Breitenbach
13.12.2017

Musica in Amicizia – Musik unter Freunden

Drei Formationen, eine Melodie: «Rolling in the Deep» ging in die Tiefe und liess das Publikum am Ende aufstehen. Vorne die «Filarmonica L. Mattiussi», hinten die Ensembles «Mezzoforte» und «Fortissimo». Fotos: Roland BürkiDer Motor: Sindaco Aldo Daici am Eufonio.

Drei Formationen, eine Melodie: «Rolling in the Deep» ging in die Tiefe und liess das Publikum am Ende aufstehen. Vorne die «Filarmonica L. Mattiussi», hinten die Ensembles «Mezzoforte» und «Fortissimo». Fotos: Roland Bürki

Der Motor: Sindaco Aldo Daici am Eufonio.

In der Musik sprechen alle die gleiche Sprache. Das bewiesen in einem mitreissenden Konzert die Filarmonica Luigi Mattiussi aus Artegna (Italien) zusammen mit den Jugendensembles «Mezzoforte» und «Fortissimo» der Musikschule Laufental-Thierstein.

Roland Bürki

In der römisch-katholischen Kirche Breitenbach wechselten am vergangenen Samstagnachmittag die Sprachen der Musikantinnen und Musikanten beliebig von Schriftdeutsch, hiesigem Dialekt, Englisch bis zum wohlklingenden Italienisch und entsprechenden Gesten. Und man verstand sich. Das Publikum zeigte sich am Ende von «Rolling in the Deep», einem Song der britischen Sängerin Adele, den die drei Formationen aus dem Friaul (Italien) und dem Laufental-Thierstein so gefühlvoll und soulig spielten, dermassen begeistert, dass sie es gleich nochmals spielen mussten.

Gleich in die Tiefe war zu Beginn auch Gemeindepräsident Dieter Künzli gegangen, als er nach herzlicher Begrüssung insbesondere der drei Blasmusiken aus Artegna und der Musikschule Laufental-Thierstein sowie einer Würdigung der Partnerschaft mit Artegna in Deutsch und Italienisch feststellte: «Wenn Menschen zusammen musizieren, entsteht so etwas wie Magie und tiefer Friede.» Und mit Blick auf die Advents- und Weihnachtszeit gab Künzli eine bedenkenswerte Geschichte mit nach Hause: «Vor 2000 Jahren lebte einer, der verurteilte nicht, sondern vergab, der forderte nicht, sondern diente, der tadelte nicht, sondern tröstete, der nahm nicht, sondern teilte und der hasste nicht, sondern liebte.»

Vorbereitung auf die Vereine

Ulrich Thiersch, Leiter der Musikschule Laufental-Thierstein, sprach seinerseits in einer ebenfalls-zweisprachigen Botschaft über grenzüberwindende Musik und den Sinn der beiden Nachwuchsformationen: «Sie dienen der Vorbereitung auf den Eintritt in einen Musikverein». Dass dies absolut realistisch ist, bewies die Jugendband «Mezzoforte» unter der dynamischen Leitung von Musiklehrer José Martin Blanco, als diese passend zum Konzertmotto «Melodien aus Film und Unterhaltung» musikalisch auf die «Flintstones» traf, was da und dort in den Kirchenbänken ein heimliches «yabba, dabba, duu» auslöste! Auch in «Stronger» und «Another one bites the Dust» zeigte der Nachwuchs unter grossem Beifall, was er drauf hatte.

Da wollten die Fortgeschrittenen von «Fortissimo» unter souveräner Leitung von Reto Vogt, ebenfalls Musiklehrer, nicht hintenan stehen. Ihr «Lord of the Dance» liess das Publikum nicht mehr ruhig sitzen, ja riss es mit typisch irischem Sound richtig mit. Das taten auch die beiden Speaker Leonie und Severin, welche gewandt-humorvoll zu weltbekannter Filmmusik etwa aus «The Incredibles» oder James Bonds «Skyfall» überleiteten.

«Fuochi d’artificio musicali» aus Artegna

Ja, sie zauberten unter der Direktion von Herbert Fasiolo ein richtiges musikalisches Feuerwerk in die Kirche, die Musikantinnen und Musikanten aus Artegna, die zum ersten Mal ihre schmucke neue Uniform trugen. Mit dabei am «Eufonio» Artegnas Bürgermeister Aldo Daici, der einst die Partnerschaft initiiert und dieses Konzert angeregt hatte. Ihr «Jesus Christ Superstar», «Crocodile Rock», ein «Abba-Medley» oder ihr «Instant Concert» liessen die Wogen hoch gehen und machten so «Happy», wie ihr gleichnamiges Stück. Und das eingangs bereits erwähnte gemeinsame Stück aller drei Formationen setzte ein dickes Ausrufezeichen auf einen Ausnahme-Event ohne Grenzen.

update ag