Aesch/Dornach/Münchenstein: Feuersbrunst
13.03.2019

Nur Teile des Birsecks im Flammenmeer

Lodernde Fasnachtsflammen: Die heisse Feuerpracht zog in Aesch Gross und Klein in ihren Bann.  Foto: Thomas Brunnschweiler

Lodernde Fasnachtsflammen: Die heisse Feuerpracht zog in Aesch Gross und Klein in ihren Bann. Foto: Thomas Brunnschweiler

In Aesch, Dornach und Münchenstein wurde am Sonntag die Fasnacht traditionsgemäss mit einer mächtigen Feuersbrunst verabschiedet. In Arlesheim jedoch musste der Anlass abgesagt werden.

Thomas Brunnschweiler

Das Abrennen des Fasnachtsfeuers ist vor allem bei Familien ein beliebter Anlass und die Vorfreude darauf jeweils gross. Entsprechend betrübt war man am Sonntag in Arlesheim, wo aufgrund stürmischer Winde das Spektakel abgesagt werden musste. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet, wird noch bekannt gegeben.

Anders in Aesch, dort konnte der Anlass wie vorgesehen durchgeführt werden. In Aesch ist das Fasnachtsfeuer jeweils besonders gross und weitherum sichtbar. Noch eine Stunde vor Abmarsch zum Fasnachtsfeuerplatz auf dem Göstenrain war eine Regenfront über das Birseck gezogen. Aber um 19 Uhr war es trocken und rund 50 Personen folgten einer vereinigten Guggen-gruppe, bestehend aus Revoluzzern und Birspfupfern. Nur die Fackeln wollten nicht alle richtig brennen. Oberhalb des riesigen Holzstosses stand ein geräumiges Zelt, in dem die Ratzeputzer Getränke, Fleischspiesse und Würste anboten. Unterdessen waren es über 70 Personen, die auf das Anzünden des Holzstosses warteten. Bald schon leckten die Flammen am Holz und innert Kürze stand der Stoss in Flammen. Nicht lange darauf explodierte die Figur auf der Spitze, die irgendwie an den Böögg in Zürich erinnerte. Sie stellte die Schlössli-Schränzer mit einem Wegweiser nach Basel dar. Offenbar hat sich diese Gugge entschieden, sich mehr nach Basel zu orientieren; ein ironischer Seitenhieb. Gross und Klein bestaunten das Lodern der Flammen und wagten sich langsam näher an das enorm heisse Feuer.

Herkunft der Stägglibuebe

Die Stägglibuebe waren ursprünglich Wehrpflichtige, die erstmals in den Militärdienst einrücken mussten. In der Nacht nach der Aushebung trieben sie dann allerlei Schabernack. Heute gibt es auch Mädchen des betreffenden Jahrgangs, die Stägglimeitli sein können. Leider nimmt das Interesse an diesem Brauch immer mehr ab und das Wehrwesen unterliegt heute zeitlich individuellerer Planung. Die Stägglibuebe sind seit je auch für das Fasnachtsfeuer verantwortlich. Dazu gehört das Bewachen des Holzstapels. Man will damit verhindern, dass sich die Stägglibuebe einer Nachbargemeinde anschleichen und den Holzstoss vorzeitig in Brand setzen. In Aesch ist das länger nicht mehr vorgekommen. Die Stägglis, wie sie auch genannt werden, bestreiten auch ein Beizli, wo sich das Publikum stärken kann. «Stäggli» geht womöglich auf die Zeit Napoleons zurück. Junge Männer mussten blind «Stäggli» ziehen. Wer ein kurzes abbekam, musste für Napoleon in den Krieg ziehen. Diese Herleitung entbehrt jedoch zuverlässiger Quellen. Wie auch immer: Das Fasnachtsfüür 2019 war für die Organisatoren ein Erfolg. Man wünscht sich, dass es in Aesch und anderswo wieder mehr Nachwuchs für diese schöne Tradition gibt.