Manche Zebras sind grau

Die Skala reicht von «schummrige Bar» bis zu «Fussballstadion». Gemeint ist die Beleuchtung von Fussgängerstreifen. Was es mit den Unterschieden auf sich hat.

Licht an! Im Dorfkern von Wahlen sind bei den Zebrastreifen besonders helle, weisse Leuchtkörper montiert.Foto: Gini Minonzio
Licht an! Im Dorfkern von Wahlen sind bei den Zebrastreifen besonders helle, weisse Leuchtkörper montiert.Foto: Gini Minonzio

Mancherorts ist man als Autofahrerin froh, schon aus Erfahrung zu wissen, dass da im Halbdunkeln gleich ein Fussgängerstreifen kommt. So zum Beispiel, wenn man von der Laufner Naubrücke herkommend in die Amthausgasse abbiegen will, die ins Städtchen führt. Eine einzige Funzel bemüht sich vom Parkplatz aus, orangefarbenes Licht zu verbreiten. Der Zebrastreifen mit seiner abgewetzten alten Farbe ist auch keine grosse Hilfe.

Andernorts kann man bei den Fussgängerstreifen das Wochenblatt lesen. So zum Beispiel in Wahlen. Auf den Hauptachsen, die Kantonsstrassen sind, stehen oft gleich zwei Spotleuchten bei den Übergängen.

Wieso diese Unterschiede? Es sind doch die Gemeinden, welche den Strom für die Beleuchtung zahlen? Das schon, aber sie sind nur für die Lampen der Gemeindestrassen zuständig. Das ist auch beim Beispiel aus Laufen der Fall. Besserung ist keine in Sicht. «In den Gemeindestrassen wechseln wir in einem laufenden Projekt jeweils bei ganzen Strassenzügen die bestehenden Leuchtkörper gegen LED-Leuchten aus», erklärt Daniel Neuschwander, Leiter technischer Dienst. Dabei scheint es allein um die Stromersparnis zu gehen. «Es ist nicht geplant, bei den Zebrastreifen hellere Leuchten einzubauen.»

Dass die Stromersparnis happig sein kann, zeigt sich in Wahlen. Nachdem die Gemeinde in den letzten Jahren vier Strassenzüge auf LED umgestellt habe, spare sie jährlich mehr als 10000 Franken an Stromkosten, sagt der Gemeindeverwalter Urs Halbeisen. Wie kam denn die Gemeinde zu den hellen Ze-brastreifen? «Wir mussten gar nicht viel machen», so Halbeisen. Vor einigen Jahren hätten Einwohnerinnen eine Peti- tion eingereicht, um die Strassen sicherer zu machen. Der Gemeinderat habe sich damit befasst und dann das kantonale Tiefbauamt angeschrieben. Dieses habe auf den Kantonsstrassen die helle Beleuchtung vorgeschlagen und alles an die Hand genommen. «Wir sind glücklich mit dieser Beleuchtung», so Halb- eisen.

Der Kanton habe sich in den letzten Jahren angestrengt, um die Strassenbeleuchtung auf Vordermann zu bringen. Lediglich wo nächstens eine Strasse saniert werden müsse, warte man noch, erklärt Christoph Schaub, Leiter Fachbereich Signalisation im kantonalen Tiefbauamt. Der Kanton halte sich an die Empfehlungen der Schweizer Licht Gesellschaft (SLG). Wo immer möglich installiert er bei Fussgängerstreifen auf beiden Seiten besonders helle Strassenlaternen. «Den Gemeinden machen wir keine diesbezüglichen Vorschriften, sie können machen, was sie wollen.» Allgemein gelte es zu sagen, dass es im Kanton Baselland glücklicherweise vergleichsweise wenig Unfälle auf Zebrastreifen gebe. Auch gebe es keinen Streifen, wo es in den letzten Jahren zu mehr als einem Unfall gekommen sei.

Christoph Schaub möchte auch die Fussgängerinnen und Fussgänger bitten, auf ihre Sicherheit zu achten. Vor allem nachts und wenn die Strasse nass ist, können Autofahrer vom Gegenverkehr geblendet sein. Wenn man die Strasse überquert, sollte man sich deshalb vergewissern, dass man von den Autofahrern gesehen wurde. Und noch ein Tipp vom Fachmann: «Helle Kleidung hilft, gesehen zu werden!»

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