Aesch: Kunst
14.03.2018

Liebe zu Basel wird Kunst

Breit gemalt: Roland Schmutz vor seinem 7,30 m langen 3-D-Pop-Art-Bild.  Foto: thomas Brunnschweiler

Breit gemalt: Roland Schmutz vor seinem 7,30 m langen 3-D-Pop-Art-Bild. Foto: thomas Brunnschweiler

Roland Schmutz aus Aesch zeigt in der Markthalle Basel das wohl längste 3-D-Pop-Art-Bild von Basel. Das Hauptmotiv zur Ausführung des Monsterwerks war seine Liebe zur Stadt am Rheinknie.

Thomas Brunnschweiler

Wer vor dem 3-D-Pop-Art-Bild «Unser Basel» steht, ist von dessen Buntheit und der Detailbesessenheit des Künstlers fasziniert. Dass Roland Schmutz seine Heimatstadt Basel liebt, teilt das Bild den Betrachtenden gleich selbst mit. Was es auf dem Wimmelbild zu entdecken gibt, ist erstaunlich. Neben den Fähren, dem Feuerwehrschiff und anderen Schiffen entdeckt man auch Nessie im Rhein. Auf einem Boot sitzen Roger Federer, Dani von Wattenwyl und Jörg Schild. Neben prominenten und weniger prominenten Baslerinnen und Basler tauchen auch alle wichtigen Gebäude auf. Selbstverständlich darf die Fasnacht nicht fehlen.

Rahmensprengende Dimension

Roland Schmutz arbeitete mit Fotos und Google Earth, um die Gebäude möglichst genau zu platzieren. Er erlaubte sich aber künstlerische Freiheiten. Gewisse Abschnitte am Rhein sind verkürzt. Neben der räumlichen Ausdehnung gibt es auch die zeitliche, die sich vom Winter über die Fasnacht bis zur Herbstmesse erstreckt. «Ich wollte aus Liebe zu Basel diese Stadt in einem einzigen Bild einfangen», sagt Schmutz.


Das gerahmte Bild «Unser Basel», bei dem viele Ausschnitte dreidimensional ausgeklappt sind, ist 7,30 Meter lang und 65 Zentimeter hoch. Es hat damit eine Fläche von fast 4,75 Quadratmetern. Das in der Markthalle gezeigte Bild ist einer von 10 limitierten Drucken; das Original bleibt im Atelier von Schmutz.


Das Bild wird übrigens von der «proinnerstadt» im Kleinformat als Geschenkböxchen angeboten und ist mittlerweile eines der beliebtesten Bon-Behälter.

Berufsmann, Künstler und Autor

Roland Schmutz wurde 1964 in Basel geboren. Hauptberuflich ist er seit 1999 in einem Musikaliengeschäft Geschäftsführer der Standorte Basel/Allschwil und als Produkt-Verantwortlicher der gesamten Gruppe tätig. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Aesch. Im letzten Jahr erschien sein Debütroman «Der Tag nach dem 31. Dezember», dessen Fortsetzung wohl in diesem Herbst erscheinen wird.


Roland Schmutz begann 1994 im Stil der Pop Art zu malen. Seine Vorbilder sind die beiden Pop-Art-Künstler James Rizzi und Charles Fazzino. Man könnte Schmutz wie Rizzi als «Urban Primitive Artist» bezeichnen. Tatsächlich teilt Schmutz die naive Einfachheit, die bunten Farben, den humorvollen Blick, die Fröhlichkeit, die urbane Lebensfreude und den Optimismus mit dem 2011 verstorbenen James Rizzi. Die Vernissage des 3-D-Pop-Art-Bildes «Unser Basel» findet am Freitag, 16. März, um 18 Uhr in der Markthalle in Basel statt (Anmeldung unter www.lyriclounge.ch).

 

Pop Art

Kunstrichtung, die in den 1960er Jahren zu einer vorherrschenden Ausdrucksform Nordamerikas und Europas wurde. Die Motive sind der Alltagskultur entnommen. Pop Art war eine Reaktion auf die intellektuelle abstrakte Kunst und wendete sich dem Trivialen zu. Die Formen werden bei vielen Künstlern mit schwarzen Linien umrandet. Die Sujets sind flächig gestaltet und die Farben meist klar. Berühmte Vertreter sind Andy Warhol und Roy Lichtenstein.