Arlesheim: Umwelt
06.06.2012

Alten Gemüsesorten auf der Spur

Gartenparadies: In dem rund 800 Quadratmeter grossen Nutz- und Schaugarten gedeiht eine grosse Vielfalt an alten Gemüsesorten, Küchenkräutern sowie Heil- und Zierpflanzen, die von Nicole Söll (links) und Michaela Spaar gepflegt wird.  Foto: Isabelle Hitz

Gartenparadies: In dem rund 800 Quadratmeter grossen Nutz- und Schaugarten gedeiht eine grosse Vielfalt an alten Gemüsesorten, Küchenkräutern sowie Heil- und Zierpflanzen, die von Nicole Söll (links) und Michaela Spaar gepflegt wird. Foto: Isabelle Hitz

Der Arlesheimer Bauerngarten wurde ins Schaunetz der «Pro Specie Rara»-Sorten-Gärten aufgenommen.

Isabelle Hitz

Neben der Trotte, im Zentrum von Arlesheim, wartet ein bezauberndes Gartenparadies darauf, entdeckt zu werden. In den sechs von Buchshecken eingefassten Beeten blühen Rosen, Lavendel und Mohn bunt gemischt mit seltenen Gemüsen wie Etagenzwiebeln, Speisechrysanthemen oder Zuckerwurzeln. Der frei zugängliche Garten auf dem Areal des ehemaligen Friedhofs zeigt, wie ein Baselbieter Bauerngarten vor 1850 ausgesehen haben könnte.

Michaela Spaar, Biologin, und Nicole Söll, Kunsthistorikerin und Feldbotanikerin, leiten den Garten seit drei Jahren und machen auch Führungen und Workshops, so zum Beispiel am 22. Juni zum Thema Heilende Sonnwendpflanzen für den Hausgebrauch. Die beiden begeisterten Hobbygärtnerinnen mit Heilpflanzenausbildung bewirtschaften mit ihren ehrenamtlichen Helfern den Garten biologisch-dynamisch und haben vor zwei Jahren begonnen, den Schwerpunkt auf «Pro Specie Rara»-Gemüse zu legen. Inzwischen kann man im Arlesheimer Bauerngarten um die 40 alte und teilweise beinahe in Vergessenheit geratene Gemüsesorten bestaunen. Seit Anfang Jahr gehört der Bauerngarten zu den «Pro Specie Rara»-Sorten-Gärten. Wie Nicole Egloff, Medienverantwortliche von Pro Specie Rara erklärt, soll das Schaunetz den Menschen die alten Sorten in einer natürlichen Umgebung näher bringen. Weitere Sorten-Gärten in der Region Basel sind die nationale Beerensammlung in Riehen, der Bauerngarten Lange Erlen und der Staudengarten im Neuen Wenken in Riehen.


Gartenmelde und Roter Feurio

«Pro Specie Rara»-Sorten sind seltene, alte Pflanzensorten, unter denen sich oftmals spezielle Kuriositäten oder fast vergessene Raritäten befinden. Diese alten Kostbarkeiten gerieten im 20. Jahrhundert durch neue Anbaumethoden und die industrielle Verarbeitung in Vergessenheit. Nicole Söll und Michaela Spaar fasziniert an den «Pro Specie Rara»-Sorten ihr spezielles Aussehen und auch der besondere Geschmack, ein Nachteil der Sorten sei, dass sie sich schlecht lagern lassen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sie aus dem modernen Gartenbau beinahe verschwunden sind. Auffallend ist das viele Rot und Violett, das bei den neueren Gemüsezüchtungen nicht mehr so oft vorkommt, erklären Söll und Spaar. So zum Beispiel bei der roten Gartenmelde, einem Vorläufer des Spinats, oder beim Blauschokker, einer Palerbsensorte mit violetten Blüten und dekorativen blauen Hülsen. Auch der Rote Feurio, ein Stielmangold, ist mit seinen leuchtenden Stängeln Schmuck und Gemüse gleichzeitig.

Damit die genetische Vielfalt der alten Sorten erhalten bleibt, müssen die «Pro Specie Rara»-Gärtnerinnen auch Saatgut aus ihren Gärten produzieren und zur Verfügung stellen. Söll und Spaar besuchen dazu den Samenbaukurs. Der Bauerngarten wurde 1996 im Auftrag der Gemeinde Arlesheim angelegt und bietet ehrenamtlichen Helfern mit Gartenerfahrung die Möglichkeit selber mit anzupacken und dafür mit erntefrischen seltenen Gemüsen belohnt zu werden. www.psrara.org

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