aesch: theater
29.04.2015

Balzzeit im Hinterhof

Heisser Flirt: Sonja Korn, Traum der Männerwelt, und Hypochonder Fredy Hafer – brillant gespielt von Sabine Binggeli und Walti Zingg. Foto: ZVG

Heisser Flirt: Sonja Korn, Traum der Männerwelt, und Hypochonder Fredy Hafer – brillant gespielt von Sabine Binggeli und Walti Zingg. Foto: ZVG

In ihrer 20. Ausgabe lassen es die Schauspieler der Theatergruppe Aesch krachen. Dem Publikum wird eine lustvolle Intrige von Amor im Hinterhof präsentiert.

Bea Asper

Die Luft ist raus. Der Lack ist ab». Schonungslos führt die Theatergruppe Aesch in ihrem neuen Stück dem Publikum vor Augen, was nach jahrzehntelanger Ehe von einer grossen Liebe übrig geblieben ist. Hingegen ist ihre Liebe zum Theaterspielen alles andere als verblasst. Lustvoller denn je präsentierten die Schauspielerinnen und Schauspieler der Theatergruppe Aesch letztes Wochenende ihre 20. Ausgabe.

Mit «Nix Amore im Hinterhof» wagten sie sich an ein spielerisch sehr anspruchsvolles Stück, das Männer und Frauen seelisch entblösst. «Das einzig Standfeste im Schlafzimmer ist der Wecker», verraten die Eheleute Mais, Hafer und Schrot. Die Langeweile hat die Liebes- und Lebenslust im Rentnerdasein aufgefressen. Die Träume sind jedoch noch nicht ausgeträumt. Ein Wackeln mit dem Po und ein Augenaufschlag der jungen Nachbarin reichen aus, um bei den Männern die Fantasien anzuregen und mit Aussicht auf eine heisse Nacht sie die Geldscheine zücken zu lassen.

Männer und Frauen sind verführbar
Aus dem lahmenden Fredy wird ein auf den Balkon kletternder Tiger. Die Männer verfallen aus triebgesteuertem Leichtsinn Frauen, die sich die Schwächen des Mannes auszunutzen wissen, doch – so zeigt das Stück – die Frauen sind ebenso leicht zu knacken, es braucht nur einen charmanten Verkäufer, der sie glauben lässt, ihnen Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken und der ihnen mit einem Wundermittel zu jugendlicher Schönheit zu verhelfen verspricht. Am Ende kommt doch alles anders, als man denkt … Das Stück bleibt bis zum Schluss spannend und sinnlich lustig.

Die vielen Lacher, der tosende Applaus und die Bravo-Rufe des Publikums liessen keine Zweifel, dass die Aescher Theaterleute ihren Anspruch, «pures Lachvergnügen zu bieten», voll und ganz erfüllen und das Handwerk auf der Bühne beherrschen. «Wir sind halt einfach ein super Team, voller Enthusiasmus und mit viel Idealismus», erklärte Präsidentin Evelyne Spring gegenüber dem «Wochenblatt». Regisseurin Erika Zingg sei seit 18 Jahren mit dabei und noch immer voller Ideen – es werde mit der Zeit ja schwieriger, nicht in Wiederholungen zu verfallen, sondern Neues zu entdecken. «Da wir die meisten Schweizer Stücke kennen, halten wir inzwischen auf dem Deutschen Markt Ausschau und schreiben sie in unseren Dialekt um», führte Spring aus.

Ursprung im Turnverein
Der Ursprung der Theatergruppe geht in die Zeit zurück, als eine Untersektion des Turnvereins Aesch am jährlichen Unterhaltungsabend auch theaterte. «Im Jahre 1995 machten wir uns selbstständig mit eigenem Vereinsreglement. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir die Theatergruppe kontinuierlich auf- und ausgebaut.» Sie umfasst heute 21 Aktivmitglieder und begeistert das Publikum immer wieder aufs Neue. Heute Abend (30. April) um 19.30 Uhr sowie am Freitag, 1. Mai, und Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr werden die Zuschauer noch einmal in den Genuss kommen des unvergesslich komödiantischen Spektakels: «Nix Amore im Hinterhof», das Lustspiel in drei Akten von Beate Irmisch.