Münchenstein: Gesellschaft
21.06.2017

Beim Kids Day hats gefunkt

Konzentriert und mit Feingefühl: Mädchen beim Löten.  Foto: ZVG

Konzentriert und mit Feingefühl: Mädchen beim Löten. Foto: ZVG

Beim Kids Day im EBM- Museum kamen 22 Kinder technisch voll auf ihre Kosten. 15 Helfer weihten die Kids in die Geheimnisse der Solartechnik, des Funkens und der Peilung ein.

Thomas Brunnschweiler

Seit Guglielmo Marconi 1895 die erste Funkverbindung gelang, sind 122 Jahre vergangen. Heute vergisst man gerne, dass mit der Funktechnik die kommunikative Globalisierung schon lange vor dem Internet und dem Smartphone Realität war. Für Funkamateure hat die Faszination dieser Übertragungsart von Informationen noch nichts von ihrer Faszination verloren. So bot der Funk-Amateur-Club Basel am Samstag mit ihrer Untergruppe HB9KIDS zum dritten Mal 22 Kindern die Möglichkeit, selbst einmal in den Äther zu gehen und sich mit der Welt in Verbindung zu setzen. Vier Funkamateure leiteten die Kinder an. Dass diese überhaupt funken dürfen, ist nicht selbstverständlich. Das Bakom erteilte der Funkgruppe HB9KIDS eine Sonderbewilligung.


Interessante Tätigkeiten

Nach der Einteilung in zwei Gruppen ging es am Morgen und am Nachmittag jeweils mit vertauschten Rollen in zwei thematische Projekte. Einerseits beanspruchte der Bau und das Bemalen eines kleinen Solarbootes zweieinhalb Stunden Zeit, andererseits konnten die Kinder in Workshops löten, funken und peilen lernen und sich im EBM-Museum über die Geschichte der Elektrizität kundig machen. Vor allem vom Solarbootbau konnten sich die Kinder kaum losreissen.

Neben dem Chatten ohne Handy und Computer am Funkgerät durften die Teilnehmer mittels Peilung den Schatz der Piraten suchen. Im Gelände waren einige Peilsender (sogenannte Füchse) versteckt. Auch diese Aufgabe meisterte der technikbegeisterte Nachwuchs mühelos. An einer weiteren Station galt es, einen elektronischen Würfel zu löten. Der Kids Day dauerte von 9 bis 17 Uhr. Die Mittagspause wurde genutzt, bei Speis und Trank herzhaft zuzulangen und sich über die am Morgen gemachten Erfahrungen auszutauschen. Zum Abschluss erhielten alle ein Zertifikat als Beglaubigung ihrer Mitwirkung. Martin Jenzer von der Untergruppe HB9KIDS setzt sich stark für die Kinder- und Jugendförderung ein. Seine Bilanz war positiv: Die Kinder fanden den Tag «super». «Ein Kind sagte, es wolle Elektroniker werden, und ein anderes, es strebe die Funkprüfung an», so Jenzer. Bezüglich der Motivation für die Elektronik hat es also am Kids Day mächtig gefunkt.

«Die EBM hat die Infrastruktur zur Verfügung gestellt», verdankte Jenzer, «und das Jugend-Elektronik- und Technikzentrum Muttenz hat uns Bausätze gespendet.» Beim Kids Day 2017 waren schon doppelt so viele Kinder beteiligt wie 2016. Die ersten beiden Events fanden auf dem Bruderholz und auf dem Dreispitzareal statt. Der nächste Kids Day ist in Liestal geplant.
 www.hb9kids.ch