Münchenstein: Weihnachtsfeier
20.12.2017

Eine Weihnachtsidee wird 30

Engagierter Vorstand des Schwanen-Vereins: Monika Rath, Cony Christen, Ursula Müller, Freddy Baumann, Jürgen Rath und Daniel Koch (v. l.).  Foto: Thomas Brunnschweiler

Engagierter Vorstand des Schwanen-Vereins: Monika Rath, Cony Christen, Ursula Müller, Freddy Baumann, Jürgen Rath und Daniel Koch (v. l.). Foto: Thomas Brunnschweiler

Am Heiligabend findet im Kuspo zum 30. Mal die Schwanen-Weihnacht statt. Die Weihnacht für Menschen, die sonst allein feiern müssten, ist eine Erfolgsgeschichte zwischenmenschlicher Art.

Thomas Brunnschweiler

Schon bald nach der Türöffnung um 17.45 Uhr dürften auch dieses Jahr die Tische im Saal voll besetzt sein. «Wir kalkulieren jeweils mit 200 Personen», sagt Jürgen Rath vom Vorstand des Schwanen-Vereins, «rund zehn Prozent der Gäste kommen ohne Anmeldung.» Menschen, die sonst alleine wären, erhalten am Heiligabend nicht nur ein 5-Gang-Menu mit Getränken serviert, sondern sind Teil einer besinnlichen Weihnachtsfeier. «Es soll eine traditionelle und gediegene Feier sein», erklärt der ehemalige Präsident des Vereins. Er legt Wert darauf, dass dieser Anlass auf der Gleichwertigkeit aller Anwesenden beruht. «Wir begegnen uns alle auf Augenhöhe. Wir kennen auch keine Randständigen, sondern nur Menschen», betont er. Jeweils zehn Personen sitzen an einem Tisch, wobei bis zu zwei Helfende die Moderation übernehmen. Nach der Begrüssung des Präsidenten Freddy Baumann wird die Suppe serviert, danach richtet Pfarrer Markus Perrenoud besinnliche Worte an die Anwesenden. Roland Jud alias Mr. Magic Steel begleitet drei Weihnachtslieder auf seiner Steel Guitar und sorgt für die weitere musikalische Umrahmung. Danach werden die weiteren Gänge serviert, die von Köchin Ursula Müller und vielen Helfenden im Verlauf des Tages zubereitet werden. Zum Schluss gibt es noch ein «Bhaltis».

Warum Schwanen-Weihnacht?

Der Name der Weihnachtsfeier geht auf den Gasthof zum Schwanen zurück, der 1861 von der Gemeinde Münchenstein erworben wurde und bis 1919 als Schulhaus diente. Bis 1957 war darin die Gemeindeverwaltung untergebracht und 1980 wurde das Haus an der Hauptstrasse 50 unter Heimatschutz gestellt und wird heute als «Haus der Begegnung» genutzt. Im Zuge der Renovation der Liegenschaft wurde in der Baukommission die Idee geboren, aus dem Erlös der Banntagsbeiz eine Weihnachtsfeier für Alleingebliebene auszurichten. Am 24. Oktober 1988 wurde der «Verein zum Schwanen» gegründet und im selben Jahr fand die erste Schwanen-Weihnacht im Melchior-Berri-Saal statt, der für die damals anwesenden 35 Gäste noch genügte. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde die Feier 1998 in das neu erstellte Kuspo verlegt.

Grosser Einsatz der Helfenden

Da sich die soziale Wirklichkeit in den letzten fünfzig Jahren grundlegend verändert hat, sind heute viele Menschen an Weihnachten alleine. Paradoxerweise ist so die Weihnachtszeit eher zur Belastung geworden. Umso wichtiger sind öffentliche Feiern wie die Schwanen-Weihnacht. «Eine 97-jährige Dame kommt schon seit Jahren an diesen Anlass», sagt Jürgen Rath, «und schätzt ihn enorm.» Für viele ältere und alleinstehende Menschen ist der Heiligabend ohne Schwanen-Weihnacht nicht mehr vorstellbar. Dank 50 bis 60 Helferinnen und Helfern und dank der Spenden von Privaten, Firmen, des Lotteriefonds, der Bürgergemeinde und der räumlichen Kuspo-Bereitstellung durch die Gemeinde kann der Anlass durchgeführt werden. Der Verein hofft, auch in Zukunft Menschen zu finden, die sich für diese wunderbare Weihnachtsidee begeistern lassen.

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