Breitenbach
07.02.2018

«Das Leben ist zu schön, um es kampflos herzugeben»

Das ist das Leben»: Tragik und Liebesstory. Die Buchvorstellung von Bernhard Sutter(r.) und seiner Frau Nicole geht unter die Haut. Kaspar Sutter holte die beiden von Chur nach Breitenbach. Foto: Bea Asper

Das ist das Leben»: Tragik und Liebesstory. Die Buchvorstellung von Bernhard Sutter(r.) und seiner Frau Nicole geht unter die Haut. Kaspar Sutter holte die beiden von Chur nach Breitenbach. Foto: Bea Asper

Sportler Bernhard Sutter kämpfte nach einem Unfall um sein Leben und will mit seinem neuen Buch den Menschen Mut machen.

Bea Asper

Ich stürzte aus neun Metern Höhe auf eine Betonplatte und war sehr schwer verletzt. Doch ich überlebte», erzählte Bernhard Sutter letzten Sonntag im Saal des Alterszentrums in Breitenbach. Er stellte sein neues Buch vor. «Gewinner – und die zwei Arten des trotzdem. Ich bin ein Spezial». Der Buchautor lebt in Chur, ist aber für seine Vorträge schweizweit unterwegs und da führte natürlich kein Weg am Thierstein vorbei, dafür sorgte Familienmitglied Kaspar Sutter, der in Breitenbach lebt.

Bernhard Sutter erlitt unzählige Brüche und ein Hirn-Schädel-Trauma. Er war damals 21 Jahre alt, voller Zukunftspläne und sportlich ambitioniert. Durch die Hirnverletzung sei die Verbindung von Gehirn und Muskulatur negativ beeinträchtigt worden, doch sein Lebenswille ist ungebrochen. «Wo ein Wille ist ein Weg», ist sein Motto. Diese Gene zu besitzen, dafür sei er unendlich dankbar, berichtete der Bündner den Besuchern in seiner humorvollen Art. «Das Leben ist zu schön, um es kampflos herzugeben.» Sutter schaffte das selbst für Ärzte kaum Fassbare: Er besteigt wieder Berge und überquert die Alpen mit dem Rad. Auf seinem harten Weg, nicht nur Alltägliches wieder bewältigen zu können, sondern gar Sport zu treiben, sei die Klinik Valens seine zweite Heimat geworden und die Physiotherapeuten seine Freunde. «Das Witzige und Kuriose daran ist, dass ich in meiner Lehre als Hochbauzeichner mit Arbeiten für den Umbau der Klinik Valens beschäftigt war und zudem die Ausbildung zum Physiotherapeuten in Angriff nehmen wollte. Die Zeit bis Schulbeginn überbrückte ich mit einem Temporäreinsatz für eine Bauunternehmung und am 9.9.1996 passierte es.»

Auf sehr eindrückliche Art schildert Sutter wie er den Weg zurück ins Leben fand und Nicole, seine Ehefrau kennen lernte, die 600 km von ihm entfernt lebte. Die inzwischen zwölfjährige Love-Story würde den Liebesromanen von Rosamunde Pilcher beinahe den Rang ablaufen, schreibt Sutter in seinem Buch und schliesst das Kapitel: «Das grösste Glück» mit dem Satz: «Dieses grosse Glück gipfelte im August 2014 bei der Hochzeit von Nicole und mir, nach neun Jahren bedingungsloser Liebe.» Glück, das Glücklichsein, die Lebensfreude und die Freude an kleinen Dingen sind die Hauptdarsteller in seinem Buch, das aufzeigt, wie man mit Niederlagen umgeht und warum es sich in jedem Fall lohnt, zu kämpfen. «Wow, eigentlich geht es mir ausgesprochen gut», schreibt er und führt aus: «Es ist herrlich und ein Riesengeschenk, wenn man jeden Schritt als Zugabe erleben darf.»

War sein Unfall Missgeschick oder Schicksal? Wollte man aus dem Publikum wissen. Natürlich habe er sich diese Frage gestellt. Es sei vielleicht auch eine Glaubensfrage, doch er sei zum Schluss gekommen: «Es ist das Leben. Mach das Beste aus dem Tag, aus der Situation, aus dem Leben, versuche zumindest das, was geht.» Die zahlreich erschienenen Zuhörer genossen den Gedankenaustausch mit Sutter und werden diesen fortführen mit seinen Büchern. Diese sind in der Buchhandlung oder direkt bei ihm erhältlich.

Günstige Komplettlösungen von update AG