Münchenstein: Application Software
11.10.2017

My Info Münchenstein – die Gemeinde für die Hosentasche

Kreative Umgebung: Der App-Entwickler David Meier auf dem Campus der Künste.  Foto: Lukas Hausendorf

Kreative Umgebung: Der App-Entwickler David Meier auf dem Campus der Künste. Foto: Lukas Hausendorf

Gemeinderat David Meier (FDP) hat privat und in seiner Freizeit eine Gemeinde-App entwickelt. My Info Münchenstein ist in erster Linie für Einheimische eine nützliche Anwendung.

Lukas Hausendorf

Wer sich mit David Meier über seine App unterhält, merkt rasch, dass hier jemand mit Leidenschaft am Werk ist. Seit einem halben Jahr verbringt Meier einen Grossteil der Wochenenden hinter dem Computer. «Ich habe die Stunden nicht aufgeschrieben», sagt er. Der 51-Jährige beschäftigt sich seit mehreren Jahren auch schon beruflich mit Apps. An der Universität Zürich ist er verantwortlich für die betriebseigenen Apps. «Wenn ich mitreden will, muss ich mich auch auskennen», sagt Meier. Und so begann er selbst zu programmieren. Zunächst einen Abfallkalender, der ihn jeweils am Vortag per Push-Benachrichtigung an die Abfuhr erinnerte. Das Projekt wuchs weiter und jetzt ist seit August My Info für Münchenstein im iTunes-Store von Apple erhältlich.
Die App überzeugt durch einfache Bedienbarkeit und die Reduktion auf einige wenige, aber nützliche Funktionen. Ein Fahrplan, der einem jederzeit alle Verbindungen aller Münchensteiner Haltestellen verrät, gehört genauso dazu wie ein Ortsplan mit Navigations-Funktion zu allen wichtigen Punkten. Die Karte bezieht die App von Google, sie funktioniert allerdings auch offline. «Mir war wichtig, dass die App grundsätzlich auch offline funktioniert», erklärt Meier. Ein Eventkalender, eine verlässliche Wetterprognose und ein Restaurant-Verzeichnis fehlen ebenso wenig wie der Abfallkalender. Nützlich beim Restaurantverzeichnis: Die Beizenkarte ist mit dem Bewertungsportal Yelp verknüpft. Wer unschlüssig ist, welches Lokal er ausprobieren möchte, kann gleich auch auf die Bewertungen anderer Gäste zurückgreifen.


Eventkalender als virtueller Dorfplatz


Besonders beliebt ist laut Meier der Veranstaltungskalender. Die Münchensteiner interessiert, was in ihrem Dorf läuft. Diesen «up-to-date» zu halten, ist aber gar nicht so einfach. Noch ist es Meier beispielsweise nicht möglich, die Daten des Kalenders der Gemeindewebsite automatisch abzugreifen. Eine entsprechende Schnittstelle fehlt noch. Open Data ist in Gemeinden, im Gegensatz zu den grossen Städten in der Schweiz, noch kaum ein Thema. Das ist auch verständlich, die entsprechenden Ressourcen, Datenbestände intern zu verwalten und solche Schnittstellen zu betreuen, fehlen auf einer Gemeindeverwaltung. Meier möchte da auch nicht politisch Druck machen, weil ihm wichtig ist, dass seine App ein privates Projekt ist. Dafür bietet der Kalender die Möglichkeit, von Benutzerseite Inhalte zu generieren. Ein entsprechendes Formular, das den Nutzern erlaubt, selbst Veranstaltungen einzutragen, sei durchaus machbar. Ein umfassender Veranstaltungskalender fürs Dorf scheint das beste Verkaufsargument für die App zu werden. «Events interessieren die Leute», stellt Meier fest. Die App könnte für Veranstalter zu einem wichtigen Werbekanal werden, wenn sie im Dorf breit genutzt wird. Gleichzeitig schafft sie damit im virtuellen Raum eine Gemeinschaft und wird wichtiger Teil des Dorflebens.


Im November auch für Android

So richtig durchstarten kann My Info Münchenstein erst, wenn die App auch für Android-Nutzer erhältlich ist. Meier arbeitet bereits mit Hochdruck an der Version für das Google-Betriebssystem. «Sie kommt im November», verspricht er. Das meiste sei schon gemacht. Als Programmierer weiss er aber auch: «Der Teufel liegt im Detail.»

update ag