Seewen
06.12.2017

Modern und trotzdem schön

Geschenke zur Einweihung: Kantonsingenieur Peter Heiniger, Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, Gemeindepräsident Simon Esslinger und Regierungsrat Roland Fürst feiern den neuen Stützpunkt. Foto: Gini Minonzio

Geschenke zur Einweihung: Kantonsingenieur Peter Heiniger, Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, Gemeindepräsident Simon Esslinger und Regierungsrat Roland Fürst feiern den neuen Stützpunkt. Foto: Gini Minonzio

Es hat lange gedauert, doch nun haben auch die Dornecker Wegmacher einen Stützpunkt, der den modernen Anforderungen entspricht.

Gini Minonzio

Er wurde quasi von der Nachkriegszeit in die Moderne katapultiert, der Stützpunkt der kantonalen Wegmacher in Seewen. Letzte Woche wurde der neue Stützpunkt des Kreisbauamtes III mit einer kleinen Feier eingeweiht. Erhard Wyss, Gruppenführer des Strassenunterhaltes Dorneck, bezeichnet den neuen Bau als Bijou. Kein Wunder, war der Stützpunkt doch vorher in einer ungeheizten Scheune untergebracht; mit dem Komfort einer nachkriegszeitlichen Baracke. Die Wegmacher mussten sogar das Salz von Hand in die Streuer schaufeln.

Nach einer Planungszeit von sieben Jahren habe der Kanton vor einem Jahr mit dem Bau des neuen Stützpunktes begonnen, erzählte der Solothurner Regierungsrat Roland Fürst. Insgesamt kostet der Stützpunkt 2,8 Millionen. Gut die Hälfte wurde für das Gebäude ausgegeben, der Rest vor allem für die Umgebung, die Vorbereitungsarbeiten und die Baunebenkosten.

Der Stützpunkt hat nun neu ein Salzsilo und geheizte Räume für die Wegmacher, inklusive Büro, Garderobe und Trockenraum für die Arbeitskleider.

Der Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli beteuerte, dass bald auch die geplante Sole-Tankanlage eingebaut werde. Nur auf Sole (Wasser-Salz-Gemisch) umzustellen, kommt für Erhard Wyss nicht infrage. «Unterhalb von minus 8 Grad taut Sole das Eis nicht auf», erklärt er. Vor allem wenn auf trockenen Strassen Eisregen erwartet wird, hat Sole allerdings einen Vorteil. Auf trockenen Strassen weht es das Trockensalz einfach weg. Das Kreisbauamt III ist für das ganze Schwarzbubenland zuständig. Insgesamt müssen seine Mitarbeiter 127 Kilometer Kantonsstrassen unterhalten. Sein Werkhof befindet sich in Büsserach.

Fassade als Augenweide

Der Seewener Stützpunkt befindet sich gleich eingangs Dorf, wenn man von Grellingen her kommt. «Bei der Planung haben wir auch darauf geachtet, dass die Sicht auf die Kirche nicht verschandelt wird», erklärte Fürst. Die Aussenhülle wurde mit einer sehr attraktiven Holzverschalung versehen, die im Verlaufe der Jahre die Farbe ändern wird. Es lohnt sich, bei Gelegenheit anzuhalten und die vertikale, offene Stülpschalung aus unbehandeltem Schweizer Lärchenholz genauer zu betrachten. Die senkrechten Bretter wurden nicht flach an die Fassade geschraubt, sondern im Winkel. Das ergibt beim Vorbeigehen einen wunderschönen optischen Effekt. Dass es hinter die Bretter regnen und schneien kann, sei kein Nachteil, versichert Kantonsbaumeister Mäusli. «Wichtig ist vor allem, dass das Holz gut abtrocknen kann, was mit dieser Hinterlüftung erreicht wird», betont er. Diese Art der Verschalung habe sich gut bewährt.

update ag