Sport
07.03.2018

Schwieriges Jahr soll das letzte sein

Markus Blatter: Der Präsident des EHC Laufen tritt von seinem Amt zurück.

Im Mai 2016 trat Markus Blatter als Nachfolger von Walter Winteler das nicht einfache Amt als Präsident des EHC Laufen an. In wenigen Wochen wird er, zusammen mit einigen Weggefährten, aus der Vereinsführung ausscheiden. Er blickt auf eine bewegte Zeit zurück. Nicht im Groll, aber doch mit leisem Unverständnis dafür, wie sich alles entwickelt hat.

Edgar Hänggi

Markus Blatter ist kein Laufner. Sein Thuner Dialekt verrät dies bereits. Er ist zugezogen, hat aber das Eishockey seit Kindheit sozusagen im Blut. Das bewog ihn, zusammen mit weiteren Personen, das 2016 entstandene Vakuum in der Vereinsführung zu füllen. An der Generalversammlung wurde er mit seinem Team einstimmig und unter Applaus gewählt. Auch seine damals geäusserten Visionen wurden als gut befunden. «Es schadet nicht, wenn etwas frischer Wind hineinkommt», meinten einige der Anwesenden. Jetzt, gut zwei Jahre später, wurde einigen dieser Wind zu stark. «Ich war mit viel Enthusiasmus am Werk, hatte Visionen und wollte mit meinen Führungskolleginnen und –kollegen den Verein voranbringen. Die erste Mannschaft erfuhr in den zwei Jahren einen kaum für möglich gehaltenen Aderlass. Im Nachwuchs konnten wir die Trainingsqualität deutlich steigern, die fehlende Anzahl Spieler erwartungsgemäss jedoch noch nicht kompensieren und wir mussten mehrfach Feuerwehrübungen durchführen.» Blatter gibt durchaus Fehler zu. Fehler, die er jedoch dem Umstand, kein Ansässiger zu sein, zuordnet. «Nicht nur ich im Vorstand hatte das Gefühl, man traue uns nicht. Wir wurden immer wieder kritisch hinterfragt und ich weiss auch, dass die letzte GV im Vorfeld abgesprochen war. Auch deshalb erfolgte damals mein sofortiger Rücktritt. Ich nehme es niemandem Übel, möchte aber doch noch zu bedenken geben, dass der Verein nur dann vorankommt, wenn wirklich alle in die gleiche Richtung ziehen.»

Angesprochen, ob er, könnte er die Zeit nochmals um zwei Jahre zurückdrehen, alles anders machen würde, meinte er nach kurzer Bedenkzeit: «Nein, ich würde mich wieder der Herausforderung stellen. Ich habe ja auch nicht versagt. Wir haben Vereinsstrukturen aufgebaut und deutlich in den Nachwuchs investiert. Auch konnten wir die Einnahmen im Marketing dank dem Effort von Dominik Imhof steigern und haben bei den Events gut gearbeitet. Die Finanzen waren und sind im Lot. Dass wir den Trainerwechsel vornehmen mussten, ging für unsere erste Mannschaft am Ende auf, auch wenn es am grünen Tisch war. Stefan Keller, unser neuer Sportchef, war vom Duo Heiniger/Scherrer überzeugt. Damals war auch noch nicht absehbar, dass das Kader derart dezimiert würde. Leider hat der Verlust von Heiniger im Nachwuchs, wo er auch tätig war, einen Bruch hinterlassen, der weiterhin zu spüren ist. Zudem kassierten wir zuvor bei der Verpflichtung von Thomas von Euw eine Ohrfeige. Mit einem derart dreisten Abgang durch die Hintertür konnte, trotz aller Warnungen im Vorfeld, nicht gerechnet werden. Es braucht Leute, die das Vertrauen aller geniessen. Wenn man die Führungscrew an der GV mit Applaus wählt, soll man sie auch machen lassen und mitreden und helfen, wenn es nötig ist.»

Für Blatter ist zudem die Zusammenarbeit mit Basel, Rheinfelden und Sissach vor allem im Nachwuchs ein zentrales Thema. Die angedachte Lösung mit dem Jura lässt sich, auch wegen der Sprachgrenze, kaum realisieren. «Ich danke all denen, die mir auf meinem Weg immer geholfen und mich unterstützt haben recht herzlich. Ich war mit Herzblut dabei, bei allem, was ich machte, und wünsche mir deshalb so sehr, dass der EHC Laufen nun in ruhige Gewässer findet und vorankommt», so Blatter.

update ag