Münchenstein: Wirtschaft
28.11.2018

Für vorbildliche Firmenübernahmen mit Förderpreis geehrt

Freut sich über den ersten Platz: Adrian Oberli, Inhaber von Elektro Mühlethaler, Elektro Brodbeck und AO Elektrokontrolle.  Foto: Isabelle Hitz

Freut sich über den ersten Platz: Adrian Oberli, Inhaber von Elektro Mühlethaler, Elektro Brodbeck und AO Elektrokontrolle. Foto: Isabelle Hitz

Am Tag der Wirtschaft vom letzten Donnerstag durfte Adrian Oberli, Inhaber von Elektro Mühlethaler in Münchenstein, in der St. Jakobshalle den ersten Preis der Swiss Next Challenge entgegennehmen.

Isabelle Hitz

In der Schweizer Wirtschaftslandschaft spielen die KMU eine wichtige Rolle. Das Bundesamt für Statistik (BFS) gibt an, dass die KMU mehr als 99% aller Unternehmen unseres Landes ausmachen und rund zwei Drittel der Arbeitsplätze stellen. Für jedes fünfte dieser KMU muss in den nächsten Jahren eine Nachfolge gefunden werden, damit Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Mit dem Förder-Wettbewerb Swiss Next Challenge unterstützt die Fachhochschule Nordwestschweiz Nachfolgeregelungen bei KMU und zeichnet besonders gelungene Lösungen aus. Die drei Trägerorganisationen (FHNW, BLKB und Wirtschaftskammer Baselland) stellen die Teilnahme kostenlos zur Verfügung und bieten ein vielfältiges Angebot an Workshops, Seminaren, Netzwerkanlässen.

Nachfolgeregelungen unterstützen

Den ersten Platz der Swiss Next Challenge 2018 und 5000 Franken Preisgeld durfte dieses Jahr Adrian Oberli entgegennehmen, ex aequo mit Luder und Partner AG, Praxis für Pferde und Kleintiere in Oberwil. Mit seiner am 1. April 2016 gegründeten Oberli Beteiligungen AG berät und unterstützt Adrian Oberli Unternehmen bei der Nachfolgeregelung, tritt aber auch als Investor auf. So hat er im April 2016 als erste Unternehmensbeteiligung die Elektro Mühlethaler AG in Münchenstein übernommen. Ein traditionelles, lokal verankertes Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern. Kurz darauf stiessen die Elektro Brodbeck AG und ein Jahr später die AO Elektrokontrolle, beide in Reinach, dazu. «Die beiden ersten Unternehmen waren klassische Familienunternehmen, die keinen internen Nachfolger hatten», erklärt Oberli.

Block gegen iPads eingetauscht

Alle drei Beteiligungen werden mit der bestehenden Belegschaft und unter dem ursprünglichen Namen weitergeführt. «Bei der Übernahme haben wir uns überlegt, wie wir diese Branche effizienter und betriebswirtschaftlicher gestalten können», erklärt Adrian Oberli. So hat die Digitalisierung in die von Oberli übernommenen, über Jahre nach alter Schule geführten Betriebe Einzug gehalten. IT-basierte Lösungen und eine schlanke Infrastruktur erlauben kosteneffizientes Arbeiten, sodass die Handwerkbetriebe auch langfristig erfolgreich sein können. Langwierige und fehleranfällige Material- und Rapportzuordnungen in Papierform gehören dank iPad und modernster Telefonanlage der Vergangenheit an. «Es ist wichtig, dass das traditionelle Handwerk Zukunft hat und Arbeitsplätze erhalten bleiben», betont Oberli.

Der Ansatz der Oberli Beteiligungen AG hat die Jury des Swiss Next Challenge überzeugt: «Adrian Oberli respektiert die gewachsenen Strukturen und lässt sie bestehen. Er entwickelt das Unternehmen mit den bestehenden Mitarbeitern weiter. Das finden wir vorbildhaft», erklärt Arie Verkuil, Leiter des Instituts für Unternehmensführung der Fachhochschule Nordwestschweiz und Jurypräsident der Swiss Next Challenge. Oberli habe gezielt in die Zukunft des Elektro-Handwerks investiert und Arbeitsplätze in der Region Nordwestschweiz nachhaltig gesichert, betont Verkuil.

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