Reinach: Interview
19.12.2018

Melchior Buchs: «Eine Steuererhöhung ist im Moment noch kein Thema»

Investition Sportanlage Fiechten: Hier entsteht ein neues Clubhaus und ein neues Kunstrasenfeld für den FC Reinach.

Investition Sportanlage Fiechten: Hier entsteht ein neues Clubhaus und ein neues Kunstrasenfeld für den FC Reinach. Foto: Thomas Kramer

Am Montag hat der Einwohnerrat das Budget 2019 und den Finanzplan für die kommenden Jahre verabschiedet. Trotz grossen finanziellen Belastungen will der Gemeindepräsident die Attraktivität des Standorts Reinach aufrechterhalten.

Caspar Reimer

Wochenblatt: Herr Buchs, wie steht es um die Finanzen in Reinach?

Melchior Buchs: Wir rechnen wieder mit einer starken Zunahme der Ausgaben im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich. Zudem werden wir wegen der Steuervorlage 17 voraussichtlich ab 2020 weniger Unternehmensgewinnsteuern erhalten. Insgesamt ist für 2019 ein Verlust von 1,6 Millionen Franken budgetiert.

Welche Investitionen stehen 2019 an?

Melchior Buchs: Neben infrastrukturellen Unterhaltsinvestitionen fällt der Abschluss der ersten Etappe der neuen Sport- und Freizeitanlage Fiechten am meisten ins Gewicht. Diese Investition beläuft sich 2019 auf rund 3,7 Mio. Franken. Im Frühling sollten das neue Clubhaus, ein neues Kunstrasenfeld und das bestehende Naturrasenfeld für den FC Reinach bezugsbereit sein.

Wie will die Gemeinde Reinach all diese Kosten stemmen?

Melchior Buchs: Indem wir die Realisierung von Quartierplänen weiter vorantreiben und so zusätzliche Steuerzahler nach Reinach holen. Im kommenden Jahr steht etwa die Realisierung der Überbauung Stockacker an, wo mehr als 70 attraktive Wohnungen entstehen. In absehbarer Zeit sollte unter anderem auch mit dem Bau des Quartierplans Oerin mit 140 Wohnungen an der Fleischbachstrasse begonnen werden.

Was passiert, wenn es mit der Realisierung der Bauvorhaben nicht so rasch vorwärtsgeht wie erhofft? Was, wenn sich der Wohnungsmarkt abkühlt?

Melchior Buchs: Wenn man budgetiert und eine längerfristige Finanzplanung macht, muss man auf Annahmen aufbauen. Ob diese dann eintreten, ist eine andere Frage. Hier würde ich aber nicht allzu schwarz sehen, sondern auf die Attraktivität des Standorts der Gemeinde Reinach setzen. Reinach hat wirklich viel zu bieten. Wir haben etwa ein grosses Angebot an Schulen, welches uns für Familien attraktiv macht.

Hat die Gemeinde Reinach einen Plan B in der Finanzstrategie?

Melchior Buchs: Wenn man Kostensteigerungen hat und sich die Einnahmeseite nicht wie erhofft entwickelt, müsste man mittelfristig über eine Steuererhöhung diskutieren. Momentan ist dies kein Thema, weil wir eine gute Deckung mit Eigenkapital haben.

Vor neun Monaten haben Sie Ihr Amt angetreten. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Melchior Buchs: Der neu zusammengesetzte Gemeinderat kann auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. Unser wichtigstes Ziel war es, die Situation um das Asylzentrum zu beruhigen und zu bereinigen. Das haben wir erfreulicherweise erreicht. Zudem war es mir ein grosses Anliegen, den Kontakt zur Bevölkerung zu verbessern. Hier ergaben sich viele Gespräche und ich habe grosses Vertrauen in die Arbeit des Gemeinderates gespürt.

Nicht ganz alles ist im scheidenden Jahr geglückt…

Melchior Buchs: Ja, das Gartenbad hat uns allen leider viel Ärger beschert. Die Freude über die neue Anlage wurde getrübt durch Probleme beim Fortschritt der Bauarbeiten. Leider wird uns das Thema nach dem Auftreten weiterer Baumängel beschäftigen.

Was erwartet uns 2019 politisch?

Melchior Buchs: Verschiedene Quartierplanungen, weitere Planungsfortschritte für den Neubau der Schulanlage Surbaum oder die Zukunft des gemeindeeigenen Kabelnetzes wird uns sehr stark beschäftigen.

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