Internet Wochenblatt Schwarzbubenland/Laufental
22.06.2018

Stadtrundgang mit Handy

<em>Projektarbeit: </em>Claude Froidevaux (links) und Michel Stark demonstrieren die Stadtführung mit der App «drallo».Foto: Thomas Imoos

Projektarbeit: Claude Froidevaux (links) und Michel Stark demonstrieren die Stadtführung mit der App «drallo».Foto: Thomas Imoos

Mit dem Smartphone ist seit kurzem ein besonderer Rundgang durch Laufen möglich. Claude Froidevaux und Michel Stark aus Laufen haben einen Online-Stadtführer entwickelt.

Thomas Immoos

Das Smartphone lässt sich auch sinnvoll nutzen. Diese Erkenntnis haben sich die beiden Laufner Schüler Claude Froidevaux und Michel Stark zunutze gemacht. Im Rahmen einer Projektarbeit in der Sek P am Gymnasium Laufen haben sie einen Online-Stadtführer erarbeitet, der den Nutzer zu besonderen Sehenswürdigkeiten in Laufen führt und allerlei Wissenswertes darüber verrät.

Erst hätten sie mit anderen Themen geliebäugelt. Als diese aber bereits besetzt waren, kamen die beiden 15-Jährigen auf die Idee mit dem Online-Stadtführer. «Obwohl wir in Laufen aufgewachsen sind, wurde uns bewusst, wie wenig wir über Laufen und seine Geschichte wissen», sagt Claude. Dass sie damit wohl nicht alleine sind, hat sie bestärkt, Interessierten die Stadt Laufen näherzubringen.

«Für unseren Stadtrundgang braucht es nur zwei Dinge: Interesse und ein Smartphone», umreisst Michel Stark die Voraussetzungen. Der Stadtrundgang beginnt bei der Martinskapelle beim Friedhof, weil dort die Stadt ihren Anfang nahm. Von dort führt sie an neunzehn Stationen über den Bahnhof und den Wasserfall ins Stedtli bis zur katholischen Herz-Jesu-Kirche. Der Rundgang führt vorbei an den drei Stadttoren, am Stadthaus, am Rathaus und an der Katharinenkirche.

Orientiert haben sich Claude und Michel an bereits bestehenden Rundgängen in anderen Schweizer Städten, vor allem jenem in Solothurn. Sie haben sich ausführlich vorbereitet und viel über die die Sehenswürdigkeiten gelesen. Als Hauptquelle diente ihnen das Baselbieter Namenbuchs (Band 4, Bezirk Laufen), das von Claudes Mutter, Claudia Jeker Froidevaux, herausgegeben wurde.

Es sei ihnen bewusst gewesen, nicht alle Sehenswürdigkeiten zeigen zu können. «Wir wollten vor allem das historische Stedtli vorstellen», sagen sie. Der Rundgang solle auch nicht zu lange dauern. Wer in ganz abläuft, braucht dazu 60 bis 90 Minuten, je nachdem wie genau man die Ausführungen zu den einzelnen Objekten auf dem Smartphone liest. Einiges mussten sie weglassen, vor allem die Industriebauten von Ricola und Keramik, weil sie zu weit ausserhalb des Stedtlis liegen.

Zum Schluss eine Glace

Wer den Rundgang absolvieren will, lädt sich die App «drallo» auf sein Handy (gratis über www.drallo.ch). Die Route wird dem Benutzer auf dem Smartphone angezeigt. Sobald man sich einer Sehenswürdigkeit nähert, vibriert das Smartphone aufgrund der GPS-Ortung. Die App gibt damit die Informationen zum Objekt frei. Zu den meisten Sehenswürdigkeiten gibt es ein historisches Bild. «So erschliesst sich den Interessierten das Einst und Jetzt von Laufen», sagt Michel.

Damit auch jeder den Rundgang zu Ende geht, wartet am Schluss ein kleines Quiz auf den Benutzer. Hat er die Fragen auf dem Handy richtig beantwortet, hat er Anspruch auf einen kleinen Preis: Er kann im Café Kern, das das Projekt unterstützt hat, eine Glace abholen (das Handy zeigt ja die korrekte Ausführung des Quiz an).

Gute Noten der ersten Nutzer

«Wir haben uns bemüht, die Texte kurz und knapp, aber informativ zu verfassen», umschreibt Claude das Ziel. Die beiden sind überzeugt, dass ihnen das gut gelungen ist. Bei «drallo» handelt es sich um eine frei zugängliche App. Hier kann jedermann über seinen Wohnort einen Rundgang verfassen. Bevor der Text aber ins Netz gestellt wurde, mussten Michel und Claude ihren Rundgang bei den Betreibern der Website vorlegen. Zufrieden stellten sie fest: «Man hat nur ganz wenige Ergänzungen vorgenommen und unser Projekt bewilligt.» Einige Nutzer haben den Rundgang bereits absolviert und benotet: Er erhält viereinhalb von fünf möglichen Sternen. Nun hoffen die Schüler, dass ihre Projektarbeit auch bei ihrer Lehrerin auf gute Aufnahme stösst.

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