Münchenstein: Kultur
16.01.2019

Beschwingt durch die Nacht

Sanftes Schaukeln: Auf den drei übergrossen farbigen Stühlen der Installation «Boum Tchak Bam» beim Haus der elektronischen Künste kann man Platz nehmen und schaukeln, während Klänge und Geräusche das Schwingen begleiten  Foto: hek.ch

Sanftes Schaukeln: Auf den drei übergrossen farbigen Stühlen der Installation «Boum Tchak Bam» beim Haus der elektronischen Künste kann man Platz nehmen und schaukeln, während Klänge und Geräusche das Schwingen begleiten Foto: hek.ch

Morgen heisst es raus in die Nacht und ab ins Museum. In Münchenstein locken künstlerische Unterhaltung auf hohem Niveau und eine Premiere: Erstmals öffnet die Schule für Gestaltung die Tore in ihrer neuen Dependance.

Milos Mihajlovic

Morgen Freitag werden an der Museumsnacht in Basel und Umgebung wieder Menschenmassen mit neugierigen Blicken um die Häuser ziehen. Auch in Münchenstein steppt der Bär: Im Herzen der Meriangärten wartet im Mühlemuseum Balz Aliesch mit seinem Theaterstück «The Queen’s Visit» auf. Hier verwebt sich Wahres mit Fiktion. Es basiert auf dem königlichen Besuch von Elizabeth II. im Jahre 1980 in der Grün 80. Von dort gehts dann thematisch gesehen weiter in hinzugesponnene Gefilde. Weiter geht es auf das Dreispitz-Areal, wo Unterhaltung auf hohem gestalterischem Niveau angesagt ist: Auf der Plattform vor dem Haus der elektronischen Künste HeK laden überdimensionale Klangschaukelstühle von Camille Scherrer ein, näherzukommen, Platz zu nehmen und die Musik zum Schaukeln – Pardon – zum Erklingen zu bringen. Indes wird im Untergeschoss Coralie Ehinger am Theremin, einem berührungslos spielbaren, elektronischen Musikinstrument ein paar Takte zum Besten geben. Probieren und selber spielen ist vor und nach dem Konzert am aussergewöhnlichen Instrument erlaubt.

Überraschung im Transitlager

Ein paar Meter weiter entfernt hebt die Schule für Gestaltung Basel das Sektglas zur Premiere: Sie ist erstmals als Gastinstitution an der Museumsnacht mit dabei. Nach dem Umzug des Basler Museums für Gestaltung vom Petersgraben ins Transitlager auf dem Dreispitz ist nun der Zeitpunkt gekommen, die Tore für das Publikum zu öffnen. Nach dem Motto «Wir sind nachtaktiv» taucht das Publikum in die Welt der Gestaltung ein. «Etwas, das alle Sinne anspricht. Etwas zum Sehen, etwas zum Hören und noch viel mehr», erklärt der Kommunikationsbeauftragte Christian Platz. Bewundern dürfen die Besucher nämlich Animationsvideos, gestalterische Arbeiten in zweidimensionaler Form und Klanginstallationen der Schüler der ehemaligen Kunstgewerbeschule. Zudem hat sich das Team der Bibliothek eine Überraschung für die Besucher ausgedacht. «Mehr darf ich leider nicht verraten. Nur so viel: Es wird etwas Interaktives sein», so Platz. Man darf also gespannt sein. Doch neben all der Euphorie im Vorfeld gilt es auch eine Träne zu verdrücken: Dieses Jahr ist das Sportmuseum nicht dabei, nachdem es sich von der Bildfläche verabschiedet hat und sich nun in Liquidation befindet. «Wir bedauern, dass das Sportmuseum nach der Beendigung der Subvention von Baselland und Basel-Stadt für sich keine tragfähige Form für die Zukunft gefunden hat», sagt Isabel Drews von der Abteilung Kultur des Kantons Basel-Stadt. Die Museumsnacht startet morgen Freitag um 18 Uhr und dauert bis 2 Uhr. Weitere Infos finden Sie unter: www.museumsnacht.ch.