Arlesheim: Musik
11.04.2018

Mit der Orgel auf Klangreise

Von der Romantik zur Moderne: Organistin Alexandra Weidlich gestaltet die Konzertreihe «Musik unter Sternen».  Foto: ZVG

Von der Romantik zur Moderne: Organistin Alexandra Weidlich gestaltet die Konzertreihe «Musik unter Sternen». Foto: ZVG

Die reformierten Kirche Arlesheim lanciert unter dem Motto «Musik unter Sternen» eine neue Konzertreihe. Premiere ist am 22. April.

Caspar Reimer

Die Veranstalterin der neuen Konzertreihe ist die hiesige Hauptorganistin Alexandra Weidlich. Die Organistin will einerseits beim Publikum Lust an der in Arlesheim selten zu hörenden romantischen und modernen Orgelmusik wecken, andererseits sollen durch Vorführungen regionaler Organistinnen und Organisten die musikalischen Möglichkeiten der 1973 nach romantischen Vorbildern erbauten Orgel gezeigt werden. Dabei spielt aber nicht nur das Instrument, sondern auch der Kirchenraum als eine Art Resonanzkörper eine Rolle. «Durch die Konzertreihe habe ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen ein wunderbares Instrument in seinem Raum als Ort der Kunst vertieft zu erforschen», sagt Organistin Weidlich. Über das ganze Jahr verteilt finden sechs Konzerte à 45 Minuten statt.

In Gefühlswelt alter Zeiten eintauchen

Die meisten an Orgelmusik interessierten Arlesheimer sind mit dem Klang der barocken Silbermann-Orgel im Dom vertraut. Die als romantisches Instrument konzipierte Orgel in der reformierten Kirche öffnet dagegen ganz andere klangliche Möglichkeiten: «Stark vereinfacht lässt sich sagen, dass Registerfarben und -lautstärken einer barocken Orgel in Stufen gestaltet sind, was klare klangliche Kontraste erzeugt. In der Romantik erweitert sich die Klangpalette des Instruments, es nähert sich dem Klang eines Symphonieorchesters.» Damit sind viele Klangfarbmischungen möglich, was im Gegensatz zum vernunftbetonten Barock der subjektiven Gefühlswelt der Romantik entspricht.

Neben der Gelegenheit, das Instrument in seinen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten und auch moderne Spielformen wie etwa die Minimal Music kennen zu lernen, richtet sich die Konzertreihe auch an Menschen, die nicht in der Orgelmusik zu Hause sind: «Ein Orgelkonzert katapultiert uns geistig und seelisch in die Geschichte. Wir haben die Möglichkeit nachzuempfinden, wie sich für Menschen des 18., 19. oder frühen 20. Jahrhunderts Gemütsbewegungen wie Liebe, Schmerz oder Zwiespalt anfühlten.»

Fünf Organisten und ein Akkordeon

Das erste Konzert am Sonntag kommender Woche bestreitet Alexandra Weidlich gleich selber: Sie spielt Schlüsselwerke der deutschen und französischen Romantik, welche die Entwicklung der Orgelmusik hin zum sinfonischen Klang zeigen. Im Zentrum des zweiten Konzertes im Mai, das von Organist Thilo Muster zusammen mit seinem Sohn und Akkordeon-Nachwuchstalent Anatole Muster gestaltet wird, steht das selten gespielte Stück «Pohádky» des im 20. Jahrhundert lebenden tschechischen Komponisten Vaclav Trojan. Das Konzert im Juni übernimmt die Organistin der Basler Paulus- und Leonhards-Kirche, Susanne Doll. Sie ist Spezialistin für Romantik und Moderne und spielt auch einmal Arrangements von Pink Floyd. Im August wird der junge, auf Improvisation in romantischem Stil spezialisierte Organist Johannes Fankhauser zu hören sein. Das fünfte Konzert wird wieder von Alexandra Weidlich gestaltet und das letzte Konzert übernimmt Markus Schwenkreis, Organist am Arlesheimer Dom. Die Konzerte beginnen um 19 Uhr.

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