Nuglar
15.10.2014

Lokale, soziale und ökologische Landwirtschaft

Die Mitglieder der «Nuglar Gärten»: Sie legen den Beerengarten Pro Specie Rara an (August 2014). Foto: ZVG. Zoé BeutlerHier entstand die Idee: Zoé Beutler (l.) und Dominique Oser engagieren sich auch in den Gemeinschäftsgärten Landhof in Basel, einem weiteren Projekt von Urban Agriculture Basel. Foto: Alexandra Burnell

Die Mitglieder der «Nuglar Gärten»: Sie legen den Beerengarten Pro Specie Rara an (August 2014). Foto: ZVG. Zoé Beutler

Hier entstand die Idee: Zoé Beutler (l.) und Dominique Oser engagieren sich auch in den Gemeinschäftsgärten Landhof in Basel, einem weiteren Projekt von Urban Agriculture Basel. Foto: Alexandra Burnell

In Nuglar entsteht auf 6,5 Hektaren Landwirtschaftsland eine neue Art von Lebensmittelproduktion. Das Projekt «Nuglar Gärten» ist als gemeinnütziger Trägerverein strukturiert, dessen Mitglieder den Landwirtschaftsbetrieb mitgestalten und sich auch Risiko und Ertrag teilen.

Alexandra Burnell

Mit dem Projekt «Nuglar Gärten» werden bei der Lebensmittelproduktion neue, alternative Wege beschritten. Die Landwirtschaft wird gemeinschaftlich getragen. Lokal, sozial und ökologisch. Auf 6,5 Hektaren Landwirtschaftsland in Nuglar, verteilt auf 12 Parzellen, werden seit April 2013 Obst, Getreide, Beeren, Gemüse und Kräuter nach biologisch-dynamischen und permakulturellen Prinzipien bewirtschaftet. Hauptverantwortliche für die Gärten in Nuglar sind die Soziologin Zoé Beutler und die Landwirtin und Pächterin Dominique Oser, die beide mit dem Verein Urban Agriculture Basel vernetzt sind. Von dort kam der Anstoss für die Nuglar Gärten. «Die Menschen wollen Lebensmittel aus der Region und sie möchten mitbestimmen und mitgestalten wie sie angebaut werden», erklärt Beutler. Die Nuglar Gärten sind als gemeinnütziger Trägerverein strukturiert, dessen Mitglieder sich Risiko und Ertrag teilen, den Landwirtschaftsbetrieb mitgestalten und auch mitanpacken.

Im Mai 2014 wurde der Verein gegründet. Bisher sind rund 30 Personen aus Stadt und Land beigetreten und haben bei der Gestaltung des Projekts mitgewirkt. Beutler ist die Präsidentin und verantwortlich für die Koordination und Administration im Verein und für die Kurse. Diese werden von der Uni Basel unterstützt und sind ein wichtiges Standbein des Vereins. Die Mitglieder erhalten in den Kursen praktisches und theoretisches Wissen im Bereich Umwelt und Ökologie, sei es im Obstschnittkurs, im Hügelbeetbau-Workshop oder auf der Wiesenexkursion.

Dominique Oser leitet die Aktionen auf dem Feld. Aktuell können Obst von den bestehenden Bäumen und Kürbisse geerntet werden. Ausserhalb des Dorfes wurde bereits Getreide gesät. Eine Wildobsthecke wurde gepflanzt und im Pro- Specie-Rara-Beerenschaugarten im Dorf Erdbeeren gesetzt. Die Marktunabhängigkeit verschafft Raum zum Experimentieren. So wurden zum Beispiel Süsslupinen und Quinoa als Testfeld gepflanzt. «Es ist interessant auszuprobieren, ob hier spezielle Kulturen mit biologischem Anbau wachsen», sagt Oser. Am Rande des Dorfes ist auf 1000 Quadratmetern Gemüseanbau vorgesehen. «Dort wird das Land für den Start im Frühling vorbereitet», sagt die Landwirtin.

Ab 2015 dann wird die Nahrungsmittelproduktion vergrössert. Dann können die Mitglieder, die ein Abo haben, regelmässig frische, saisonale Lebensmittel beiziehen. Das Abo für 2015 kann bereits jetzt abgeschlossen werden. «Abholstellen für die Lebensmittel sind in Nuglar, in Basel und bei Bedarf auch in Liestal vorgesehen», erklärt Beutler.

Noch bis Ende 2014 wird das Projekt fachlich und finanziell von der Uni Basel unterstützt. Für danach wurden laut der Präsidentin Stiftungsgelder beantragt. «Ziel ist aber, dass bis in drei Jahren die ‹Nuglar Gärten› selbsttragend sein werden», sagt Beutler.

update ag