Büren
11.10.2017

Altes Wegkreuz an Gemeindetreffpunkt neu installiert

Markiert dank Sponsor wieder Präsenz: «Tscharland»-Kreuz im Bürner Bann. Foto: Willi Wenger-Wüthrich

Markiert dank Sponsor wieder Präsenz: «Tscharland»-Kreuz im Bürner Bann. Foto: Willi Wenger-Wüthrich

Im Bürner Bann, beim Gemeindetreffpunkt der Baselbieter Gemeinden Ziefen und Lupsingen sowie den Schwarzbubengemeinden Büren und Seewen, in der Schneematt, ist das «Tscharland»-Kreuz neu aufgestellt worden.

Willi Wenger-Wüthrich

Das pietätvoll gestaltete Werk ersetzt zwei Vorgängerinnen aus den Jahren 1876 und 1940. Möglich gemacht hat dies der Lupsinger Ehrenbürger und ehemalige Waldchef Richard Tschopp, der als Initiator und Sponsor die treibende Kraft hinter diesem Projekt war.

Das aus Eichenholz gefertigte Kreuz steht im Gebiet Schneematt, einem seltenen Gemeindetreffpunkt von vier Kommunen. Die Gemeinden Ziefen, Lupsingen, beide Basel-Landschaft, sowie Büren und Seewen, beide Solothurn, treffen dort, am traditionellen Banntagsplatz von Lupsingen, zusammen. Der Ort, an welchem die Naturfreunde Liestal über Jahrzehnte bis zu deren Auflösung Ende 2010 wirkten, ist allerdings kein Platz für Feste im engeren Sinn, sondern ein Ort der Besinnung und der Ruhe.

Richard Tschopp, welcher der Initiator des schlicht gehaltenen Eichenholz-Wegkreuzes ist, und der als ehemaliger Waldchef der Bürgergemeinde Lupsingen eine enge Beziehung zur Schneematt hat, sagt dem «Wochenblatt», dass es ihm ein Bedürfnis war, das in den 1970er-Jahren verfallene letzte «Tscharland»-Kreuz durch ein neues zu ersetzen. Er sagt auch, warum das Kreuz den speziellen Namen trägt.

Dieser ist von den ehemaligen Besitzern des Schneematt-Bauernhofs abgeleitet, die das erste Kreuz 1876 errichtet hatten. Die Familie Tscharland, die einst von Seewen auf die Schneematt übersiedelte, hätte dies im Zeichen um Kindersegen und in Dankbarkeit getan. Neue Besitzer des Schneematt-Bauernhofs hätten, so Tschopp, zum Kreuz ebenfalls lange Jahre Sorge getragen und dieses 1940 sogar erneuert. In den 1970er-Jahren sei dieses jedoch ebenfalls «der Altersschwäche» zum Opfer gefallen.

Das nunmehr neu aufgestellte «Tscharland»-Kreuz ist das Dritte seiner Art auf der Schneematt, nach einer gewissermassen gut 40-jährigen Pause. Es stellt sicher, dass das Kreuz und die Schneematt jetzt wieder vereint sind. An einem speziellen wie verträumten Ort. Ein Besuch dorthin auf rund 570 Meter Seehöhe lohnt sich.

Neben dem Kreuz befindet sich das Kellerhäuschen des ehemaligen Bauernhofs, der vor über 60 Jahren zurückgebaut wurde. Das Spezielle an diesem der Bürgergemeinde Lupsingen gehörenden Kellerhäuschen, das zurzeit von den Lupsinger «Waldchutzen» gemietet ist, ist die Tatsache, dass dieses in zwei Gemeinden steht. Ein Drittel des Hauses liegt auf Seewener Boden, zwei Drittel auf Bürner Gemeindegebiet. Konkret: Die halbe Küche und die Garderobe befindet sich in Seewen. Dies ist Grund genug dafür, dass die Bürgergemeinde Lupsingen als Grund- und Hausbesitzerin im Kanton Solothurn auch Steuerzahlerin ist.

update ag