Reinach
20.07.2022

Das A und O ist die Vorbereitung

Ambitioniert: Einwohnerratspräsident Csaba Zvekan will im kommenden Jahr in den Landrat. Foto: Caspar Reimer

Ambitioniert: Einwohnerratspräsident Csaba Zvekan will im kommenden Jahr in den Landrat. Foto: Caspar Reimer

Csaba Zvekan (SVP) ist der neue Einwohnerratspräsident. Er denkt darüber nach, wie sich die Parlamentssitzungen effizienter gestalten liessen.

Von: Caspar Reimer

Am Tag nach seiner Wahl zum Einwohnerratspräsidenten sprudelt Csaba Zvekan (SVP) vor guter Laune: «Ich wurde am Apéro sehr wohlwollend empfangen. Leute, von denen ich es nie gedacht hätte, umarmten mich sogar oder küssten mich ab — wohlverstanden, auch solche, die nicht in meiner Partei sind.» Als Nachfolger von Urs Künti (Mitte) wurde er mit 28 von 38 Stimmen gewählt. «Schlecht ist das Resultat nicht. Dass mir einige die Stimme versagten, hat wohl einerseits mit der Parteifarbe und andererseits damit zu tun, dass ich im politischen Betrieb noch relativ neu bin. Ich bin schliesslich erst seit drei Jahren dabei.» 2019 wurde er als Nachfolge von Caroline Mall ins Parlament gewählt, ausserdem präsidiert er seither die Reinacher SVP. Er verstehe Leute, die sich fragen: «Kann der das»? Der frischgebackene Einwohnerratspräsident weiss, dass er als Politiker bei Amtskollegen durchaus umstritten ist. «Man kann nicht allen lieb Kind sein, man hat gewisse Ansichten. Zudem befindet sich meine Partei in der Opposition.»

Sein Gang vor die Medien im Rahmen der kurzfristig abgeblasenen Steuererhöhung im Februar dieses Jahres nahmen ihm einige Einwohnerratskollegen übel. «Doch das gehört zur Politik», sagt er. «Wenn man sich exponiert, gibt es Kritik. Ich finde das aber viel besser, als eine Politik zu betreiben, die nichts zu sagen hat. Das ist doch furchtbar langweilig, übrigens auch für die Medien, oder?» Das Wochenblatt hatte anlässlich des Einwohnerratsbummels über ein Tattoo, das Zvekans rechten Unterarm verziert, berichtet. Auch das gehört für ihn zum Spiel: «Das ist doch spannend, so etwas interessiert die Leute.» Auf die Frage, ob er als Einwohnerratspräsident Parteipolitik zurückhalten könne, sagt er: «Nein, gar nicht. Ich bin mir aber bewusst, dass ich jetzt für Reinach und alle Parteien der Präsident bin. Ich möchte neutral sein.» Wie um zu beweisen, dass er auch den politischen Kontrahenten akzeptiert, sagt er: «Die SP ist personell hervorragend aufgestellt. Mit einem guten Mix aus erfahrenen und jungen Politikern.»

Kürzere Voten

Das A und O ist für Zvekan die Vorbereitung — vor den Sitzungen probe er jeweils seine Voten, damit sie klar und verständlich ankommen. «Wenn ich etwas Wichtiges zu einem Thema sagen will, muss ich mich vorbereiten. Nur so kommt die Botschaft an.» Lange, weitschweifende Reden, wie sie im Einwohnerrat teils Usus sind, stossen ihm sauer auf: Deshalb hatte er die noch unausgegorene Idee, eine Redezeitbeschränkung vorzuschlagen, was allerdings der Zustimmung des gesamten Rates bedarf. «Dies wäre im Sinne aller, weil so der Einzelne sich zwar beschränken muss, dafür aber alle, die es möchten, zu Wort kommen.» Effizienzsteigerung — etwas, das dem 54-Jährigen im Blut liegt: Zvekan ist gelernter Netzwerkadministrator; Elektronik und IT-Programmierung sind — neben der Politik — seine Leidenschaft: «Ich analysiere sehr gerne und finde hoffentlich jeden Fehler», sagt er lächelnd. «Ich möchte am liebsten alles automatisieren. Als ich vor 30 Jahren in den USA wohnte, programmierte ich eigenhändig meinen Rasensprenger, damit er automatisch anlief, wenn es nötig war.» Heute arbeitet Zvekan als selbstständiger Entwickler für Handelssoftware.

Andere Prioritäten

Csaba Zvekan stand vor seiner politischen Karriere jahrelang als Sänger auf der grossen Bühne — er führte Heavy-Metal-Bands wie Exorcism oder Metal Machine an. Diesen Teil seines Lebens hat er abgeschlossen: «Es wurde ein brotloses Geschäft. Der Return of Investment stimmte nicht mehr.» Hinzu kam, dass er zweimal Vater wurde. «Die eine Tochter ist sechs Jahre alt, geht im August in die Schule. Da setzt man die Prioritäten anders.» Auf die Frage, ob er sich als alleinstehender Vater nach einer Beziehung sehne, sagt er: «Natürlich wäre es schön. Aber eine Freundin braucht viel Zeit. Und davon habe ich wahrscheinlich zu wenig.» Wenn der Reinacher nicht gerade politisiert oder an Netzwerken tüftelt, widmet er sich der Fotografie. Ein weiteres Thema, das ihn interessiert. Und: Bei den Landratswahlen im kommenden Jahr kandidiert er für die SVP Baselland und seinen Wahlkreis Reinach, Aesch und Pfeffingen.

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