Aesch: Musik
27.02.2019

Der Gospelkönig und seine Tochter Ronja weckten grosse Emotionen

Vollblutmusik braucht keine aufwendige Bühnenshow: Ronja Borer und Bo Katzman vermochten mit ihrer leidenschaft-

Vollblutmusik braucht keine aufwendige Bühnenshow: Ronja Borer und Bo Katzman vermochten mit ihrer leidenschaftlichen Performance restlos zu begeistern. Foto: Chantal Frei, PrettyMe

Zwei leidenschaftliche Musiker, Standing Ovations und ein restlos begeistertes Publikum: Bo Katzman und Tochter Ronja Borer sorgten im Schloss-Chäller für aussergewöhnlichen Musikgenuss.

Isabelle Hitz

Jahrzehntelang war Gospelkönig Bo Katzman in den grössten Sälen der Schweiz mit seinem Chor unterwegs. Mit dem neuen Musikprogramm «Double Emotion» steht der erfolgreiche Künstler aus dem Baselbiet nun mit seiner Tochter Ronja – seiner «Lieblings-Gesangspartnerin» – auf der Bühne. Die Kulturkommission Aesch hat das aussergewöhnliche Vater-Tochter-Gespann am Freitagabend in den Schloss-Chäller geladen und dem Publikum damit einen hochkarätigen musikalischen Abend in familiärer Atmosphäre ermöglicht.

Mitsingen und mitklatschen erwünscht

Bereits beim ersten Lied ist klar: Bo Katzman versteht es wunderbar, das Publikum miteinzubeziehen. «Ich sehe euch nicht, weil mich das Licht blendet, aber ich spüre euch», begrüsst er die Zuhörer im Schloss-Chäller. Und dass dies nicht nur eine Floskel ist, beweist das Duo an diesem aussergewöhnlichen Abend stets aufs Neue. Mit Humor und Publikumsnähe gelingt es den beiden spielerisch, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und die Besucher zu berühren. Mit «Try for the sun» von Donovan beginnt Bo Katzman seine musikalische Zeitreise. Dieser Song habe ihm als siebzehnjähriger Strassenmusikant am meisten Erfolg gebracht. Wie die Passanten damals Ende der Sechzigerjahre sind auch die Zuhörer/-innen sofort begeistert. Für Bob Dylans «Blowin’ in the Wind» betritt dann auch Tochter Ronja mit ihrer Ukulele die Bühne. «Ihr dürft ruhig mitsingen beim Refrain. Es muss nicht schön sein, auch schön wüst ist schön», scherzt Katzman. Eine Aufforderung, der man gerne nachkommt.

Mal im Duett, mal solo begeistern die beiden Musiker mit bekannten Evergreens, Gospels, Jazz und Liedern aus Katzmans Feder. Dazwischen erzählt Bo Katzman Anekdoten und Erlebnisse aus seinem Musikerleben und liest kurze Passagen aus seinem Buch «Zwei Minuten Ewigkeit» vor.

Leidenschaft und Professionalität

Erzählung und Gesang verweben sich so zu einem bunten, unterhaltsamen Teppich. Spätestens bei Bette Midlers «The Rose» ist klar, dass Ronja Borer ihrem Vater in Professionalität und musikalischem Talent in nichts nachsteht. Mit ihrem warmen Sopran und einer beeindruckenden Vielseitigkeit begeistert sie das Publikum stets aufs Neue, sei es mit dem jazzig angehauchten Song «Hallelujah, I love her so» von Ray Charles oder mit verblüffenden Jodlereinlagen.

Einen besonderen Höhepunkt bietet die junge Musicaldarstellerin mit einem wundervollen «Think of me» aus dem Phantom der Oper, das ihr nicht enden wollender Applaus und Standing Ovations einbringt. Es folgt ein von Katzman gerappter Negro Spiritual mit 7000 Wörtern, bevor bei Leonard Cohens «Hallelujah» noch einmal der ganze Schloss-Chäller begeistert mitsingt. Die Stimmung ist bestens und der Abend viel zu schnell vorbei. Nach zwei Zugaben tritt das Publikum dankbar und beschwingt den Heimweg an.

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