Vorbildlicher Weg in die Zukunft
Wahlen bleibt innovativ. Die Gemeindeversammlung stellte den Planungskredit von 120 000 Franken mit keinem Wort in Frage.

Professionelle Planer dürfen bei ihren Auftritten an Gemeindeversammlungen eher nicht mit herzlichem Applaus rechnen. Ganz anders war es am Montagabend bei Markus Jermann. Eine halbe Stunde erläuterte er, wie Wahlen mit einer Art Masterplan namens «In Future» seine öffentlichen Gebäude und Flächen «sinnvoll und effizient» nutzen könne (das Wochenblatt berichtete). Ohne dabei das unverkennbare, für Wahlen typische Ortsbild zu schmälern. Sachlich, fundiert und ohne Effekthascherei beleuchtete Jermann die Optimierungsmöglichkeiten beim Spindler- und Schulhausareal, beim Gemeindezentrum und seiner Umgebung sowie beim Wärmeverbund und bei der Sportanlage. Besonders glücklich zeigte sich der Planer über das im Sockelgeschoss der Schulhauserweiterung «gefundene» Probelokal für den Musikverein. Die 91 anwesenden Stimmberechtigten zeigten sich von Jermanns Präsentation beeindruckt und manifestierten das mit dem eingangs erwähnten Applaus.
Gemeindepräsident Meinrad Probst, der sich bei der Fachkommission, bei den Vereinen und der Bevölkerung für das Mitziehen bei der intensiven Erarbeitung des Masterplanes bedankte, konnte keine Diskussion über die beantragten 120 000 Planungsfranken ankurbeln. Das Mikrophon blieb unbenutzt, niemand stellte sich gegen die nachfolgenden, aussagekräftigeren Vorprojekte. Diese sollen in ein Gesamtinvestitionsvolumen von neu 7,1 Millionen statt 8,15 Millionen Franken münden, wie sich Probst entschuldigte. Beim Wärmeverbund entstünde der Gemeinde nämlich nur ein Anteil von 600 000 Franken. «Unsere heutige Finanzstruktur erlaubt etappierte Investitionen», hatte der Gemeindepräsident schon zu Beginn der Versammlung betont. Dennoch schaute Probst dann bei der Abstimmung etwas ungläubig in die Runde, als urplötzlich 91 Hände für den Kredit in die Höhe schnellten. Für Planer Markus Jermann gab es da nur ein Fazit: «Das breit abgestützte Vorgehen der Gemeinde ist für das Laufental vorbildlich.» Ja, und dann gab es auch noch volle Zustimmung für den neuen Mietvertrag Turnhalle, den Baurechtsvertrag über die Nutzung der Rasenanlage des TSV Wahlen und die wegen der Baulandumlegung «I dr Spitzi» nötigen Änderungen in den involvierten Planwerken.


