Pfadi am virtuellen Lagerfeuer

Pfadfinder aus der Region Basel trafen sich in Reinach, um über Funk und Internet mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt zu kommunizieren.

Über Funk und Internet mit der ganzen Welt verbunden: Pfadfinder in Reinach.  Foto: Vito Cordasco
Über Funk und Internet mit der ganzen Welt verbunden: Pfadfinder in Reinach. Foto: Vito Cordasco

Caspar Reimer

Das Reinacher Feuerwehrmagazin verwandelte sich am vergangenen Wochenende in eine Pfadfinder-Hochburg. Dort nahmen nämlich von Freitag bis Sonntag rund 50 Kinder und Jugendliche aus der Region Basel am weltweit grössten Pfadfinderanlass, dem «Jamboree on the Air – Jamboree on the Internet», teil. Und wie der Name der Veranstaltung schon vermuten lässt, war der Anlass ganz anders, als man sich allgemein ein Pfadfindertreffen vorstellt. Die Pfadis waren diesmal nicht im Wald, sondern vor allem im Internet unterwegs.

Andere Kulturen kennen lernen

«Jamboree on the Air» gibt es seit mehr als 50 Jahren, «Jamboree on the Internet» ist später hinzugekommen. Die Idee ist aus dem «World Scout Jamboree», dem Weltpfadfindertreffen, an das alle vier Jahre 30 000 Pfadis anreisen dürfen, entstanden. Denn für die Mehrheit der weltweit rund 41 Millionen Pfadfinder bleibt die Teilnahme an einem solchen Lager schon aus finanziellen Gründen ein Wunschtraum. So kamen findige Pfadfinder auf die Idee, einen festen Termin zu verabreden und allen Pfadis weltweit die Möglichkeit zu bieten, miteinander in Kontakt zu treten. Dazu bauen die Pfadfinder auf allen Kontinenten Amateurfunkstationen auf, über welche das ganze Wochenende via Sprach- oder Morsefunk oder andere Übertragungsarten kommuniziert wird.

Auch das Internet war fester Bestandteil des Treffens. So konnte man sich an einem virtuellen Lagerfeuer mit Pfadfindern aus aller Welt treffen oder im Chat Informationen austauschen. «Der Anlass ist für die Pfadi ein sehr wichtiges Ereignis. Er ermöglicht den Jugendlichen, ohne grosse Kosten, andere Kulturen kennen zu lernen. Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen zur Völkerverständigung», sagt Gruppenleiter Andreas Fuhr.

Führung durch Magazin

Nicht nur Schweizer Pfadfinder waren am Wochenende im Feuerwehrmagazin. Auch ein internationaler Ableger der Boy Scouts of America, der US-amerikanischen Pfadfindervereinigung, war mit dabei. Trotz dem weltweit geltenden Pfadfindergedanken, die jungen Menschen fürs Leben fit zu machen, zeigten sich hier kulturelle Unterschiede: «Unsere amerikanischen Kollegen sind streng hierarchisch organisiert. Das ist bei den Schweizer Pfadfindern ganz anders», berichtet Fuhr. Für den Fall, dass es den Einheimischen zu viel wurde, hatte die Schweizer Gruppe ein Ausweichprogramm mit traditionellen Pfadfinderaktivitäten organisiert. Abwechslung gab es für alle Pfadfinder am Samstagnachmittag so oder so: Dann führte die Feuerwehr Reinach durch ihr Magazin und gab den Pfadfindern sogar die Gelegenheit, selber Feuer zu löschen.

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