Internet Wochenblatt Schwarzbubenland/Laufental
19.12.2018

Ein Markt für Körper und Seele

<em>Lebt sein Hobby : </em>Robi Goldstein drechselt mit Leidenschaft.<em>Foto: gini minonzio</em>

Lebt sein Hobby : Robi Goldstein drechselt mit Leidenschaft.Foto: gini minonzio

Weihnachtlich sind sie alle, die Adventsmärkte land-auf, landab. Wer aber zugleich etwas Feierliches, Besinnliches sucht, der musste schon nach Mariastein gehen.

Gini Minonzio

Rekord! Der Mariasteiner Adventsmarkt hat eine neue Rekordmarke gesetzt. So schnell wanderten Chrömli, Sterne und Co. noch nie von den Marktständen in die mitgebrachten Einkaufstaschen. Der unerwartet bissige Wind machte der Entschlusskraft der Marktbesucherinnen und Marktbesucher Beine. Statt lange nachzulesen, ob es unter den angebotenen Beschreibungen der Basler Wappen vielleicht Doubletten gibt, kaufte ein älterer Herr der Bibliothek Kloster Mariastein gleich den ganzen Bestand ab. Und er wartete nicht einmal die Herausgabe des Wechselgeldes ab! Zu gross war sein Wunsch, die klammen Hände wieder in den Manteltaschen zu vergraben.

Solche und ähnliche Szenen spielten sich am Wochenende an etlichen der 40 Aussenstände ab. Zum Glück gab es noch den warmen Saal im Hotel Post, wo an 15 Ständen Handarbeiten und Antiquitäten angeboten wurden. So konnte man doch noch gemütlich Neuigkeiten mit alten Bekannten austauschen – ist das doch seit je die Hauptaufgabe eines Marktes.

Ein Urgestein des Mariasteiner Adventsmarktes ist das Ehepaar Robi und Doris Goldstein-Hänggi aus Bättwil. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist leidenschaftlicher Drechsler und seine Frau sorgt für den Verkauf der ausserordentlich schönen Dosen. «Das Holz kaufe ich oder bekomme es von Freunden geschenkt, wenn sie im Garten einen Ast absägen», erklärt Robi Goldstein.

Ein wahres Erlebnis

Wundervolles verkaufen auch Andreas und Christine Riss. Das Ehepaar liebt es, an Flohmärkten Dinge aufzustöbern, die ihre wahre Schönheit unter dicken Farbschichten verbergen. Und dann holen sie diese Schönheit Schicht um Schicht wieder hervor. «Ich habe schon mein Studium mit der Restauration von Möbeln finanziert», berichtet alt Kantonsrat Andreas Riss. Und nach seiner Pensionierung hat er wieder viel Zeit für dieses Hobby. Christine Riss hingegen widmet sich den Feinheiten des Metiers: «Ich liebe es, die Kerzenständer zu polieren, bis das Messing schöner als Gold glänzt.»

Ein wahres Erlebnis war auch der Stand der Wahlner Borkenhaus-Besitzerin, die unter ihrem Künstlerinnennamen Christine weitherum bekannt ist. Aus ihrem riesigen Fundus hat Christine Weihnächtliches zusammengetragen. Und Kennerinnen wissen, dass das noch lange nicht alles war.

Ebenfalls ein Publikumsmagnet waren die zehn Stände, die Klosterprodukte anboten. Vor allem die Schwestern des Kapuzinerinnenklosters Jakobsbad, Appenzell Innerrhoden, boten nicht nur ihre Waren, wie selbst gemachte Salben, an. Hier erhielten die Marktgängerinnen auch einfühlsame Beratung: Pflege von Körper und Seele.

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