Gewerbeverein Dornach ringt um seine Zukunft
Wohin steuert der Gewerbeverein Dornach? Der Vorstand mit Reto Zuber (Kassier), Johannes Cueni (Aktuar), Felicitas Schneider (Präsidentin), Stefanie Nebel (Beisitzerin), Markus Gasser (Beisitzer, v. l.) sucht Lösungen. Foto: Tobias Gfeller
An der Generalversammlung suchten die Mitglieder Wege aus der Vereinskrise. Diskutiert wurde eine Annäherung an den Gewerbeverein Dorneckberg
Tobias Gfeller
Wie weiter mit dem Gewerbeverein Dornach?» lautete Traktandum Nummer zwölf am Dienstagabend. Die Sinnfrage ist aktueller denn je. Der Verein durchläuft seit Jahren eine Phase des Stillstands. Es läuft wenig, die Mitglieder sind vereinsintern inaktiv und die langjährige Präsidentin Felicitas Schneider sucht schon seit geraumer Zeit eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. «Bis heute hat sich niemand gemeldet, dieses Amt übernehmen zu wollen», so Schneider. In der gut besetzten Schloss-Stube des Restaurants Dorneck-Schlosshof schmunzelte jemand leise: «Das sagt sie jedes Jahr!» Aufgrund der geringen Motivation, im Gewerbeverein aktiv mitzuwirken, stellte Schneider den Mitgliedern die Frage: «Wieso sollten wir mit dem Gewerbeverein weiterfahren?» Reaktionen aus dem Plenum blieben vorerst aus.
Gespräche mit dem Dorneckberg
Die Diskussion gewann an Fahrt, alsSchneider den Vorschlag des Vorstandes vortrug, mit dem benachbarten Gewerbeverein Dorneckberg Gespräche aufzunehmen. Ob mit dem Ziel, enger zusammenzuarbeiten oder gar eine Fusion anzustreben, wurde nicht ganz deutlich, Letztes aber wurde von vielen implizit mitgedacht. Das verdeutlicht folgendes Mitglieder-Votum: «Es stellt sich die Frage, ob Dorneckberg einen halblahmen Verein überhaupt aufnehmen will!» Ein anderer wollte von Zusammenarbeit nichts wissen: «Wenn wir hier in Dornach selber nichts hinkriegen, hat dieser Gewerbeverein keine Zukunft mehr.»
Roman Baumann Lorant, als neu gewählter Präsident des Gewerbevereins Dorneckberg Gast an der Dornacher GV, wollte zu einer möglichen Zusammenarbeit oder gar einer Fusion nicht Stellung beziehen. Er mahnte aber an, dass die Gespräche innerhalb seines Vereins länger gehen würden als bis zum Herbst, wenn sich der Gewerbeverein Dornach zur nächsten Versammlung treffen wird. Was bis dahin in Dornach geschieht, scheint genau so unklar zu sein wie vor der Generalversammlung. Sicher ist: Der Vorstand versucht vehement, Mitglieder zu finden, die sich im Verein stärker engagieren. Die älteren Mitglieder warfen immer wieder in die Runde, «dass sich doch vermehrt die Jüngeren aktiv zeigen sollen».
Gewerbeausstellung abgesagt
Sinnbildlich für die schwierige Situation des Gewerbevereins Dornach steht die für letztes Jahr geplante Gewerbeausstellung. Sie musste «aus finanziellen Gründen abgesagt werden»», sagte Aktuar Johannes Cueni, der die Ausstellung organisieren wollte. Alles sei vorbereitet gewesen, erklärte Cueni, der seine Enttäuschung nicht verbergen konnte. «Wir hatten rund 30 provisorische Anmeldungen. Die Schwelle, damit es mit den Kosten zu schaffen gewesen wäre, lag bei 50 Anmeldungen.» Die Durchführung einer Gewerbeausstellung sei aufgrund mangelnden Interesses und der zu hohen Kosten zu riskant gewesen, so Cueni. Ebenso stellvertretend für das labile Dasein des Gewerbevereins stehen die «in den letzten Jahren oftmals nur zögerlich einbezahlten Mitgliederbeiträge», wie es Kassier Reto Zuber noch sachte formulierte.


