Reinach
14.08.2019

Ökologisch und sozial: Mit Recycling-Seifen Leben retten

Möchten zeigen, was eine rezyklierte Seife bewirken kann (v. l.):  Sandra Bloch, Anne-Marlen Riemensperger und

Möchten zeigen, was eine rezyklierte Seife bewirken kann (v. l.): Sandra Bloch, Anne-Marlen Riemensperger und

Drei junge Frauen aus Reinach verkaufen Recycling-Seifen, um Seifenspenden in Gebiete mit schlechten hygienischen Bedingungen zu unterstützen.

Isabelle Hitz

Um die 120 Tonnen Seife aus Schweizer Hotels landen alljährlich im Abfall. Weltweit werden täglich Millionen Hotelseifen auf Deponien geworfen. Andererseits sterben laut Unicef jährlich mehr als 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Durchfall- und Infektionskrankheiten, die durch einfaches Händewaschen mit Seife verhindert werden könnten, erklärt Anne-Marlen Riemensperger, Gründerin und CEO von maintenir. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, gründeten Anne-Marlen Riemensperger, Christina Lagger und Sandra Bloch aus Reinach das Miniunternehmen maintenir. Mit Herzblut und viel ehrenamtlichem Engagement verkaufen die drei jungen Frauen Recycling-Seifen, um die Non-Profit-Organisation SapoCycle zu unterstützen. SapoCycle bezieht Seifenabfälle von Schweizer Hotels und lässt sie im Wohnwerk Basel von Menschen mit einer Einschränkung recyceln. Die Recycling-Seifen spendet SapoCycle an verschiedene Hilfsorganisationen, die sie in Gebiete mit schlechten hygienischen Bedingungen verteilen. Bei der Verteilung an Bedürftige achtet SapoCycle auf Nachhaltigkeit und auch darauf, dass die lokale Seifenproduktion vor Ort nicht konkurrenziert wird. Durch sortenreines Recycling können die Inhaltsstoffe deklariert werden, und regelmässige bakteriologische Untersuchungen garantieren ein hygienisch einwandfreies Produkt.


Firmengeschenke und Weihnachtsmarkt

Anne-Marlen Riemensperger, Christina Lagger und Sandra Bloch von Maintenir beziehen Seifen von SapoCycle, verpacken sie umweltschonend und liebevoll und verkaufen sie. Die Einnahmen spendet maintenir an SapoCycle, um deren humanitäres Engagement zu unterstützen. Jede Seife ist mit einem Etikett mit Slogans wie «Ich hab dich lieb» oder «e suuberi Sach» versehen und deutet so auf ihre besondere Mission hin. Dorothee Schiesser von SapoCycle ist begeistert und dankbar über die Unterstützung von maintenir. «Das ist eine sehr wichtige Stufe in der Entwicklung von SapoCycle», betont Schiesser.


Sozial und regional

Am liebsten verkauft das Trio an regionalen Märkten, erklärt Anne-Marlen Riemensperger. Denn Käufer, die über die ökologische, soziale und humanitäre Aufgabe der Seifen aufgeklärt werden, sind eher bereit, den stolzen Preis von 9.50 Franken pro Stück auszugeben. Auch Aufträge von Firmen nimmt maintenir gerne entgegen. Letztes Jahr durfte Maintenir die Weihnachtsgeschenke für die Klixa AG machen, was die jungen Unternehmerinnen sehr gefreut hat.
Nun, da die Matura überstanden ist, ist das Team von maintenir voll Tatendrang. Trotz des bevorstehenden Studiums sind Riemensperger, Bloch und Lagger zuversichtlich, dass sie genügend Zeit für ihr Engagement finden werden. «Es ist ja sozusagen unser Hobby», erklärt Sandra Bloch. Die Seifen von maintenir gibt es im Fairtrade-Laden Claro im Strittgässli in Reinach oder im Webshop Apartix. Gerne darf man sich aber auch direkt bei maintenir melden: info@maintenir.ch.


 www.main-tenir.ch