Aesch Pfeffingen
07.12.2022

«Die Menschen in der Gemeinde bestimmen, was man ändern müsste»

Neuer Lebensabschnitt: Mit der Wahl als Gemeinderat nimmt Karl Peter Rechsteiners Leben eine neue Wendung. Foto: Caspar Reimer

Neuer Lebensabschnitt: Mit der Wahl als Gemeinderat nimmt Karl Peter Rechsteiners Leben eine neue Wendung. Foto: Caspar Reimer

Als Ersatz für den zurücktretenden Sven Stohler wurde der parteilose Karl Peter Rechsteiner neu in den Gemeinderat gewählt. Er war der ein­zige Kandidat.

Von: Caspar Reimer

Will man verstehen, warum Karl Peter Rechsteiner, der erst gerade vor zwei Jahren mit seiner Frau nach Pfeffingen gezogen war, nun ab Februar als Ersatz für den zurücktretenden Sven Stohler im Gemeinderat politisieren wird, muss man ihm zuhören, seine Geschichte kennen. Rechsteiner ist, wie er es sagt, «unvorbereitet ins Amt gekommen».

Noch vor Ausbruch der Pandemie hatte sich der damals 62-Jährige frühpensionieren lassen und wollte mit seiner Frau ins Ausland wegziehen. «Alles war schon vorbereitet, die Wohnung in Basel gekündigt, die Möbel entsorgt», erzählt der frisch gewählte Gemeinderat. Dann machte die Pandemie dem Paar einen Strich durch die Rechnung: «Wir standen also da ohne Wohnung und ohne Möbel. Auf die Schnelle mussten wir ein neues Domizil finden und wurden in Pfeffingen fündig.» Weil während des Lockdowns die Möbelhäuser geschlossen hatten, wohnte das Ehepaar eine Weile, wie er es sagt, «auf Schachteln». Auch war es schwierig, sich im Dorf zu integrieren, weil kaum Veranstaltungen stattfanden, er bereits in Rente war und die meisten Nachbarn von morgens früh bis abends spät arbeiteten. Aber Rechsteiner sagt auch: «Es hat uns hier in Pfeffingen sofort gefallen. Als ich also die Möglichkeit sah, mit einer Kandidatur etwas für das Dorf zu unternehmen, habe ich die Chance ergriffen.» Etwas überrascht sei er gewesen, als man ihm verkündet hatte, dass er gewählt wurde. Rein rechnerisch war es aber kein Wunder, war er doch der einige Kandidat.

Freiraum für Politik

Vor seiner Pensionierung hatte Rechsteiner Jahrzehnte als IT-Berater gearbeitet – manchmal als Angestellter grosser Firmen, manchmal in Eigenregie als Unternehmensinhaber. ««Sehr lange Arbeitstage waren bei mir keine Seltenheit. Oft arbeitete ich am Wochenende, war viel unterwegs. Das Sozialleben litt darunter teilweise stark.» Er habe sich darauf gefreut, nach seiner Pensionierung endlich mehr Zeit zu haben. Nachdem es mit der Ausreise ins Ausland nicht klappte, möchte er den neuen Freiraum nun in Pfeffingen nutzen. Dass er diese neue Zeit mit einem politischen Amt krönen würde, wäre ihm wohl früher nie in den Sinn gekommen. Auf die Frage, ob dies sein erstes politisches Amt sei, antwortet er: «Ja, selbstverständlich.» Alles andere wäre ihm wohl nicht geheuer, denn mit der grossen Politik hadert er: «Dieses Geplänkel im Hinblick auf die Bundesratswahlen stört mich», sagt er. In erster Linie solle jemand aufgrund der Qualitäten und Kompetenzen, nicht aber aufgrund seines Geschlechtes gewählt werden. Überhaupt stört sich der 64-Jährige an der «Hitzigkeit der Debatten», wie sie heute teilweise geführt werde. «Ich war beruflich etwa viel im arabischen Raum unterwegs, deshalb weiss ich, wie viel Vorurteile und Doppelmoral hier mit im Spiel sind.»

IT-Spezialist im Gemeinderat

Sein Amt sieht Rechsteiner als ein Projekt: «Es geht nicht um die grosse Politik, sondern um die Anliegen von Pfeffingen.» Auf die Frage, was er von seinem Amt erwartet, überlegt er zuerst gut und sagt dann: «Nun, ich habe Zeit, die ich so sinnvoll einsetzen kann», um dann, nach einer kurzen Pause, fügt er hinzu: «Ich erwarte natürlich, dass ich einen gewissen Erfolg habe. Ich wurde schliesslich gewählt und möchte auch Verantwortung übernehmen.» Beruflich bringe er einen grossen Rucksack im Bereich der Projektbegleitung, etwa bei der Swiss Life Asset Management oder der Helvetia Patria, mit. Als Inhaber eines eigenen Geschäftes im Bereich IT hat er Konzepte entwickelt und Initiativen begleitet. «Die Menschen in der Gemeinde bestimmen, wo es ihrer Meinung nach ein Problem gibt oder was man ändern müsste. Als Gemeinderat helfe ich, an den Lösungen zu arbeiten.» Er hofft, dass Pfeffingen so bleibt, wie es ist, oder vielleicht noch etwas besser wird. Wenn Rechsteiner nicht gerade politisiert, kümmert er sich um kulinarische Belange: «Ich bin der Koch im Haus», sagt er lächelnd.

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