Mariastein
07.03.2018

Musikalisches Kunstwerk in Perfektion

Schlicht grossartig: Das La Cetra Barockorchester & Vokalensemble Basel in der Basilika Mariastein.Foto: Martin Staub

Schlicht grossartig: Das La Cetra Barockorchester & Vokalensemble Basel in der Basilika Mariastein. Foto: Martin Staub

Im Rahmen der Reihe «Mariasteiner Konzerte 2018» war am vergangenen Sonntag in der Basilika Bachs Messe in h-Moll an der Reihe. Ein Werk der Superlative, inter- pretiert vom La Cetra Barockorchester & Vokalensemble Basel.

Martin Staub

Bereits beim Eintritt in den barocken Kirchenraum wurde deutlich: Hier wird demnächst Grosses geboten. Eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn wurde geöffnet und die Sitzbänke und Stühle entlang der Seitengänge füllten sich im Nu. Eine Aufführung des Meisterwerks, die Messe in h-Moll, BWV 232, das letzte grosse Vokalwerk von Johann Sebastian Bach, wollte man sich nicht entgehen lassen.

Das La Cetra Barockorchester & Vokalensemble Basel unter der Leitung von Andrea Marcon als Ausführende dieses «grössten Kunstwerkes aller Zeiten», wie das Werk damals gelobt wurde, dürfte sicher ein weiterer Grund für den grossen Publikumsandrang gewesen sein.

Bereits nach wenigen Takten zeigte sich die Sorgfalt, mit welcher der musikalische Leiter Andrea Marcon mit seinem Orchester, seinen Solisten und dem La Cetra Vokalensemble an dieses vielschichtige Werk ging. Die etwas eigenwillig wirkenden Einsätze der Solistinnen und Solisten, die begleitenden Passagen durch einzelne Instrumente sowie die fulminanten Tutti mit Chor, Pauke und Trompeten erwiesen sich durchwegs als gelungen und einzigartig.

Die Interpretation des zwischen 1730 und 1750 entstandenen Werks, das mit seiner Länge von fast zwei Stunden kaum für eine katholische Messe geeignet ist – allein das Kyrie beansprucht über 20 Minuten –, wirkte durch seine transparente und abwechslungsreiche Dramaturgie in keiner Phase langatmig, sondern bot einen durchgehenden Hörgenuss vom ersten bis zum letzten Ton.

Die Solisten mit den Sopranistinnen Alice Borciani und Anna Reinhold, der Altistin Dina König, dem Tenor Jakob Pigram sowie dem Bass José Antonio López gaben mit ihren herausragenden Stimmen dem Meisterwerk einen zusätzlichen positiven Akzent. Die hervorragenden und tadellosen Leistungen der Instrumentalisten begeisterten ebenso wie die Stimmen des Chors, die insbesondere als Doppelchor gegen Ende des Werks eindrücklich zur Geltung kamen.

Der minutenlange, nicht enden wollende Applaus am Ende der fast zweistündigen Aufführung zeugte unmissverständlich von einem in allen Bereichen gelungenen und grossartigen Musikereignis.

update ag