungen zum Budget 2026 werden voraussichtlich an der nächsten Sitzung abgeschlossen. Derzeit sieht das Budget 2026 einen Aufwandüberschuss von einer halben Million Franken vor — bei einem Steuerfuss von 113 Prozent.

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