arlesheim: ferienpass
12.07.2018

Ferienpass: Kinder mit Handschellen und Fussfesseln im Gefängnis

Blaulicht und Sirene: In der Garage des Polizeistützpunktes wurde es ziemlich laut.  Foto: Thomas Immoos

Blaulicht und Sirene: In der Garage des Polizeistützpunktes wurde es ziemlich laut. Foto: Thomas Immoos

Dreissig Kinder waren zu Besuch bei der Kantons-polizei Baselland. Im Stützpunkt Basel West in Arlesheim liessen sie sich Fussfesseln anlegen, stülpten Schutzwesten über oder liessen sich für einige Minuten in Gefängniszellen sperren.

Thomas Immoos

Es war nicht schwer für die Polizeileute des Stützpunkts, die Aufmerksamkeit der Acht- bis Zehnjährigen zu gewinnen. In Begleitung von Susanne Fabiani und Beatrice Lüthi freuten sich die Ferienpass-Kinder, der Polizei einmal über die Schulter schauen zu dürfen. Polizeifeldweibel Daniel Hagmann wollte wissen, ob jemand einen Polizisten kenne. Artig wie in der Schule reckten sie die Hände in die Höhe. Die meisten kennen jemanden von der Polizei – und sie haben gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Die Kinder erfuhren, dass es bei der Polizei Bootsführer gibt, Hundestaffeln und sogar eine Reptilienfachfrau.

In der Gefängniszelle
In zwei Gruppen wurden die Kinder durch das weitläufige Gebäude geführt. Mit mulmigem Gefühl blickten sie in Gefängniszellen. Einige Verwegene liessen sich sogar für wenige Minuten einsperren, über Monitor von den anderen lachend und feixend beobachtet. Es zeigte sich, dass die Kinder schon einiges wissen über die Notrufnummern. Fast im Chor kamen die Antworten: «1-1-2», ruft einer. «1-1-7», tönt es aus der letzten Reihe. Staunend standen sie auch vor den grossen Zellen, in denen z. B. Krawallbrüder gleich gruppenweise verwahrt werden. «Die FCB-Hooligans auch?», will einer der Buben wissen.

Fasziniert inspizierten die Ferienpass-Kinder die diversen Gerätschaften. Einige liessen sich bereitwillig Handschellen anlegen. «Wo sind denn die Kugeln?», fragte ein leicht enttäuschter Knabe, als er in Fussfesseln vor der Polizei-Wachtmeisterin Karin Ortmayr steht. Am liebsten würden die Kinder auch noch gestreifte oder orange Häftlingskleider sehen. Dass diese in der Schweiz nicht mehr nötig sind, enttäuschte die offenbar an US-Serien geschulten Kinder ebenfalls etwas.

Eine besondere Attraktion waren natürlich die Polizeiautos. Die blinkende Warnschrift «Polizei» über der Windschutzscheibe beeindruckte, noch mehr aber das Blaulicht in Kombination mit der Sirene. Auf Anraten des Polizeiwachtmeisters Yves Chappuis hielten sie sich kichernd die Ohren zu.
Auch die leichten und die schweren Schutzwesten erweckten besonderes Interesse. Bereitwillig hoben einige die Arme, um sie sich überstülpen zu lassen. Bewehrt mit Helm oder Atemschutzmaske standen sie da und absolvierten – mehr torkelnd als laufend – einen 15-m-Lauf.

Drogenhund an der Arbeit
Der Höhepunkt kam zum Schluss: die Vorführungen mit den Drogenspürhunden. Welche Art von Drogen es sein könnten, wussten die Kids verblüffend genau: «Haschisch», «Cannabis», «Heroin», «Gras» – ja sogar «Crystal Meth» riefen sie Chappuis entgegen. Kurz schnüffelten sie an einem Säckchen Cannabis, das Polizeihund Spike innert kurzer Zeit aufgespürt hatte. Zu rasch verging für die Kinder die Zeit. In der kurzen Pause konnten sie eine von Gasparini gesponserte Glace schlecken. Nach gut drei Stunden waren aber alle froh, als sie im Eingangsbereich von Mami oder Papi wieder in Empfang genommen wurden.

Als Yves Chappuis zum Abschied fragte, wer von ihnen später Polizist werden möchte, streckten fast alle innert Sekunden ihre Hand in die Höhe.

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