Dornach
15.05.2019

Bedeutendes Doppeljubiläum

Umfangreiche Sanierungen geplant: Das 1949 in der alten Pfarrkirche St. Mauritius von Albin Fringeli mitbegründete Heimatmuseum Schwarzbubenland soll ein neues, interaktives Ausstellungskonzept erhalten. Foto: Thomas BrunnschweilerFast in Vergessenheit geraten:  Schriftsteller Albin Fringeli. Foto: ZVG

Umfangreiche Sanierungen geplant: Das 1949 in der alten Pfarrkirche St. Mauritius von Albin Fringeli mitbegründete Heimatmuseum Schwarzbubenland soll ein neues, interaktives Ausstellungskonzept erhalten. Foto: Thomas Brunnschweiler

Fast in Vergessenheit geraten: Schriftsteller Albin Fringeli. Foto: ZVG

Anlässlich des Internationalen Museumstages am 19. Mai finden im Heimatmuseum Schwarzbubenland die Gedenkfeier 70 Jahre Heimatmuseum sowie diejenige zum 120. Geburtstag von Albin Fringeli statt.

Thomas Brunnschweiler

Das am 11. Juni 1949 in der alten Pfarrkirche St. Mauritius eröffnete regionale Heimatmuseum des Schwarzbubenlandes ist untrennbar mit dem Namen von Albin Fringeli verbunden. Neben Emil Wiggli und Dr. Otto Kaiser war insbesondere der Bezirkslehrer, Kalendermann und Dichter Albin Fringeli Promotor, Förderer und Unterstützer der Idee eines Schwarzbubenmuseums. Der Kanton Solothurn konnte 1940 das ehemalige Gotteshaus zum Preis von 5000 Franken erwerben und übergab es einer Stiftung, bei der Solothurn massgebliche Finanzierungshilfe und Unterstützung leistete. Seit rund zehn Jahren ist Dr. Hans Voegtli aus Dornach Präsident der Stiftung. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung und der Zunahme von Dorfmuseen ist das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung des Museums in Dornach verblasst. Die Unterstützung des Kantons beschränkt sich auf Subventionen im denkmalpflegerischen Unterhalt. Die Schwarzbubengemeinden beteiligen sich ebenfalls am Heimatmuseum. Was sind die Schwerpunkte? Voegtli erklärt: «Schwerpunkte sind die Schlacht bei Dornach 1499, der in Dornach begrabene Naturforscher Moreau de Maupertuis und der Geologe Amanz Gressly.» Die Betreuung des Museums basiert auf ehrenamtlicher Arbeit. «Wir haben momentan zwei grosse Baustellen», sagt Voegtli, «die Sanierung des Daches, die in Vorbereitung ist, und die Innenausstattung, die sich praktisch seit 1949 nicht verändert hat.»


Museum bricht zu neuen Ufern auf

Tatsächlich ist die Ausstellung museologisch nicht mehr zeitgemäss. «Es fehlt insgesamt ein roter Faden», so Voegtli. Der Stiftungsrat hat nun das Büro Miozzari, Basel, eine Konzeptstudie erarbeiten lassen. Die 3D-Visualisierung der Entwicklung des Schlosses Dorneck ist ein erster Schritt, dem weitere folgen sollen. Insbesondere soll die Darstellung um interaktive und audiovisuelle Elemente ergänzt werden. Das Fehlen einer Heizung, von fliessendem Wasser und einer WC-Anlage stellt für die Attraktivität des Museums ein Handicap dar. Man wird beim neuen Konzept wohl auf gewisse Ausstellungsstücke verzichten müssen. Wichtig ist, dass das Heimatmuseum wieder ins Bewusstsein des ganzen Schwarzbubenlandes und des Laufentals rückt. «Der Stiftungsrat ist von den Bezirken her paritätisch besetzt und der Mitbegründer Albin Fringeli ist ein wichtiges Verbindungsglied zum Thierstein.»


Der unterschätzte Albin Fringeli


Albin Fringeli (1899–1993) wuchs in einer Bauernfamilie auf, besuchte in Solothurn das Lehrerseminar und studierte anschliessend in Basel und Paris. Danach lebte er in seinem Heimatort Bärschwil, arbeitete über vierzig Jahre als Bezirkslehrer in Nunningen und verfasste – zum Teil in Schwarzbubendeutsch – Lyrikbände, Festspiele, Essays und heimatkundliche Werke. Ab 1923 gab er das Jahrbuch «Dr Schwarzbueb» heraus. Fringeli war fest mit seiner Heimat verbunden und doch auch Weltbürger. Er erhielt zahlreiche wichtige Auszeichnungen, darunter die Ehrendoktorwürde der Universität Basel. Leider geriet Fringeli als Schriftsteller in Vergessenheit. Zeit, sich seine Werke wieder in Erinnerung zu rufen.

Gedenkfeier 70 Jahre Heimatmuseum und 120 Jahre Albin Fringeli, Heimatmuseum Schwarzbubenland Dornach, 19. Mai, 10.15 Uhr.
www.heimatmuseum-dornach.ch