Arlesheim: Gastronomie
13.12.2017

Für Augen und Gaumen

«Neues Eingangstor nach Arlesheim»: Das Culinarium ist sowohl optischer Blickfang als auch eine Gastro-Adresse im Tal.

«Neues Eingangstor nach Arlesheim»: Das Culinarium ist sowohl optischer Blickfang als auch eine Gastro-Adresse im Tal.

Seit dem vergangenen Freitag hat das Culinarium seine Türen geöffnet. Dank einem Restaurant, einer Schaubrauerei und einem Gesundheitszentrum soll der Besuch zum Erlebnis werden.

Tobias Gfeller

Architekt Philippe Wälle hat es geschafft. Das Culinarium sollte ein Hingucker werden, das die Blicke automatisch auf sich zieht. So wollte es die Gemeinde Arlesheim und die Investoren der extra dafür gegründeten Culinarium Immobilien AG aus Liestal. Der Altenmatteweg 2, so die offizielle Adresse des neuen Gebäudes, wird dank seiner Metallglasfassade und der rostfarbenen Terrasse künftig der Hingucker im Tal. «Das Culinarium soll das neue Eingangstor nach Arlesheim sein», erklärt Architekt Philippe Wälle. Das Gebäude neigt sich in Richtung Talstrasse dem Betrachter zu. Verstärkt wird dieser Eindruck durch einen Schlitz in der Mitte, der zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgt. Der daraus entstehende Knick öffnet sich zum Dorf hin.

Gebäude als Referenzobjekt

Philippe Wälle zog mit seinem Architekturbüro Fox Wälle Architekten SIA gleich selbst ins oberste Stockwerk. Für ihn ist das Culinarium sogleich auch Referenzobjekt. «So steht das Gebäude als Beispiel dafür, was wir als Architekten realisieren können.» Er konnte den vorgelegten Entwurf konsequent umsetzen. Im obersten Stockwerk befindet sich neben dem Architekturbüro ein Gesundheitszentrum. Im 1. Stockwerk verkauft Küchenbauer Meier+Tüscher Küchen für den Privathaushalt, im Erdgeschoss betreibt ab Februar die Heer AG ein Schulungszentrum für Gastronomie-Küchen. «Das Nutzen möglicher Synergien innerhalb der Mieterschaft war uns sehr wichtig bei der Mieterauswahl», erklärt Roger Burri von der Futuro Immobilien, der das Culinarium als Geschäftsführer leitet. Die Futuro Immobilien beziehen ebenfalls im 1. Stock Büroräumlichkeiten.

Bier brauen und grillieren

Seit Beginn mit im Boot ist die Culinarium AG (nicht zu verwechseln mit dem Gebäudeeigentümer Culinarium Immobilien AG) mit einem Restaurant und einer Verkaufsfläche für Weber Grills. Geschäftsführer Fredy Schärmeli und Lesley Wachtler haben nach sieben Jahren Gastrecht im Restaurant Adler die Schaubrauerei ArliBrau AG ins Culinarium verlegt, wo sie einiges mehr Platz zur Verfügung haben.

Mit dem Umzug an den Altenmatteweg eröffnen sich für den Gastronomen, Bierbrauer und Caterer ganz neue Möglichkeiten. Durch eine Glasscheibe können die Besucher die Entstehung des Craftbiers verfolgen. Zudem bieten Fredy Schärmeli und sein Team im Eventraum und auf der grossflächigen Terrasse Brau- und Grillkurse für alle Interessierten an. «Der Besuch bei uns soll ein Erlebnis sein, ob man im Restaurant isst, ein Bier trinkt, mit Freunden oder mit Geschäftskollegen von Hand im Kessel das eigene Bier braut oder sich in die Künste des Grillierens einführen lässt.» Das Restaurant Culinarium setzt dabei auf währschaft einfache, frische Pasta- und Fleischgerichte. Damit wollen Schärmeli und sein Team über Mittag hungrige Arbeiter und Anwohner aus dem Tal und abends Gäste aus der ganzen Region in gemütlicher Atmosphäre anlocken.

Willkommene Aufwertung

Der Bau des Culinariums verzögerte sich wegen Einsprachen aus der Nachbarschaft um fast ein Jahr. Die Gemeinde Arlesheim als Landbesitzerin der gut 2000 Quadratmeter übergab das Land der Culinarium Immobilien AG für die kommenden 80 Jahre im Baurecht ab. Für die Gemeinde war ein Gastronomiebetrieb Voraussetzung für den Bau, erklärt Bauverwalter René Häner. «Die Ansprüche an Arbeitsplätze verändern sich. Die Zeiten von grossen Fabrikhallen sind vorbei. Heute möchte man sich in Nähe des Arbeitsplatzes auch verköstigen können. Deshalb sahen wir an dortiger Lage immer ein Café oder Ähnliches vor.» Das Culinarium sorge mit dem Restaurant und den anderen Arbeitsplätzen für eine willkommene Aufwertung des Quartiers. Die optische Aufwertung sei auch wichtig für die geplante Überbauung Seidentor unmittelbar dahinter.

update ag