Reinach: Braukunst
05.01.2018

Reinach und seine Biere

Vier Hobbybrauer im Kägen: Tom Hauenstein, Moritz Bützer, Peter Zimmermann und Ramon Saladin (v. l.) haben mit ihrem «Gruebe Bräu» noch einiges vor.  Foto: Caspar Reimer

Vier Hobbybrauer im Kägen: Tom Hauenstein, Moritz Bützer, Peter Zimmermann und Ramon Saladin (v. l.) haben mit ihrem «Gruebe Bräu» noch einiges vor. Foto: Caspar Reimer

«Gruebe Bräu», «Zunftbier Bärenbräu» und «Kirchgass-Bier» – so heissen die Biere aus Reinach. Das «Wochenblatt» stellt die Gerstensäfte und die Brauer dahinter vor.

Caspar Reimer

Regionale und lokale Brauereien schiessen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden: Heute sind in der Schweiz über 1000 kleine Brauereien registriert – vor dem Fall des Bierkartells 1991 waren es gerade mal 30. In der Region macht etwa das in Ziefen hergestellte «Baselbieter Bier» von sich reden. «Die Leute haben genug vom Einheitsgesöff grosser Konzerne, regionale Biere haben deshalb Zukunft», sagt der Reinacher Verwaltungsratspräsident der Baselbieter Brauerei AG und ehemaliger Direktor der Brauerei Ziegelhof, Theodor Schaller.

Auch auf Reinacher Boden gedeihen aktuell mehrere Bierideen: So etwa in einer kleinen Brauerei an der Duggingerstrasse 20 im Industriequartier Kägen. Dort sind vier Hobbybrauer dabei, sich im Biermarkt nach oben zu brauen. Entstanden ist die Idee im Haus von Moritz Bützer am Grubenweg in Reinach – daher der Name «Gruebe Bräu». «Im Mai 2016 habe ich das erste Mal bei mir zu Hause auf dem eigenen Kochherd gebraut», so Bützer. Seine drei Kollegen und er beschlossen darauf, ein eigenes Bier zu entwickeln: «Angefangen haben wir mit 50 Litern bei mir in der Garage.» Das war dem Quartett bald zu wenig. Sie machten sich auf die Suche nach einer grösseren Räumlichkeit und wurden im Süden Reinachs fündig: «Seit April 2017 sind wir hier an der Duggingerstrasse. Im vergangenen Jahr waren wir hauptsächlich mit dem Umbau beschäftigt, 2018 kann es wieder richtig losgehen.» Gab es das «Gruebe Bräu» bisher nur in Flaschen, füllt die Brauerei nun das Bier in grosse Fässer ab, von denen direkt angezapft werden kann: «Wollen wir das Bier an die Vereine bringen oder an Festen verkaufen, müssen wir es in Fässern liefern», sagt Bützer. Da seine drei Kollegen aus unterschiedlichen Gemeinden kommen, kann die Brauerei bereits ein kleines Vertriebsnetz über die Reinacher Grenzen hinaus aufbauen. In naher Zukunft werden erste Dorfläden und Restaurants in der Region beliefert.

Jeden dritten Samstag kann man das «Gruebe Bräu» vor Ort an der Duggingerstrasse kaufen oder es jederzeit online unter www.gruebebraeu.ch bestellen. Den vier Brauern geht es keineswegs um den Profit, sondern um ein Hobby, das sie mit Begeisterung verfolgen: «Es ist spannend zu sehen, wie das eigene Bier entsteht, und es gibt einem ein gutes Gefühl, das eigene Bier aus dem Kühlschrank zu nehmen und sich einen Schluck zu genehmigen», freut sich Bützer.

Bärenbräu wiederbelebt

Eine weitere Bieridee ist aus den Reihen der Zunft zu Rebmessern entstanden. Angelehnt an die Brauerei Bärenbräu, die von 1837 bis 1912 im Reinacher Dorfzentrum am Ort des heutigen Gemeindehauses Bier herstellte, gründeten die drei Zunftbrüder Guido Schneider, Fredi Kilchherr und Beda Flury das «Zunftbier Bärenbräu» und liessen damit altes Handwerk wieder aufleben. Im Handel zu kaufen gibt es das Bier allerdings nicht – es ist nur für Anlässe der Zunft vorgesehen. Hobbybrauer Beda Flury bringt bereits Erfahrung im Herstellen eines eigenen Bieres mit: «Vor drei Jahren habe ich an der Kirchgasse angefangen, mein eigenes Bier zu brauen. Deshalb nenne ich es Kirchgass-Bier», erzählt Flury. Sein Bier verkauft Flury regelmässig an Gäste in geschlossener Gesellschaft in seinem Galerien-Beizli XT an der Kirchgasse. Auch am Reinacher Stadtfest im Sommer 2015 gab es sein Bier zu trinken. Für Flury ist das Bierbrauen ein leidenschaftliches Hobby, das aus seiner Kochleidenschaft entstanden ist. Man darf nun gespannt sein, ob im neuen Jahr weitere Bierideen vom Reinacher Himmel fallen.

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